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Ungestörte Amtsübernahme Hoffnungsschimmer - Rekordlaune

21.01.2021  |  Folker Hellmeyer
Der Euro eröffnet heute gegenüber dem USD bei 1,2130 (06:12 Uhr), nachdem der Tiefstkurs der letzten 24 Handelsstunden bei 1,2077 im US-Geschäft markiert wurde. Der USD stellt sich gegenüber dem JPY auf 103,42. In der Folge notiert EUR-JPY bei 125,43. EUR-CHF oszilliert bei 1,0781.

An den Finanzmärkten kam die störungsfreie Amtsübernahme der Präsidentschaft durch Joe Biden positiv an. Die Aktienmärkte zeigten sich in den USA in Rekordlaune. Das wirkte auch auf die übrigen internationalen Aktienmärkte durch.

Der USD zeigte sich stabil. Edelmetalle konnten an Boden gewinnen.

Biden hatte unter hohen Sicherheitsvorkehrungen seinen Amtseid abgelegt. Biden steht vor großen Herausforderungen, weil die USA wie kein anderes Land von diversen Krisen erfasst ist (u.a. Corona, internationaler Ruf, Struktur).

Die Spaltung des Landes ist gesellschaftspolitisch prekär. Die Rede Bidens zielte darauf ab, die kritischen Themen aufzunehmen und Angebote zu offerieren. Diese Rede lieferte alles, was von einer Rede bezüglich der gegebenen Herausforderungen erwartet werden darf. Wenn diesen Worten angemessene Taten folgen sollten, sind die Wunden, die in den letzten 25 Jahren von den Vorgängerregierungen geschlagen wurden, perspektivisch heilbar.

Der Zusammenhalt einer Nation ist elementar für den Erfolg einer Nation.
  • Es gilt die Verarmungstendenzen des Mittelstands (Ungleichheit), die ursächlich mit der Boskin-Kommission 1992 (kreative Neuberechnung der Verbraucherpreise) eingeläutet wurde, umzukehren.

  • Es gilt, strukturschwachen Regionen neue Attraktivität zu verleihen (Infrastruktur, Investitionsanreize).

  • Es gilt, die machiavellistische Politik Trumps der innenpolitischen (schwierig) und außenpolitischen (einfacher) Feindbilder zu neutralisieren.

Biden legte sportlich los. Er hat in den ersten Stunden seiner Präsidentschaft eine Wende in der US-Politik beim Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie, der Einwanderung und dem Klimaschutz eingeleitet. So ordnete er beispielsweise eine Maskenpflicht in Bundeseinrichtungen an. Der Austritt aus der WHO wird rückgängig gemacht. Biden leitete die Rückkehr zum Klima-Abkommen ein. Er stoppte die Öl- und Gaserschließung in einem Naturschutzgebiet in Alaska und die Keystone-XL-Pipeline nach Kanada. Bei der Einwanderung hob er ein Einreiseverbote auf und entzog dem Bau der Mauer zu Mexiko die juristische Grundlage.

Diese Entscheidungen trafen umgehend auf Kritik. Kanadas Ministerpräsident Trudeau ist über die Entscheidung, die Pipeline nicht zu bauen, enttäuscht. Republikanische Abgeordnete im Senat verlangten, die Rückkehr zum Pariser Abkommen müsse von zwei Dritteln der Kongresskammer ratifiziert werden. Der Gouverneur von Alaska kritisierte das Energie-Moratorium. Biden mache Alaska zu einen großen Nationalpark.

Hier wird deutlich, dass die Umsetzung der Pläne Bidens risikobehaftet ist. Positiv fällt ins Gewicht, dass die Demokraten nach dem Amtseid von drei weiteren demokratischen Senatoren in beiden Kammern Mehrheiten haben. Das war seit 10 Jahren nicht mehr der Fall. Ergo ergibt sich für das grundsätzliche Regierungsgeschäft eine solide Basis. Anders ist es in den Fällen, wo 2/3 Mehrheiten gefordert sind.

Joe Biden wird nicht nur die US-Innenpolitik, sondern auch die US-Außenpolitik umgestalten. Nach dem von Unilateralismus bestimmten Kurs der Trump-Administration steht jetzt mehr Multilateralismus auf der Agenda.

Wesentlich ist zunächst, dass das internationale Organigramm nicht weiter beschädigt wird, denn es trägt die komplexe globale Wirtschaftsstruktur und ist die Basis für das Vertrauen der Wirtschaftsobjekte in diese Struktur. Ohne wirtschaftliche Stabilität gibt es keine politische Stabilität Die erkennbaren Ansätze der Biden-Administration sind hier zunächst einmal vielversprechend.

Diplomatie ist die Kunst des gemeinsamen Diskurses, nicht der bewusst provozierten Sprachlosigkeit (u.a. Obama/Russland). Nach der Disruption Trumps sind die Aussichten gelebter Sinn stiftender Diplomatie gegeben. So will Biden eine Regelung über Atomwaffen mit Russland. Es soll mit Verbündeten Gespräche über das iranische Atomprogramm geben.

Lassen Sie mich Worte der Rede Bidens aufgreifen und in einer größeren Zusammenhang stellen. Er sprach darüber, dass die USA nur geeint die akuten Probleme historischen Ausmaßes lösen können. Das ist richtig. Was für die USA gilt, gilt aber auch für den Rest der Welt. Die Toleranz, die Biden in der Gesellschaft der USA einforderte, sollte auch international gelebt werden.

Das bedeutet im Klartext, dass andere Kulturen im Außenverkehr Respekt verdienen. Manche Kulturen vertragen sich nicht mit dem Zeitgeist, der in der westlichen Welt gelebt wird. Regime-Change (Clinton, Bush, Obama allesamt gescheitert, Folge Migrationsströme zu Lasten Europas) wären die gänzlich falsche Antwort.

Die Rede Bidens sendete Hoffnungssignale. Wir werden Präsident Biden und seine Administration daran messen.


Datenpotpourri der letzten 24 Handelsstunden:

Eurozone: Preisentwicklung erwartungsgemäß

Die Verbraucherpreise stiegen im Monatsvergleich per Dezember erwartungsgemäß um 0,3% nach zuvor -0,3%. Im Jahresvergleich kam es zu einem Rückgang um 0,3% (Prognose -0,3%) nach zuvor -0,3%. Die Kernrate der Verbraucherpreise legte im Monatsvergleich per Dezember erwartungsgemäß um 0,4% nach zuvor 0,4% zu. Im Jahresvergleich ergab sich Anstieg um 0,2% (Prognose 0,2%) nach zuvor 0,2%.


China: Weiter hohes FDI Niveau

Ausländische Direktinvestitionen (FDI) stiegen per Berichtsmonat Dezember im Jahresvergleich um 6,20% nach zuvor 6,30%.


USA: NAHB schwächer, dennoch stark

Der NAHB Housing Market Index sank per Berichtsmonat Januar unerwartet von 86 (historischer Höchstwert seit 1985) auf 83 Zähler. Gleichwohl bewegt sich der Index in der historischen Betrachtung weiter auf sehr hohem Niveau.


Japan: Handelsbilanz durchwachsen

Die Handelsbilanz wies per Dezember einen Überschuss in Höhe von 751,0 Mrd. JPY (Prognose 942,8 Mrd. JPY) nach zuvor 366,1 Mrd. JPY aus. Exporte stiegen im Jahresvergleich um 2,0% (Prognose 2,4%) nach zuvor -4,2%, während Importe im Jahresvergleich um 11,6% sanken (Prognose -14,0%, Vormonat -11,1%).

Zusammenfassend ergibt sich ein Szenario, das den Euro gegenüber dem USD favorisiert. Ein Unterschreiten des Unterstützungsniveaus bei 1.2020 - 1.2050 negiert den positiven Bias.

Viel Erfolg!


© Folker Hellmeyer
Chefanalyst der Solvecon Invest GmbH



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