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Gold und Silber heftig attackiert

17.02.2021  |  Hannes Huster
Gestern habe ich noch auf die "angeschlagene" Situation beim Goldpreis hingewiesen. Auch die "Gegner" haben dies erkannt und holten dann am Nachmittag zu einem weiteren Schlag aus. Unter sehr hohem Volumen wurde Gold an der COMEX nach unten gepresst. Der anschließend Erholungsversuch, der nicht schlecht ausgesehen hat, wurde dann mit einer zweiten Welle "gekillt":

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Mit knapp 349.000 Kontrakten hatte Gold gestern das höchste Handelsvolumen seit Auflage des April-Futures. Ein Future verkörpert 100 Unzen Papier-Gold. Somit wurden gestern 34,9 Millionen Unzen Papier-Gold an der COMEX gehandelt.

Barrick Gold produziert pro Jahr 4,8 Millionen Unzen Gold. Newmont Gold produziert pro Jahr in etwa 5,5 bis 6 Millionen Unzen Gold. Grob produzieren die beiden weltgrößten Goldproduzenten also 10 - 11 Millionen Unzen Gold pro Jahr und an der COMEX wurden gestern mal eben 35 Millionen Unzen Gold gehandelt, was in etwa die dreifache Jahresproduktion der beiden größten Produzenten war.

Auch der Silberpreis wurde heftig attackiert. In nur einer Stunde wurden 12.600 Kontrakte in den Markt geschmissen, was 63 Millionen Unzen Papier-Silber bedeutet. Das Tagesvolumen lag am Ende bei 128.000 Kontrakten (5.000 Unzen ein Kontrakt), was 640 Millionen Unzen Papier-Silber bedeutet!

Derweilen hatte der Sprott-ETF $PSLV gestern einen hohen Zufluss von 3,5 Millionen Unzen Silber:

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Auch hier gilt es, die Relationen einmal zu betrachten. Die wichtigsten Silber-ETF´s hatten in den vergangenen vier Wochen einen Zufluss von rund 80 Millionen Unzen Silber. Am Papier-Markt wird an nur einem Tag (!) die 8-fache Menge gehandelt!


Fazit:

Es gibt sicherlich Gründe, die angeführt werden können, warum Gold/Silber gestern schwächer waren, darauf komme ich noch. Allerdings bleibt es ein Wahnsinn, wie die Terminmärkte den Preis für Gold oder Silber mit Volumen beeinflussen, das abseits jeder Realität liegt. Zudem ist an der Art und Weise der "Verkäufe" klar zu erkennen, dass es den Verkäufern nicht darum geht, eine Position zu verkaufen, die sie wirklich auch haben, sondern nur darum geht, den Preis nach unten zu pressen.

Kein Investor oder institutioneller Anleger würde so hirnverbrannt und dumm verkaufen, wenn er die Position wirklich hätte. Man würde versuchen, die Position Stück für Stück in den Markt hinein zu verkaufen. Was wir aber derzeit wieder sehen, ist ein abgestimmtes Spiel, das täglich um 14:30 Uhr losgeht.


Renditen

"Angeführter" Grund für die Schwäche waren die weiter gestiegenen Renditen in den USA. Die Rendite für die 10-jährigen zog gestern auf 1,30% an und die für die 30-jährigen auf 2,09%. Betrachten wir den 6 Monats-Chart, dann sehen die Renditeanstiege brutal aus. Im August noch bei 0,60% und nun 1,30%:

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Schauen wir uns die Renditeentwicklung in den vergangenen 10 Jahren an. Das Rendite-Tief vor "Corona" lag bei 1,40 - 1,50% und in der Corona-Panik fiel die Rendite auf 0,50%. Was wir nun sehen, ist eine Erholung der Renditen, die aber aus meiner Sicht bei 1,40 - 1,50% enden wird:


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