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Gold und die USD-Vorherrschaft

02.04.2021  |  Kelsey Williams
Der USD ist die weltweite Reservewährung und das wird sich auch wahrscheinlich nicht allzu bald ändern. Alle Währungen sind Stellvertreter für echtes Geld, d.h. Gold. Und weil alle Regierungen ihre eigenen Währungen inflationieren und zerstören, sind alle potenziellen Alternativen zum USD genauso schlimm oder sogar noch schlimmer. Das stoppt natürlich das Dollar-Bashing nicht. Aus einer allgemeinen, langfristigen Perspektive heraus betrachtet, ist diese Verdammung sogar gerechtfertigt. Denn schließlich hat der USD, der sich unter der Betreuung und dem Auge der Federal Reserve Bank der Vereinigten Staaten befindet, mehr als 98% seiner Kaufkraft verloren.

Die Wahrscheinlichkeit, dass sich Gold erneut als internationales Tauschmittel etabliert, nimmt weiter zu; doch eine Menge schlechte Dinge müssen geschehen, bevor wir diesen Punkt erreichen. Außerdem steht für die Regierungen der Welt zu viel auf dem Spiel, um einfach zu kapitulieren, wenn es um den Stopp der Ausgabe von "Falschgeld" geht.


Goldpreis in Euro und Franken

Aufgrund der Vorherrschaft des USD und seiner Rolle als weltweite Reservewährung wird Gold in USD bepreist und Goldtransaktionen in USD durchgeführt. Doch was heißt das für die anderen Menschen auf der Welt? Beispielsweise diejenigen, die in Deutschland (Euro), Japan (Yen), China (Yuan) oder der Schweiz (Franken) leben? Wenn beispielsweise jemand, der in der Schweiz lebt, Schweizer Franken gegen Gold tauscht, wird ein Preis in Schweizer Franken angegeben. Das scheint ziemlich offensichtlich. Doch wie wird der Goldpreis in Schweizer Franken kalkuliert, wenn der internationale Markt Gold in USD bepreist?

Der Preis, den jemand in Schweizer Franken (und jeder anderen nicht-USD-Währung) bezahlt, wird festgelegt, indem der Wechselkurs zwischen USD und der spezifischen nicht-USD-Währung kalkuliert wird. Basierend auf dieser Kalkulation ist dann bekannt, wie viele Schweizer Franken man braucht, um die Transaktionsmenge in USD anzugleichen. Was hier besonders wichtig ist, ist nicht notwendigerweise offensichtlich. Doch es ist ein wichtiger Faktor, wenn man eine derartige Transaktion betrachtet.

Am 31. Dezember 2013 wurde Gold bei 1.210 Dollar je Unze gehandelt. Und an diesem Tag konnte man 1 Euro gegen 1,3776 USD eintauschen. Deshalb konnte man 842 Euro (1.210 USD geteilt durch 1,3776 = 842) gegen 1.210 USD tauschen, die dann wiederum gegen eine Unze Gold gehandelt werden konnten. Neun Monate später, am 30. September 2014 wurde Gold wieder bei 1.210 Dollar je Unze behandelt. Doch der Wechselkurs für 1 Euro lag bei 1,2629 USD. Auch wenn der Goldpreis in USD unverändert war, so waren die Kosten für eine Unze Gold um 9% auf 958 Euro (1.210 geteilt durch 1,2629 = 958) gestiegen. Technisch gesehen sind die USD-Kosten also für Halter von Euro teurer geworden.

Am 31. Mai 2016, 20 Monate später, wurde Gold erneut bei 1.210 Dollar je Unze gehandelt. Der Euro hatte gegenüber dem USD weiter an Stärke verloren und der Wechselkurs für 1 Euro lag bei 1,1131 USD. Unter Verwendung derselben Kalkulationen waren die Kosten für 1.210 USD erneut gestiegen, diesmal um zusätzliche 13% auf 1.087 Euro. Über die gesamte Zeitspanne von zweieinhalb Jahren (insgesamt 29 Monate) waren die Kosten für den Goldkauf für Eurohalter um 24% gestiegen. Und dennoch war der Goldpreis in USD derselbe. Es gibt mehrere Dinge, die wir daraus entnehmen können.


Nachfrage nach USD

Auf der einen Seite gibt es immer eine Nachfrage nach USD, da dieser im internationalen Handel verwendet wird (auch Öltransaktionen sind in USD bepreist). Auf der anderen Seite müssen Veränderungen der Wechselkurse jeder Währung gegenüber dem USD bedacht und angewandt werden, um die gewünschte Transaktion zu beenden.

Die möglichen Kombinationen sind zahlreich und immer verschieden. Eine Zunahme des Eurowerts gegenüber dem USD in den obigen Kalkulationen hätte uns beispielsweise die gegenteiligen Ergebnisse geliefert, die eigentlich in den Beispielen auftraten. Und natürlich würde jede andere Währung andere Ergebnisse basierend auf ihren Wertveränderungen gegenüber dem USD zeigen. Wechselkurse verändern sich kontinuirlich. Zusätzlich dazu macht das exponentielle Wachstum von Online-Brokerplattformen es für jeden möglich, rund um die Uhr Zugang zu ausländischen Devisenmärkten zu haben. Dies steigert mögliche Volatilität und trägt zur Verwirrung bei.

Es ist außerdem möglich, einen steigenden USD-Goldpreis und einen stärkeren USD gegenüber einer anderen Währung zu verzeichnen. Das ist ein doppelter Schlag gegen die Halter von nicht-USD-Währungen. In den genannten Beispielen könnte der USD-Goldpreis tatsächlich in den angegebenen Zeitspannen abgenommen haben und trotzdem höhere Kosten für Eurohalter verursachen.


Goldpreis vs. Goldwert

Der USD-Goldpreis erzählt uns nicht, "was Gold tut." Er sagt uns, was der USD tut. Oder was er getan hat. Außerdem erzählt er uns, was die Menschen glauben, was mit dem USD derzeit geschieht und was in Zukunft zu erwarten ist (weitere Schwäche, zusätzlicher Verlust von Kaufkraft, etc.). Doch was die Leute denken, ändert sich ständig. Deshalb sind Veränderungen des USD gegenüber Gold andauernd und können recht volatil sein. Über die Zeit hinweg stellt der Goldpreis in USD jedoch eine angemessene Widerspiegelung des USD-Wertes dar.

Der USD-Goldpreis erzählt uns nichts über andere Länder und deren Währungen. Um das zu wissen, müssen wir einen Blick auf die Wechselkurse dieser Währungen gegenüber dem USD werfen. Der Goldwert verändert sich nicht. Es ist ursprüngliches Geld. Der Goldwert ist konstant und unveränderlich. Der Wert des USD ändert sich jedoch ständig. Grund dafür ist die Tatsache, dass die Dollarmenge von der Federal Reserve via konstanter Erhöhung und Reduktion der Geldmenge und des Kredits manipuliert wird.


© Kelsey Williams



Der Artikel wurde am 30. März 2021 auf www.kelseywilliamsgold.com veröffentlicht und exklusiv für GoldSeiten übersetzt.


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