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Ungarische Zentralbank erhöht ihre Goldreserven in weniger als drei Jahren um 3.000%

14.04.2021  |  Ronan Manly
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Die Sprache der MNB im Jahr 2021 ähnelt auch dem, was 2018 verwendet wurde, als der geldpolitische Ausschuss der ungarischen Zentralbank erklärte, man würde große Mengen physisches Gold erwerben:

"Gold wird noch immer als eines der weltweit sichersten Assets angesehen, dessen Charakteristika den einzigartigen Eigenschaften des Goldes zugeschrieben werden können. Dazu zählen das endliche Angebot an physischem Gold und das Ausbleiben eines Kredit- und Gegenparteirisikos, angesichts der Tatsache, dass Gold kein Anspruch gegenüber einem spezifischen Partner oder Land ist."

und

"Gold bleibt eines der sichersten Instrumente der Welt und bietet selbst unter normalen Marktbedingungen eine Funktion zur Stabilitäts- und Vertrauensbildung."

Die aktuellste Pressemitteilung der ungarischen Zentralbank beschreibt den neuen Goldkauf über 63 Tonnen außerdem als Teil eines Prozesses. Dabei sei die erste Phase die Erhöhung der landeseigenen Goldreserven um einen Faktor von 10 im Oktober 2018 gewesen. Dieser neue Kauf 2021 kann nun also als Phase 2 angesehen werden. Die MNB erklärte: "Mit diesen Käufen [im Jahr 2021] setzt die MNB den Prozess fort, der 2018 begonnen wurde." Bei beiden Goldtransaktionen beschrieb die Bank den Golderwerb in Einklang mit "langfristigen nationalen und wirtschaftlichen Strategiezielen."

Während Phase 1 der Goldkäufe in den ersten 2 Wochen des Oktobers 2018 stattfand, gibt die Bank nicht genau an, wann die 63 Tonnen neues Gold erworben wurden. Doch wenn wir davon ausgehen, dass dies im letzten Monat geschah, dann war das Timing gut. Der Spotgoldpreis wurde während dieser Zeit größtenteils in einer Spanne von 1.750 und 1.700 Dollar gehandelt. Der durchschnittliche LBMA-Goldpreis im März 2021 lag bei 1.720 Dollar, das würde einen Kauf von 63 Tonnen Gold also bei einem durchschnittlichen Kaufwert von 3,484 Milliarden Dollar festlegen.

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Ungarn - Nun ein Goldhalter der Spitzenklasse

Dieser Goldkauf katapultierte Ungarn außerdem von Platz 56 auf Platz 36 innerhalb des internationalen Rankings der Landesgoldreserven (ausgenommen IWF, EZB und BIZ Gold). Die kombinierten Goldkäufe über 91,4 Tonnen im Jahr 2018 und 2021 brachten Ungarn von einem kleinen Goldhalter, der auf Platz 87 döste, zu einem Goldhalter der Spitzenklasse innerhalb der oberen 30% der Zentralbanken.

Nun wird Ungarn offensichtlich mehr Aufsehen erregen, wenn es die regulären Cocktailpartys der BIZ in Basel besucht. Wichtiger für die ungarische Zentralbank dürfte jedoch die Tatsache sein, dass dies Ungarn von Platz 6 auf Platz 3 der größten Goldhalter unter den mittel- und osteuropäischen Ländern (MOEL) befördert. Außerdem wurden die Goldreserven pro Kopf in Ungarn von 0,1 Unzen auf 0,31 Unzen erhöht, der höchste Pro-Kopf-Wert innerhalb der MOEL-Region.

Ebenfalls wurde damit der Prozentsatz von Gold als Teil der gesamten Reserveassets von 4,7% auf 14,1% erhöht. Seit 2018 verzeichnete Ungarn in dieser Hinsicht also einen großen Aufstieg und hat nun eine respektable Position an der Spitze eingenommen, sowohl bezüglich absoluter Größe als auch bezüglich des Anteils von Gold innerhalb der Gesamtreserven. Im Oktober 2018 erklärten die ungarischen Zentralbanker:

"Besitz und Zunahme der nationalen Edelmetallbestände scheinen entscheidende internationale Trends zu sein."

Diesmal beschreibt die Pressemitteilung der MNB die Zahlen genauer und erkennt an:

"Die Rolle des Goldes innerhalb der internationalen Reserven wurde bei mehreren Zentralbanken bekräftigt. Mit 656 Tonnen erreichte die Nachfrage der Zentralbanken nach Gold im Jahr 2018, aber auch im Jahr 2019 (669 Tonnen), Rekordhochs."

Des Weiteren stellt diese Goldtransaktion über 63 Tonnen den größten Goldkauf einer Zentralbank im Jahr 2021 und den zweitgrößten Goldkauf einer Zentralbank seit Beginn 2020 dar. Es ist außerdem eine der größten Zentralbankgoldtransaktion "auf dem Markt" seit Beginn 2019, wobei nur Polens Kauf über 100 Tonnen im Jahr 2019 größer ausfiel. Beachten Sie, dass Russland 2019 zwar 158 Tonnen Gold erwarb, dieses jedoch aus der inländischen Bergbauproduktion stammte.


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