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Atomkraft - China mit neuem Fünf-Jahresplan!

31.03.2021  |  Uli Pfauntsch
China unterstützt die weitere Entwicklung der kommerziellen Kernenergie als Schlüsselinstrument für seine Bemühungen zur Reduzierung der CO2-Emissionen.

Dies geht aus dem Fünfjahresplan 2021-2025 hervor, der am Freitag dem jährlichen Nationalen Volkskongress in China vorgelegt wurde. Peking sagte, es strebe an, bis 2025 eine installierte Kernkapazität von 70 GW im Vergleich zu etwa 50 GW Ende 2019 zu haben.

Dies würde etwa 20 neuen Reaktoren (2021-2025) entsprechen, obwohl China bereits 12 im Bau hat. China hatte ursprünglich vor, seine installierte Kernkapazität bis 2020 auf 58 GW zu bringen, konnte das Ziel jedoch nach einem Moratorium für neue Projekte nach dem Unfall von Fukushima-Daiichi im März 2011 und Verzögerungen bei einer Reihe von im Bau befindlichen Anlagen der Generation III nicht erreichen.

Zwischen 2020 und 2026 sollen weltweit 48 Leistungsreaktoren fertiggestellt werden, und China wird mit 12 Reaktorbauprojekten führend sein. Dies schließt nicht eine Reihe von Kernkraftwerken ein, die genehmigt wurden, deren Bau jedoch noch nicht begonnen hat. Diese sind Xudabao, Shidaowan und Tianwan-7 und -8.

China hat bereits 50 Kernreaktoren im kommerziellen Betrieb, die dritthöchste Zahl hinter den USA (94) und Frankreich (56). Nach Angaben der Internationalen Atomenergiebehörde machte die Kernenergie 2019 rund 4,9% des Anteils der Stromerzeugung des Landes aus.

Was bedeutet das konkret für das Nachfragemodell? Über die nächsten 5 Jahre wird die Atomkraft-Kapazität voraussichtlich um +20 GW zunehmen, 60 GW über die kommenden 10 Jahre und 130 GW über die kommenden 15 Jahre. Damit dürften der Nachfrage etwa 60 Millionen Pfund/Jahr hinzugefügt werden.

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Versorger unterschätzen globalen Uranmarkt!

Laut dem anvisierten Ziel soll die Kapazität von +50 GW Anfang 2020 auf 70 GW bis 2025 zunehmen. Die Rechnung sieht wie folgt aus:

Ein 1.000 MW Reaktor verbraucht 320.000 bis 430.000 Pfund/Jahr. Eine 20 GW zusätzliche Kapazität entspricht somit (20 Mal 320.000 bis 430.000 Pfund) 6,4 bis 8,6 Millionen Pfund pro Jahr.

6.000.000 Pfund pro Jahr entsprechen etwa der gesamten zukünftigen Produktion der Langer Heinrich Mine in Namibia (Paladin Energy). Und Langer Heinrich ist eine der größten zukünftigen Minen, mit einem Ausstoß von rund einem Drittel der Cigar Lake Mine.

Der Markt und die Versorger unterschätzen, was im Uransektor auf globaler Ebene passiert. Denn neben China haben wir ebenso:

• Die Ambitionen Indiens

• Erneuerung und Wachstum der russischen Atomstromkapazität

• Neustart der japanischen Reaktoren (langsamer als von der Regierung erhofft, doch mehr als 50% der Kapazität von vor-Fukushima werden in den kommenden Jahren schrittweise gestartet)

• Massive Lizenzverlängerungen bestehender Reaktoren in den USA, Kanada, Frankreich, Spanien, Ukraine, etc. Daraus folgt: Jede neue Lizenzverlängerung führt zu zusätzlichen Verhandlungen über Uranversorgung, die zuvor nicht vorgesehen waren.

• Bau von Reaktoren in anderen Ländern als Russland, China und Indien: Großbritannien, Südkorea, Türkei, Vereinigte Arabische Emirate.

• Russlands Präsident Putin plant den Anteil der Atomkraft des Landes von rund 20% in 2020 auf 25% bis 2045 zu erhöhen, was die Fertigstellung von 24 weiteren Atomkraftwerken erfordert, so der Chef des staatlichen Atomkonzerns Rosatom.

• Geplanter Bau neuer Kernkraftwerke in der Ukraine, Pakistan, Türkei, Frankreich, Polen, Ägypten.

• Die zukünftigen Small Modular Reactors (SMRs), die eine zusätzliche große Uran-Nachfrage verursachen werden, weitgehend auf den jeweiligen Betriebsstart konzentriert.



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