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Zentralbankenbestände = "Aktivposten"? Nein, eine Farce!

01.03.2021  |  Egon von Greyerz
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Eine Welt ertrinkt in Schulden

Und heute, 12 Jahre später, ertrinkt die gesamte Welt in 280 Billionen $ Schulden; wobei sich die Schuldensumme allein in diesem Jahrhundert verdreifacht hat.

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Die Abbildung oben zeigt, wie die globale Verschuldung bis 2030 eine Höhe von 360 Billionen $ erreicht.

Dieser Zahl liegt eine einfache Hochrechnung der aktuellen Trends zugrunde. Aus meiner Sicht besteht ein hohes Risiko, dass wir im Rahmen einer hyperinflationären Schuldenexplosion in den nächsten 4-9 Jahren sogar Schuldenstände von 2 Billiarden $ oder mehr sehen werden. Wahrscheinlich wird es deutlich weniger als 9 Jahre brauchen.


Derivate - Massenzerstörungswaffen

Wie aber ist dieser massive Verschuldungsanstieg auf 2 Billiarden $ überhaupt möglich? Die Gesamtsumme der ausstehenden Derivate beläuft sich aktuell auf mindestens 1,5 Billiarden $. In steigenden und liquiden Märkten machen Banken den absoluten Reibach mit ihren Derivaten.

Im Umfeld einbrechender Aktienmärkte sowie massiv belasteter Schuldenmärkte wird kaum Liquidität im Derivatemarkt bleiben. Das wird dazu führen, dass Zentralbanken genügend Geld drucken, um die meisten Derivate der angeschlagenen Banken aufzukaufen. Auf diese Weise würde eine globale Verschuldung von 2 Billiarden $ oder mehr entstehen.

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Mehr Schulden, mehr Inflation an den Vermögensmärkten

Was passiert also mit dem ganzen schuldenbasierten Geld, das geschöpft wird. Kaum etwas davon erreicht die Realwirtschaft; es bleibt in erster Linie in den Banken und wird von privaten wie institutionellen Investoren zum Kauf von Aktien, Anleihen und Immobilien verwendet.

Während kaum etwas beim Normalbürger ankommt, können die Vermögenden die enormen Liquiditätsmengen nutzen, um die ohnehin schon sagenhafte Blase an den Vermögensmärkten weiter aufzublasen.

Die unten im Diagramm dargestellte US-Geldmenge M1 und die dazugehörige Geldumlaufgeschwindigkeit könnten es besser nicht zeigen.

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Während das Geldangebot zwischen 2005 und 2021 von 1,3 Bill. $ auf 6,8 Bill. $ anstieg, sich also verfünffachte, brach die Geldumlaufgeschwindigkeit von 10 auf 3 ein. Das bedeutet, dass das gedruckte Geld nicht die Realwirtschaft erreicht, sondern bislang nur die Vermögenspreise aufbläht. Da dieses Geld aus dem Nichts geschöpft wurde und nur toxisch oder wertlos ist, hätte es auch kaum einen stimulierenden Effekt für die Realwirtschaft. Allerdings erliegen Investoren der Illusion, dass mit dieser toxischen Liquidität tatsächlich Vermögen geschaffen wird!

Kein Wunder, dass sie sich dieser Illusion hingeben, schließlich sind auch die globalen Aktientitel seit März 2020 um 24 Billionen $ im Wert gestiegen. Das sind atemberaubende 30% der globalen Wirtschaftsleistung! Warum sollte noch irgendjemand arbeiten gehen, wenn die Welt mittels Geldschöpfung und Investition in nur 10 Monaten 30% des globalen BIP allein durch Aktienkäufe erschaffen kann?

Dass diese Aktien nur steigen, weil sie steigen - und nicht aufgrund wachsender Gewinne oder einer verbesserten fundamentalen Gesamtsituation - das erkennen Investoren nicht und/ oder es kümmert sie nicht.



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