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Clint Siegner: Backwardation & Anzeichen für eine Silberangebotsknappheit

17.02.2021
Die Bemühungen eines Silber-Short-Squeeze mögen missglückt sein, doch ungedeckte Short-Verkäufer sind so verletzlich wie eh und je. Silberfuturespreise betreten eine Backwardation. Das ist ein böses Omen für jeden, der auf niedrigere Silberpreise wettet. Backwardation findet sehr selten statt, doch dieser Zustand war im letzten Jahrzehnt jedes Mal ein verlässlicher Indikator dafür, dass höhere Preise bevorstehen.

Am Futuresmarkt steigt der Silberpreis allgemein basierend darauf, wie weit der Liefermonat entfernt ist. Die meiste Zeit ist der Preis für zukünftige Lieferung höher als der heutige Spotpreis, d.h. der Preis der jetzigen Lieferung. Es gibt Lagerkosten - primär angefacht von Lagergebühren und Opportunitätskosten von Finanzmitteln - wenn man physische Silberbarren hält.

Man kann es sich auch so denken: Verkäufer bauen die Lagerkosten in den Preis ein - und Käufer von Futureskontrakten müssen zustimmen, zunehmend höhere Preise zu bezahlen, je weiter der Lieferzeitpunkt in der Zukunft liegt. Doch zum derzeitigen Augenblick funktioniert der Silbermarkt nicht normal. Der höhere Preis für die heutige Lieferung von Barren ist ein Anzeichen für knappes Angebot.

Er könnte ebenfalls andeuten, dass Investoren nicht sonderlich viel Vertrauen haben, dass sie ihre Lieferung später erhalten werden. Wären Investoren sicher, dass die Barren geliefert würden, so könnten sie einfach einen Futureskontrakt zu einem niedrigeren Preis erwerben und eine Lieferung beantragen. Doch die Marktteilnehmer wägen das Risiko von Lieferausfällen, oder Bargeldbegleichungen, stärker ab. Viele zahlen, um nun Barren aus einer Vielzahl von Gründen zu erhalten.

Zeitspannen der Backwardation am Edelmetallmarkt sind relativ selten. Der untere Chart zeigt drei Silber-Backwardations im letzten Jahrzehnt, inklusive der aktuellen. In jedem Fall waren deutlich höhere Preise notwendig, um die Knappheit zu lösen.

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Preis-Backwardation ist nicht der einzige Beweis für eine Knappheit des physischen Silberangebots. Es gibt weitere, ungewöhnliche Aktivitäten im iShares Silver Trust (SLV). Der börsennotierte Fonds berichtete, dass man zu Beginn des Monats mehr als 3.000 Tonnen Barren zu den Beständen hinzufügte.

Skeptiker halten es für unwahrscheinlich, dass der SLV ETF tatsächlich in der Lage war, so viel Metall so schnell zur Lieferung bereitzustellen. Nun sollten sogar diejenigen, die der Berichterstattung des ETFs vertrauen, zweimal nachdenken. Der SLV änderte am 3. Februar sein Prospekt und verstärkte so Sorgen darüber, ob der Trust tatsächlich das behauptete Silber besitzt. Ein Redditor erklärte die Veränderungen:

Am 3. Februar, dem Tag nach den großen, dreitägigen Zuflüssen zum SLV und dem Hinzufügen von 3.000 Tonnen, änderte der iShares Silver Trust sein Prospekt mit Hinzufügen der folgenden Paragraphen:

"Die Nachfrage nach Silber könnte das verfügbare Angebot, das zur Lieferung akzeptabel ist, temporär übersteigen, was negative Auswirkungen auf Investments haben könnte."

"Es ist möglich, dass die autorisierten Teilnehmer nicht in der Lage sein könnten, ausreichend zur Lieferung akzeptablen Silbers zur Ausgabe neuer Warenkörbe zu erwerben; dies ist einem zu diesem Zeitpunkt begrenzten, verfügbaren Angebot zuzuschreiben."


Währenddessen berichtet BullionVault, dass sich die COMEX-Silberbestände auf einem 4-Jahrestief befinden. Sie sind von einem Hoch bei 141 Millionen Unzen im Jahr 2007 um 30% zurückgegangen. Dies erschafft neue Risiken für Bullionbanken und andere Leute, die in den vergangenen zwei Wochen fieberhaft Silberfutures verkauft haben. In den letzten Monaten ist die Anzahl von Menschen, die die Lieferung des Metalls im Rahmen ihrer Futureskontrakte beantragten, in die Höhe geschnellt.


© Clint Siegner



Der Artikel wurde am 15. Februar 2021 auf www.moneymetals.com veröffentlicht und exklusiv für GoldSeiten übersetzt.


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