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Bankeinlagen explodieren - Lastenausgleich und Inflationsraubzug

19.04.2021  |  Markus Blaschzok
Die Edelmetalle konnten in der vergangenen Handelswoche auf breiter Front deutlich ansteigen, nachdem diese ihre Abwärtstrends überwunden und somit kurzfristige Kaufsignale erzeugt hatten.

Der Goldpreis testete den Widerstand bei 1.790 US-Dollar und der Silberpreis probte den Ausbruch über den Widerstand bei 26 US-Dollar. Einzig der Goldpreis in Euro hängt immer noch am Abwärtstrend fest, womit Gold und Silber in US-Dollar, sowie in Euro entscheidende Marken erreicht haben, an denen sich die Richtung für die nächsten Monate entscheiden wird.

Entweder gelingt der Ausbruch oder wir sahen am Freitag das Hoch einer Zwischenerholung, bevor sich die Korrektur wieder fortsetzen wird. Bricht der Goldpreis in Euro nun den mittelfristigen Abwärtstrend und steigt über den Widerstand bei 1.500 Euro an, so wäre das bullisch für die Edelmetalle auf Sicht der kommenden Monate.

Auch Platin und Palladium halten sich bisher stark, wobei Platin bis dato einen mittelfristigen Aufwärtstrend halten kann und Palladium kurz davor steht sein Allzeithoch bei 2.850 US-Dollar zu erreichen. Angesichts der weltweiten Rezession, auf die Regierungen mit neuen Fiskalprogrammen und dem Drucken von Geld reagieren, besteht ein Umfeld, das für eine weitere Abwertung der staatlichen Fiat-Währungen und diametral gegensätzlich einen weiteren Preisanstieg der Edelmetalle spricht.

Die Rekapitalisierung des Bankensystems schreitet unterdessen voran, was die Summe aller vergebenen Kredite und Einlagen bei den größten vier US-Banken zeigen. Seit den ersten QE-Programmen, nach dem Zusammenbruch von Lehman Brothers in 2008, spaltete sich die bis dahin synchrone Entwicklung von Einlagen und Kreditvergabe auf. Mit den neuen QE-Programmen und dem Helikoptergeld öffnete sich die Schere noch weiter - die Einlagen explodierten förmlich, während die Kreditvergabe einbrach.

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Die Kredite der großen Banken sanken seit Anfang 2020, während die Einlagen stark anstiegen


Die synchrone Entwicklung bis 2008 erklärt sich damit, dass seit der Auflösung des Gold-Devisen-Standards von 1971 bis 2008 die Geldmenge primär durch neu geschaffenes Giralgeld ausgeweitet wurde - aus Krediten wurden neue Einlagen geschaffen. Dieses staatliche Privileg der Banken zur Geldschöpfung wurde bis zum Exzess getrieben, sodass einige Banken in 2008 teilweise das 50-fache ihrer Einlagen verliehen hatten, womit das Kreditgeldsystem vor dem finalen deflationären Kollaps stand.

Die Notenbanken, die Hüter des Bankensystems, hatten von nun an die Aufgabe neues Zentralbankgeld zu drucken, um somit das Bankensystem zu rekapitalisieren und wieder auf gesunde Füße zu stellen. Dies erfolgt durch die Umverteilung von Vermögen weg vom Steuerzahler hin zu jenen, die Kredite vergeben und aufgenommen haben.

Woher die Einlagen bei den Banken kommen, zeigt sich, wenn man diese Einlagen mit der Ausweitung der Geldmenge seitens der Notenbanken vergleicht. Insbesondere das Helikoptergeld, wie beispielsweise die direkten Schecks der US-Regierung, verbessern die Kapitalbasis der Banken sofort.

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Die Notenbanken rekapitalisieren das Bankensystem, was deren oberste Aufgabe ist


Die Einlagen bei JP Morgan wuchsen um 24% allein im ersten Quartal 2021 zum Vorjahr, während die Summe aller Kredite um 4% schrumpfte. Hier zeigen sich einerseits die deflationären Kräfte der Rezession, in dem Ausfall und Abbau von Krediten, während die Notenbanken das System rekapitalisieren und die Geldbasis inflationieren, um es zu schützen. Mit steigenden Zinsen werden in den nächsten Jahren die Kreditausfälle und die deflationären Kräfte zunehmen, während die Notenbanken weiter mit dem Drucken von Geld antworten dürften.

Dennoch muss man konstatieren, dass der Prozess der Rekapitalisierung, der 2008 begann, schon weit fortgeschritten ist, was man auch am Ratio der Kredite zu den Einlagen bei JP Morgan bzw. allen großen vier US-Banken sieht. JP Morgan hält mittlerweile doppelt so viele Einlagen wie Kredite, womit ein systemisches Versagen keine Gefahr mehr darstellt. Die europäischen Banken stehen noch nicht so gut da, was weiterhin vereinzelte Risiken birgt, doch auch hier wird weiter reflationiert. Das neue Zentralbankgeld schafft die Basis für einen künftigen Boom, doch dürfte bis dahin noch ein steiniger Weg vor uns liegen.


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