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Clint Siegner: Nervöse Fed wird Edelmetallmärkten einen Schub verschaffen

27.03.2021
Der Offenmarktausschuss der Fed traf sich letzte Woche und ließ die Geldpolitik unverändert - zumindest zum aktuellen Zeitpunkt. Niemand erwartete, dass die Offiziellen Zinsanpassungen vornehmen würden, während sich die Aktienkurse nahe Rekordhoch befinden und die Narrative der Wirtschaftserholung noch immer dominant ist. Die Zentralbanker werden jedoch wahrscheinlich nervös. Staatsanleiherenditen steigen und es ist nur eine Frage der Zeit, bevor die von Stimuli abhängigen Märkte einen weiteren Trotzanfall bekommen. Tatsächlich fiel der S&P 500 nach der Ankündigung am letzten Mittwoch und den zwei darauffolgenden Tagen.

Steigende Renditen erschaffen zudem Gegenwinde für die Edelmetalle, zumindest an den Futuresmärkten. Die Preise hatten in den letzten Woche Schwierigkeiten, sich nach oben zu bewegen. Doch sie sinken auch nicht. Das sagt uns zumindest schon mal etwas. Der USD-Index hat, zusätzlich zu den steigenden Renditen, an Stärke gewonnen. Diese beiden Dinge repräsentieren üblicherweise einen doppelten Schlag für die Gold- und Silberpreise. Vielleicht denken sich die Wall-Street-Kreaturen, die die Handelsmaschine am Laufen halten, dass nicht länger irgendein Grund ein guter Grund für den Metallverkauf ist.

Nun scheint es sicherlich ein guter Zeitpunkt für Short-Verkäufer zu sein, zweimal darüber nachzudenken, bevor sie mehr Metall shorten. Es gibt viele Longs, die eine Lieferung des Metalls beantragen. Ein Short Squeeze ist ebenfalls noch nicht vom Tisch - vor allem in Silber. Steigende Renditen signalisieren höhere Inflation. Ebenso tun das steigende Rohstoffpreise. Und der Kongress ist nun mit der Fed auf den Stimulus-Zug aufgesprungen. Es ist kein guter Zeitpunkt, die Inflationsabsicherungen "erster Wahl" zu shorten, wie Gold und Silber.

Der USD mag gegenüber anderen Papierwährungen stärker sein, doch seine Kaufkraft befindet sich im Abschwung. Diese Realität scheint der Wall Street langsam zu dämmern. Die Fed war von Aktienkursen besessen und die Aktien haben sich angesichts der steigenden Zinsen bisher gut gehalten. Aktien waren bisher der primäre Nutznießer der inflationären Fed-Politik. Letzte Woche enttäuschte Jerome Powell die von Stimulus abhängigen Märkte, weil er keine Initiative anbrachte, um den Anstieg der Anleiherenditen zu kontrollieren. Das wird warten müssen, bis der Aktienmarkt anfängt, sich zu übergeben.

Wenn die Renditekurvekontrolle, oder wie auch immer Powell es bezeichnen wird, eingeführt wird, wird ein starker Gegenwind für die Metallpreise zu einem Rückenwind werden. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis die Fed das nächste Programm implementiert, um die Zinsen zu kontrollieren. Vielleicht ist das der Grund, warum es bisher noch nicht allzu viel Chaos an den Aktienmärkten gab.

Es hat sich nicht ausgezahlt, gegen die Aktienkurse zu wetten. Die Fed hat Aktienmarktbären hart bestraft. Metallinvestoren warten noch immer auf die nächste Aufwärtsphase der Preise, doch die Dingen könnten auch deutlich schlimmer stehen. Überwältigende Nachfrage übt Druck auf die Bullionbanken aus. Sie möchten zweifelsohne niedrigere Preise, die die Investmentnachfrage abschwächen würden.

Steigende Zinsen und ein stärkerer Dollar bieten eine gute Deckung für einen Ansturm auf die Preise, doch die Metall blieben widerstandsfähig. In den kommenden Monaten wird die Fed erneut versuchen, die Zinsen zu kontrollieren und Investoren werden sich der Preisinflation bewusst werden. Bis dahin mag es zu spät sein, die großen Short-Positionen loszuwerden - zumindest schmerzfrei.


© Clint Siegner



Der Artikel wurde am 22. März 2021 auf www.moneymetals.com veröffentlicht und exklusiv für GoldSeiten übersetzt.


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