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Goldaktien testen erneut Tiefs

23.02.2021  |  Adam Hamilton
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Nachdem der GDX Ende November einen Boden bildete, wurde dessen neue Aufwärtsphase Anfang Januar nach einem mehrtägigen Breakout über den Widerstand des Korrekturabwärtstrends sowie 50-tägigen gleitenden Durchschnitt des ETF bestätigt. Der GDX war in nur 1,3 Monaten um 15,2% gestiegen, was deutlich größer und länger als eine typische Gegentrendrally innerhalb einer anhaltenden Korrektur verlief. Die Goldaktien florierten.

Doch trotz dieser sonnigen Aussichten, bildeten sich bald darauf Sturmwolken. Die Goldaktien sind vom Schicksal des Goldes abhängig und das gelbe Edelmetall brach am 8. Januar aus dem Nichts heraus um 3,5% ein. Während sein Preis über Nacht unter das psychologisch wichtige Niveau von 1.900 Dollar fiel, waren extrem gehebelte Goldfuturesspekulanten dazu gezwungen, ihre Long-Kontrakte zu liquidieren. Dieser selbstverstärkende Vorgang blieb seitdem bestehen.

Die Longs der Goldfuturesspekulanten sanken laut den aktuellsten CoTs-Daten auf 367.400 Kontrakte, eine Abnahme von 411.700 Anfang Januar. Dieser Verkauf zwang Gold von 1.949 Dollar auf 1.836 Dollar. Während sich der Abwärtsdruck auf Gold verschlimmerte, zwang dieser Rückzug um 5,8% die ETF-Trader aus Angst, ihre GLD- und IAU-Anteile schneller loszuwerden, als Gold verkauft wurde.

Dieses anhaltende Verkaufen von Goldfutures und Gold-ETF-Anteilen schien sich letzte Woche ins Kapitulationsterritorium zu bewegen, was Gold zu einem erneuten Test seines eigenen Korrekturtiefs bewegte. Nachdem es Ende November bei 1.775 Dollar einen Boden bildete, verlief die Aufwärtsphase in Gold bis Anfang Januar um 9,8% nach oben. Doch in den darauffolgenden sechs Wochen verlor Gold 8,9% und sank auf 1.775 Dollar. Deshalb traf es die Goldaktien.

Interessant ist, dass diese Goldtiefs, das ursprüngliche Korrekturtief sowie das erneut getestete Tief, 2,6 Monate versetzt auftraten. Technisch betrachtet, erhöht dies die Wahrscheinlichkeit, dass die Goldkorrektur Ende November effektiv einen Boden bildete. In anhaltenden Korrekturen ist es selten, dass sich der Preis länger als sechs Wochen bewegt ohne neue, tiefere Tiefs zu verzeichnen. Doch diesmal geschah dies fast elf Wochen später, was kein typisches Korrekturverhalten ist.

Stattdessen ist die junge Aufwärtsphase in Gold zu einer niedrigen Konsolidierung geworden, eine technische Basenbildung, die den Weg für die nächste Aufwärtsphase des Metallbullenmarktes bereitet. Also tun die Goldaktien per GDX genau dasselbe. Deren junge Aufwärtsphase ist zu einer niedrigen Konsolidierung geworden - Kollateralschaden der Verkäufe von Goldfutures und Gold-ETF-Anteilen. Letzten Mittwoch bewegte sich der GDX auf ein neues Korrekturtief zu, zum ersten Mal seit 2,8 Monaten.

Der GDX schloss am Mittwoch bei 33,22 Dollar, was 0,6% unter den 33,42 Dollar vom 24. November lag. Genau wie bei Gold ist es ziemlich selten, eine anhaltende Goldaktienkorrektur zu beobachten, die so lange braucht, um neue Tiefs zu erzwingen. Korrekturen führen üblicherweise zu derart weitreichendem Pessimismus, dass der Preis allgemein recht schnell nach unten gehämmert wird. Der erneute Test des Goldaktienkorrekturtiefs sieht also eher wie eine niedrige Konsolidierung aus als eine erneute Korrektur.

Das marginale, neue GDX-Tief erhöhte den gesamten Goldaktien-Selloff von 24,9% über 3,6 Monate auf 25,3% über 6,4 Monate. Das ist über eine fast doppelt so lange Zeitspanne nicht sonderlich tiefer! Und dennoch jagen neue Korrekturtiefs den Goldaktientradern wirklich Angst ein. Als eine Herde haben sie wirklich Angst, wobei bearische Psychologie die gängige Goldaktienprognose vollkommen dominiert. Es wird nun weitreichend erwartet, dass die Goldaktienkurse weiter sinken werden.

Vielleicht werden sie das, doch die Wahrscheinlichkeit spricht vom Gegenteil. Gold und Goldaktien haben Ende November entschiedene Korrekturböden entsprechend den vorherigen Bullenmärkten gebildet. Dann bewegten sie sich beide in soliden, jungen Aufwärtsphasen nach oben. Obwohl diese seit Anfang Januar zu diesen Konsolidierungsbasenmustern geworden sind, so ist nichts davon wirklich korrekturähnlich. Es sind perfekte Umstände, um für große Bullenaufwärtsphasen zu sorgen.

Mit Trailing Stops für kürzliche Goldaktien- und Silberaktientrades gibt es keinen Grund, sich um diesen erneuten Test zu sorgen. Wenn sich der GDX etwa bei diesen Niveaus hält und sich dann aufwärts bewegt, so sollte es sich als sehr profitabel erweisen, trotz Rückzug investiert zu bleiben. Die vorherigen vier Aufwärtsphasen dieses Bullenmarktes verschafften dem GDX durchschnittliche Gewinne von 99,2% über 7,6 Monaten! Warum sollte man riskieren, niedrig zu verkaufen und eine Verdopplung zu verpassen?

Und wenn dieser Goldaktieneinbruch stattfinden sollte - der Sturm an einem sonnigen Tag - dann werden Trailing Stops die Trades automatisch verlassen, bevor die Verluste zu extrem werden. Von Marktbedingungen gestoppt zu werden, ist überhaupt nicht emotional und hat nichts mit persönlicher Furcht, Herdenangst oder Gier zu tun.

Wenn wir die starke Erfolgsbilanz der Goldaktien betrachten, was massive Aufwärtsphasen angeht, dann erscheint es vernünftiger, nach einer ausgereiften Korrektur und dem nachfolgenden erneuten Test investiert zu bleiben. Im vorherigen Goldaktienbullen, der im September 2011 endete, genoss der HUI-Goldaktienindex ein Dutzend Aufwärtsphasen, die mit unglaublichen Gewinnen von 87,5% über 7,8 Monaten einhergingen!

Wie immer können wir nicht wirklich wissen, was als nächstes an den Märkten geschieht. Vielleicht werden die Goldaktien in der nächsten Aufwärtsphase in die Höhe schießen, vielleicht werden sie sich größtenteils seitwärts bewegen und vielleicht werden sie in einem heftigen Abschwung nach unten gezogen. Doch als Trader sorgen wir uns aufgrund Trailing Stops nicht darum. Angesichts all der technischen Entwicklung in Gold und Goldaktien seit Anfang August, stehen die Chancen für eine neue Aufwärtsphase jedoch gut.

Erneute Tests von Korrekturtiefs sollten Trader nicht zur Kapitulation und niedrigen Verkaufen zwingen; was Verluste garantieren würde. Sie sind üblicherweise Teil von längeren Basiszeitspannen, in denen nachfolgende Aufwärtsphasen beginnen. Diese erneuten Tests stellen eine größere Prüfung des Durchhaltevermögens eines Traders dar. Ist er mental zäh genug, um einen Abschwung zu meistern ohne nachzugeben? Oder wird er sich der Herde anschließen und der Angst nachgeben? Durchhaltewillen ist wichtig.

Fazit ist, dass die Goldaktien aussehen, als würden sie ihre Korrekturtiefs erneut testen und von Gold, das dasselbe tut, heruntergezogen werden. Die resultierenden Abschwünge sind psychologisch herausfordernd, ebenso wie der resultierende Pessimismus. Doch technisch scheinen das Metall und die Bergbauaktien niedrige Konsolidierungen zu bilden; starke Basen, von denen ihre nächsten Bullenaufwärtsphasen beginnen könnten. Historisch betrachtet, folgen Aufwärtsphasen erneuten Tests von Korrekturtiefs üblicherweise. So oder so gibt es keinen Grund, Angst zu haben und aufzugeben.


© Adam Hamilton
Copyright by Zeal Research (www.ZealLLC.com)



Dieser Beitrag wurde in Auszügen exklusiv für GoldSeiten.de übersetzt. (Zum Original vom 19.02.2021.)

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