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Don´t fight the FED!?

26.02.2021  |  Hannes Huster
"Don´t fight the FED" ist eine Investmentthese, die besagt, dass man sich als Anleger niemals gegen die übergeordneten Pläne der US-Notenbank stellen sollte.

Gemeint ist damit, dass die FED, als mächtigste Zentralbank der Welt, am Ende IMMER am längeren Hebel sitzt, um ihre Pläne auch durchzusetzen. Die schlicht weg unbegrenzten finanziellen Mittel sprechen dafür, diesen Ansatz zu beachten.

Wie die US-Notenbank in den vergangenen Treffen des FOMC deutlich bestätigt hat und auch Jerome Powell bei seiner Anhörung durch den US-Senat, will und wird die FED an der ultralockeren Geldpolitik festhalten.

Die FED ist in der Lage, den Leitzins zu beeinflussen, scheint aber seit einigen Tagen die Kontrolle über die langfristigen Renditen zu verlieren. Diese steigen deutlich schneller an, als es der FED lieb sein kann. Die Renditen für die 10-jährigen US-Staatsanleihen zogen gestern in den Widerstandsbereich von über 1,40% an und lagen am Ende des Handels bei 1,51%!

Grundsätzlich bleibt klar festzuhalten, dass das absolute Niveau von 1,50% auf 10 Jahre historisch betrachtet weiterhin extrem niedrig ist, doch das Tempo des Anstieges sorgt für große Verunsicherung.

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Im Grunde liegt die Rendite nun im Bereich der Tiefststände vor der "Corona-Pandemie". Was leider oft wenig verstanden wird ist, dass die Renditen steigen, da sich Investoren aus den vermeintlich sicheren Anleihen (Bonds) verabschieden.

Investoren wollen aktuell aus diesen Papieren heraus, da es abzusehen ist, dass die Inflationsrate in den USA in diesem Jahr auf über 2%, wohl eher auf über 3% steigen wird. Einige Marktbeobachter rechnen sogar mit bis zu 3,50% Inflation in diesem Jahr.

Die Anleihen werden also verkauft, was im Sektor der defensiven Anleger zu Kursverlusten führt. Diese Anleger kehren dann aber auch wieder als Käufer zurück, sobald sich ein Boden abzeichnet, da Sie aufgrund der Anlagestatuten gar keine andere Möglichkeit haben!

Die FED, die seit vielen Jahren im Anleihemarkt diese Papiere aufkauft, scheint in den vergangenen Tagen nicht ausreichend Fire-Power bereitgestellt zu haben, um diesen Trend abzufedern.

Ein beliebter ETF für diesen Anleihe-Bereich ist der iShares 20+ years (TLT). Dieser ETF hat seit Sommer vergangenen Jahres von 170 USD auf 138 USD deutliche Einbußen hinnehmen müssen (-19%). Der Anleihemarkt ist viel größer als der Aktienmarkt und somit sind die Verluste hier bemerkenswert und schmerzhaft.

Im Chart sehen wir, wie stark der TLT überverkauft ist und wir sehen auch, dass es gestern eine panikartige Bewegung mit einem sehr hohen Volumen gab, was ein Kapitulationstag gewesen sein könnte:

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