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Jeff Thomas: Hier kommt der Bretton-Woods-Zug

03.04.2021
Seit der Ankündigung von Klaus Schwabs Great Reset sind sich viele Menschen zunehmend den Aussichten einer neuen Weltordnung bewusst geworden und/oder zunehmend besorgt. Auch wenn sich diese seit mehr als einem Jahrhundert in Arbeit befand, so sind die Vorbereitungen auf die tatsächliche Implementierung in den letzten Jahrzehnten zunehmend offensichtlich geworden. Und nun, da die Einführung begonnen hat, wird die Realität dessen tyrannischer Absicht immer klarer.

Interessanterweise behandeln die meisten Menschen, die das Eintreffen der neuen Weltordnung kommentieren, es als eine ausgemachte Sache. Nicht nur das; sie nehmen tendenziell sogar an, dass sie ihrem Titel gerecht werden wird: eine dominante Oligarchie, die den gesamten Planeten überschatten wird. Doch ist diese dunkle Prognose garantiert? Lassen Sie uns hier etwas zurückgehen und diese ganze Sache als das betrachten, was sie wirklich ist.

Woher kommt dieses Konzept überhaupt? Sicherlich, Soziopathen gab es schon immer und sie wünschen sich tendenziell, sie wären allmächtig. Und wir wissen aus der Geschichte, dass es nichts gibt, was sie nicht tun würden, um ihre Macht zu erhalten. Die erste Person, die scheinbar schlau genug war, dies auf einer wirtschaftlichen Basis zu versuchen, war Mayer Rothschild im 18. Jahrhundert. Er war in der Lage, Deutschland geldpolitisch zu dominieren, und entsendete dann seine fünf Söhne, um die mächtigsten Länder Europas auf ähnliche Weise zu dominieren.

Die Rothschild-Familie hatte auch in den frühen Jahrzehnten der USA ihre Finger im Spiel und bildete die Zentralbank. Und auch wenn der Erfolg dieser Unternehmung erst 1913 realisiert wurde, so haben sie und ihre Mitverschwörer ihr Streben nach wirtschaftlicher Weltdominanz niemals aufgegeben. Doch diese Bemühungen kamen 1944 so richtig in Fahrt.

In den Anfangsjahren des Zweiten Weltkrieges hatten die USA ihre Verbündeten mit fast allem beliefert: Helme, Kanonen, Flugzeuge, sogar Zahnbürsten. Sie verlangten dafür hohe Preise und bestanden darauf, in Gold bezahlt zu werden. Es war somit nicht überraschend, dass die USA, nachdem Fabriken in Europa bombardiert worden waren, große und neue Fabriken besaßen - die von Europa bezahlt wurden - sowie Millionen zurückkehrender Soldaten, die nach dem Krieg bereit waren, alle Güter zu produzieren, die die westliche Welt brauchte. Doch an diesem Punkt besaßen sie zudem mehr als 60% des weltweiten Goldes.

Insgesamt 44 Länder nahmen an der Bretton-Woods-Konferenz teil, die vordergründig dazu gehalten wurde, um die beste Möglichkeit zu diskutieren, eine Nachkriegswirtschaft zu erschaffen. Doch in Wahrheit war es nur eine höflich verschleierte Bekanntgabe, dass die USA nun unbestrittener Chef der Wirtschaft sein würden und es den anderen Nationen erlaubt sei, auf der Erfolgswelle des US-Booms zu reiten, würden sie sich benehmen.

Es war klar, dass die USA vollendete Tatsachen präsentierten und einige Nationen entschieden sich, auf deren Erfolgswelle zu reiten. Die Länder, die eine engere Verbindung hegten, profitierten in den nächsten Jahrzehnten am meisten, während diejenigen, die eine weniger enge Beziehung hatten, weniger erfolgreich waren. Teil des Deals war die Tatsache, dass der Dollar zur weltweiten Standardwährung werden würde, während der Petrodollar währenddessen zur Standardwährung für Ölkäufe wurde.

Den USA ging es gut, und andere Nationen - wie Kanada, UK, der Großteil Westeuropas, Japan und Australien - waren mit dabei. Doch 1971 überraschten die USA die Welt durch Trennung des Dollar von Gold. Die Botschaft lautete essentiell: "Wir brechen unseren Teil der Vereinbarung - Zahlung in Gold - doch erwarten noch immer, dass ihr euren Teil der Vereinbarung haltet und uns weiterhin als Anführer anseht."

Die USA wandten sich dann zunehmend der Schuldenerschaffung als neue Währung zu und auch wenn sich dies - langfristig - als extrem unklug herausstellen würde, so befanden sich die anderen Länder noch immer auf dem Bretton-Woods-Zug. Wie alle Partys dauerte auch diese nicht ewig und heute wird der Zug nicht länger mit echtem Wohlstand betrieben. Er wird nun vollständig mit Schulden befeuert. Und um den Zug am Laufen zu halten, werden nun Billionen Dollar erschaffen.

Wir befinden uns nun an einem entscheidenden Wendepunkt: Der Zug bewegt sich mit unglaublicher Geschwindigkeit auf den Bahnhof zu. Und genau wie bei einem rasenden Zug wird der größte Schaden aus dem Motor resultieren, dem Moment des Crashs. Danach werden alle Wagons, die sich am Zug befanden, beschädigt sein. Die Nationen, die mit den USA wirtschaftlich am engsten verbunden sind, werden am härtesten betroffen sein. Außerdem werden sie entgleisen. Doch diejenigen, die sich am Ende des Zuges befanden, werden weniger Schaden zu verzeichnen haben.

Die meisten Leser werden sich entweder in den USA oder anderen Ländern der ersten Welt befinden. Das bedeutet, dass sie sich bewusst sein werden, dass der kommende Crash ihre Leben dramatisch beeinflussen wird. Doch interessant ist, dass der Großteil annimmt, dass die gesamte Welt ähnlich getroffen werden wird. Das ist nicht der Fall.

Diejenigen, die in den Nachkriegsjahren nicht an die USA gebunden waren, wurden von Mitgliedern der ersten Welt als Länder der zweiten und dritten Welt angesehen - als "unbedeutende" Länder. Doch bald werden wir eine Schicksalswende beobachten können. Dieselben Länder werden am wenigsten betroffen sein und sich besser erholen können als Länder der ersten Welt.

Und was ist mit den Ländern, die bis heute so gut wie gar keine Verbindung zu diesem Zug hatten - diejenigen Länder, die wenig bis gar nichts an oder aus der ersten Welt importieren und exportieren? Nun, wir werden herausfinden, dass sich der Crash so gut wie gar nicht auf ihre Wirtschaften auswirken wird. Diejenigen, die in solchen Ländern leben, könnten den Crash von Weitem beobachten, ihre Köpfe schütteln und ihre Leben weiterleben wie zuvor.

Und wenn wir uns die Länder der ersten Welt unabhängig der anderen Länder vorstellen, so erhalten wir ein visuelles Verständnis darüber, wie wenige von ihnen in den Crash verwickelt werden. Viele andere Länder werden nur minimal betroffen sein. Und andere werden florieren.

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Nun da diese Sache im Gange ist, werden wir eine zunehmende Abweichung zwischen Ländern der zweiten und dritten Welt und den Ländern der ersten Welt beobachten, die seit 1944 mit dem Bretton-Woods-Zug verbunden waren. So wie ein sterbendes Imperium historisch Platz für den Aufstieg dieser Länder macht, die sich zuvor in den Schatten befanden, wird es auch Produktivität, technischen Fortschritt und Freiheiten als Nebenprodukt in diesen Ländern geben, die einst als "unbedeutendere" Spieler angesehen wurden.

Es wird uns überlassen bleiben, ob wir innerhalb der ersten Welt verbleiben werden, während sie sich dem Ende zuneigt, oder ob wir uns dafür entscheiden, nach den Sternen der kommenden Welt zu greifen.


© Jeff Thomas



Dieser Artikel wurde am 29. März 2021 auf www.internationalman.com veröffentlicht und exklusiv für GoldSeiten übersetzt.


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