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Goldaktien verzeichnen Breakout

13.01.2021  |  Adam Hamilton
Die Goldbergbauaktien begannen dieses neue Jahr mit einem Knall, als ihr führender Index ein deutliches Breakout über mehreren, wichtigen Widerstandslinien verzeichnete. Dies stärkte das technische Argument, dass die nächste Bullenmarktphase der Goldaktien im Gange ist. Dieser Sektor verzeichnet nun schon seit Ende November Reihen höherer Tiefs und höherer Hochs, was eine junge Aufwärtsphase bildete. Diese entwickeln sich üblicherweise zu massiven Gewinnen.

Das führende und dominante Goldaktienbenchmark und Handelsvehikel ist der GDX VanEck Vectors Gold Miners ETF. Mitte letzter Woche besaß der GDX fast zwei Drittel allen Kapitals, das in amerikanische Goldaktien-ETFs investiert wurde! Der GDX ist erste Wahl der Trader, wenn es um Investitionen in Goldaktien geht. Und seine Popularität nimmt nach der wunderbaren Aufwärtsphase im letzten Sommer zu.

Nachdem er in die Aktienpanik im März gezogen wurde, stieg der GDX in den nächsten 4,8 Monaten um 134,1%! Doch nachdem er eine parabolische Entwicklung hinlegte, waren die größten Goldaktien, die der GDX hielt, extrem überkauft. Eine normale, gesunde Korrektur stand also an, um die technischen Daten und die Stimmung wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Diese begann Anfang August und stellte sich letztlich als sehr gerissen heraus.

Bullenmärkte sind eine alternative Reihe von Aufwärtsbewegungen gefolgt von Korrekturen, die um einen langfristigen Aufwärtstrend oszillieren. Zwei Schritte voran, einen Schritt zurück. Diese korrektive Phase ist notwendig, um die überschüssige Gier aus den vorrangehenden Aufwärtsbewegungen abzuleiten. Die Mission der Korrekturen ist es, die bullische Psychologie zu vernichten, was durch das Täuschen bullischer Tradern erreicht wird, um diese davon zu überzeugen, vollständig investiert zu bleiben.

Während der meisten Korrekturen verstecken starke Gegentrendrallys also ihre wahre Natur. Tradern, die rosaroten Brillen tragen, wird Glauben gemacht, dass eine Korrektur nicht stattfindet oder bereits größtenteils rasch mit minimalen Verlusten beendet wurde. Dann reiten sie diese den größten Teil abwärts, um ihren finanziellen Schmerz zu maximieren. Die beste Verteidigung ist es, eine Perspektive beizubehalten, was mit dem Studieren vergangener Korrekturen erreicht werden kann.

All das ist wichtig, weil der Breakout der Goldaktien praktisch deren kürzliche Korrektur aufs Spiel setzte. Bis dies geschah, blieb der Sektor in seinem Abwärtskorrekturtrend gefangen, trotz solider Preiszunahmen des GDX seit Ende November. Dieser Chart betrachtet die technischen Daten der Goldaktienbullenmärkte über die letzten Jahre durch eine GDX-Linse. Die Goldaktienentwicklungen der letzten Woche stellen einen wichtigen Meilenstein dar.

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Die Wichtigkeit des Breakouts des GDX ist im Kontext der vorangehenden Korrektur am offensichtlichsten. Die letzte Aufwärtsphase des GDX bildete Anfang August eine Spitze bei 44,48 Dollar, nachdem er sich in nur wenigen Monaten mehr als verdoppelte. Der anfängliche Selloff war hart und schnell, der GDX kehrte sich heftig um und fiel in nur vier Handelstagen um 12,2%.

Technisch gesehen ist eine Korrektur ein 10%+ Selloff nach einer Aufwärtsphase, also gab es keinen Zweifel, dass gerade eine stattfand. Doch der GDX erholte sich scharf nach dem anfänglichen Rückgang und stieg in den nächsten vier Handelstagen um 9,9%. Bis Mitte August war der GDX zurück bei 3,5% unter seinem 7,5-Jahreshoch, das er vor zwei Wochen verzeichnet hatte. Also dachten sich Trader, die keine sonderlichen Erfahrungen in den letzten Goldaktienkorrekturen gemacht hatten, dass sie vorbei sei.

Die Preisentwicklung des GDX in den nächsten Wochen bestärkte diese Ansicht sicherlich. Anstatt einen Selloff abzuliefern, konsolidierte der GDX höher. Konsolidierungen erreichen dieselbe Ausbalancierung von Stimmung und technischen Daten wie Korrekturen, brauchen dabei jedoch länger. Höhere Preisniveaus nach flacheren Selloffs ermöglichen die Manifestierung von Gier über anhaltende Zeitspannen. Es gibt immer einen Kompromiss zwischen der Tiefe der Selloffs und deren Langlebigkeit.

Da ich seit Jahrzehnten Goldaktienaufwärtskorrekturzyklen handle, glaubte ich nicht, dass die aktuellste Korrektur Anfang September beendet war. Ein Grund dafür war die Tatsache, dass der GDX erst um 12,2% gefallen war, was für eine Goldaktienkorrektur viel zu mild erschien. Die vorherigen drei Selloffs dieses Bullenmarktes machten durchschnittlich 36,5% Verluste aus!

Der dominante, primäre Treiber der Goldaktienkurse ist Gold und dessen eigene Korrektur sah zu diesem Zeitpunkt gegenüber ihrem Vorgänger ebenfalls zu unausgereift aus. Also schlussfolgerte ich damals: "…da die Goldaktien technisch sehr überkauft bleiben und die Gier nach einem unzureichenden Selloff hoch bleibt, ist eine erneute Korrektur wahrscheinlich. Dies könnte rasch zu einem Verlust von 25% im GDX führen, weitere 20% niedriger als die Niveaus dieser Woche."

An den Märkten erfolgreich Reichtum zu vermehren, setzt das Kaufen zu relativ niedrigen Preisen und das spätere Verkaufen zu relativ hohen Preisen voraus. Doch dies kann nur erreicht werden, wenn man non-konformistisch denkt und gegen den Strom schwimmt. Wenn die meisten Goldaktienhändler dachten, dass ein Selloff des GDX von nur 12,2% in nur vier Handelstagen nach der massiven Aufwärtsphase von 134,1% genug war, so war es die non-konformistische Meinung, Goldaktien zu shorten.

Wenn Goldaktienaufwärtsphasen zu euphorisch und überkauft werden, dann ist das Einführung von Trailing Stop-Losses vernünftig. Engere Stoppprozentsätze ermöglichen es Tradern, Aufwärtsphasen solange wie möglich zu verfolgen, während Gewinne maximiert werden, bevor sie unausweichlich scheitern. Doch der GDX konsolidierte Mitte September weiter nach oben und baute diesen Gier anfachenden Trend mehr als einen Monat aus.

Da die meisten Trader davon überzeugt waren, dass die Selloff-Gefahr vorüber sei, schlug die auflauernde Korrektur heftig zu. In nur fünf Handelstagen brach der GDX um weitere 12,2% ein und erreichte ein neues Korrekturtief von 37,63 Dollar. Doch das machte nur einen Selloff von 15,4% aus, deutlich unter dem bisherigen Durchschnitt von 36,5%.


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