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"Kontrollierte" Zinserträge weisen Richtung Gold

04.03.2021  |  Matt Piepenburg
- Seite 4 -
Die dunkle Seite der Ertragskurvenkontrolle

Natürlich sind solche künstlichen Zinskontrollen temporär gut für Nationen, die jahrelang durch schuldensüchtige politische Entscheidungen zerstört wurden - Entscheidungen von Experten, die sich neuerdings hinter Masken verstecken und jahrelanges Versagen auf die COVID-Krise abwälzen möchten. Doch wie gut ist EKK für Investoren, Währungen und für das Konzept der "Preisfindung an freien Märkten"? Das ist natürlich wieder eine rhetorische Frage.

EKK zerstört langsam aber sicher all das oben Genannte. EKK zerstört nicht nur ehrliche Preisfindung für Anleihen, sondern für alle Risikoanlagen - vom Aktienmarkt bis hin zu den aufgeblähten Immobilienpreisen. Auch für Schrottanleihen! bekommt der heutige Investor, der verzweifelt nach irgendwelchen Erträgen sucht, eine geringere Rendite, als er einst für Staatsanleihen bekam - damals, als das Risiko noch ohne Fed-"Kontrolle" eingepreist wurde.

Der folgende Chart ist ein Schocker; er zeigt, wie verzerrt die Kreditmärkte inzwischen schon sind.

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Die künstliche Kontrolle (Repression) von Erträgen und Zinsen sorgt dafür, dass erstens Schulden billiger werden und zweitens zusätzliche Verschuldungsexzesse stattfinden (und folglich auch Preisinflation). Diese neuen Schulden fließen in überteuerte Immobilien, unerschwingliche Aktientitel etc. - Anlagebereiche also, die ohnehin schon von leicht und billig verfügbarem Kredit in die Höhe getrieben wurden, anstatt von altmodischen Dingen wie, na Sie wissen schon, … Einnahmen und Gewinnen.

Darüber hinaus ist die Welt nach wie vor an den US-Dollar gebunden (bzw. mit ihm gefangen) und der US-Staatsanleihen-Hegemonie ausgesetzt; die "kontrollierten" Verzerrungen in den USA bewirken Verzerrungen (und Anlageblasen) in allen Teilen der Welt.


Unhappy Ending - Kontrollverlust & Verkettung unglücklicher Zustände

Die durch EKK vorprogrammierte und in der Tat auch ausgelöste Rekord-Überbewertung bei Risikoanlagen erzeugt jetzt eine Verkettung unglücklicher Zustände und bildet die Basis für die perfekte Finanzkrise, die dann kommt, wenn die Ertragskurve außer Kontrolle gerät. Und wie der Chart oben bestätigt, passiert das gerade schon.

Den Zentralbanken bleiben tatsächlich nur noch schlechte Optionen.

1. Sie versuchen, das allmählich steigende lange Ende der Ertragskurve zu "kontrollieren", indem sie weitere Fiatgeld-Billionen drucken - was eine (zusätzliche) drastische Entwertung der betreffenden Währungen bedeuten würde; oder …

2. Sie stoppen den währungsentwertenden EKK-Wahnsinn einfach und lassen zu, dass die Anleihepreise ungehindert sinken und die Erträge (also auch die Zinssätze) steil in die Höhe schießen. Die Folge wäre ein vollendetes Gemetzel bei Aktien- und Anleiheblasen, die von niedrigen Zinsen und billigem Kredit abhängig sind.

Das Dilemma ist sicher deutlich geworden …

Die "Experten" (und wieder ein Euphemismus) sind in ihren Entscheidungen also zwischen selbstverschuldeten Marktruin und Währungsliquidation gefangen.

Apropos Experten: Auch Biden (wie alle seine Vorgänger, Republikaner wie Demokraten) sieht allen Warnungen vor den potentiellen Auswirkungen eines weiteren 1,9 Billion $ schweren "Stimulus" (d.h. Neuverschuldung für eine überschuldete Nation) gelassen entgegen.

Ach was, schreibt es einfach dort auf Uncle Sams Schuldenbierdeckel; die Fed kann die zusätzlich emittierten Schuldscheine fix aufkaufen und die Nation wird irrigerweise im Glauben gelassen, dass mehr mehr ist - dass sich Einnahmen oder Wachstum durch Verschuldung ersetzen lassen.

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Wie eh und je, und wie zu erwarten war, führen alle Gespräche - und auch alle schlechten geldpolitischen Strategien - am Ende zurück zum Gold, das, im Gegensatz zum ertragskurvenkontrollierten (d.h. entwerteten) US-Dollar, ein echter Wertspeicher ist und bleibt. Seit 1971 hat der US-Dollar, gemessen in Milligramm Gold, 97% seines Wertes verloren.

Um zu Etiketten und Schubladenbegriffen zurückkehren: Was würden Sie jetzt als echtes Geld in Ihre Schublade packen - Gold oder den Greenback? Auch das ist eine rhetorische Frage.


© Matt Piepenburg
Kommerzdirektor bei MAM



Dieser Artikel wurde am 29. Januarr 2021 auf www.goldswitzerland.com veröffentlicht.

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