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EZB-Politik konstant, Klimagipfel in den USA

23.04.2021  |  Christian Buntrock
Der Euro eröffnet heute gegenüber dem USD bei 1,2023 (06:30 Uhr), nachdem der Tiefstkurs der letzten 24 Handelsstunden bei 1,1994 im US-Geschäft markiert wurde. Der USD stellt sich gegenüber dem JPY auf 107,9. In der Folge notiert EUR-JPY bei 129,73. EUR-CHF oszilliert bei 1,10243.

Die EZB bleibt ihrer im März beschlossenen Linie treu. Nachdem beim letzten Zinsentscheid beschlossen wurde, das Kaufvolumen für das zweite Quartal zu erhöhen, wurde dieser Kurs gestern bekräftigt. Gleichwohl soll das Gesamtvolumen des Ankaufprogramms aber zunächst bei 1,85 Billionen Euro verbleiben. Ob das Volumen noch einmal erhöht oder vielleicht sogar vorzeitig gesenkt wird, hänge von den Umständen ab, die sich im weiteren Verlauf der Pandemie ergeben.

Die Umstände ergeben sich ergeben auf der Chancenseite aus der zunehmenden Geschwindigkeit der Impfkampagnen, Risiken sieht die EZB in den möglichen Folgen von gefährlichen Mutationen des Corona-Virus.

So überwögen kurzfristig die Abwärtsrisiken, mittelfristig entsteht ein ausgewogenes Bild aus. Entscheidend für die EZB sind die Finanzierungsbedingungen für die Wirtschaftssubjekte, dies machte Frau Lagarde überaus deutlich. Eine weitere – auch von Kommentatoren der Wirtschaftspresse - geforderte darüber hinausgehende Bestimmung der Position ist damit nicht mehr nötig. Die EZB hat gestern deutlich gemacht, dass zumindest für die Eurozone weiterhin ein Zentralbankput existiert. Eine Diskussion über Tapering-Maßnahmen verbietet sich aus Sicht der Zentralbanker zum aktuellen Stand. Rechnen Sie auch für die nächsten Jahre mit negativen Realzinsen!

Die Impfpolitik ist zum wichtigen Erklärungsfaktor für die Zentralbankpolitik geworden. Daraus ergibt sich: den Takt für die westliche Welt gibt die FED vor, die EZB liegt hinter der Kurve.


US-Arbeitsmarkt gewinnt an Schwung

Die Folgen der Impfpolitik finden Sie in den neusten Zahlen zu den Anträgen für die Arbeitslosenversicherung der US-Bundesstaaten. Diese fielen überraschend deutlich auf ein neues Pandemie-Tief. Die Erstanträge sanken in der Woche zum 17. April um 39.000 auf 547.000, von Analysten erwartet worden sind 610.000 Anträge.

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In den USA kann sich der für das Land wichtige Servicesektor erholen. Viele Arbeitgeber besetzen wieder Stellen, die auf Grund der Maßnahmen in der Pandemie geschlossen worden waren.


Online-Klima-Gipfel in den USA

US-Präsident Biden hat mit dem Regierungswechsel eine 180°-Wendung in der Klimapolitik vollzogen: auf dem von ihm einberufenen Klima-Gipfel versprach er, den Ausstoß von Treibhausgasen bis 2030 zu halbieren und die Klimahilfe für Entwicklungsländer zu verdoppeln. Auch weitere Länder wie Kanada, China, Japan und Brasilien kündigten zusätzliche Maßnahmen zum Klimaschutz an. Die Schritte wären ausnahmslos zu begrüßen. Rechtliche Verpflichtungen ist damit aber kein Land eingegangen. Es wurden lediglich neue Ziele formuliert.

Offen bleibt, ob die USA den Wechsel glaubhaft gestalten können. Berechtigterweise fragen dritte Länder, ob die USA in Zukunft Verpflichtungen auch nach einem Regierungswechsel nachkommen würden. Es muss sich ebenso noch zeigen, ob die US-Umweltprogramme mit einem "America-first"-Ansatz verbunden werden oder ob die USA auch bereit zu einem offenen Technologieaustausch sind.

Es ist nicht zu vergessen, dass Europa und China in vielen Bereichen die Technologieführerschaft besitzen und die USA sich in der Nachzüglerrolle befinden. Wie wird die US-Regierung mit dieser Lage umgehen? US-Außenminister Antony Blinken äußerte sich martialisch: »Wenn Amerika dabei scheitert, die Welt im Kampf gegen den Klimawandel anzuführen, wird von unserer Welt bald nicht mehr viel übrig sein.«

Nach diesen Worten zielt die neue US-Regierung auf die Rolle des Hegemonen bei einem Thema ab, dessen Existenz vor neun Monaten noch geleugnet worden war und das auch noch der innenpolitischen Durchsetzung bedarf. Anders ausgedrückt: derjenige, der am lautesten schreit und noch nichts gemacht hat, will jetzt die Welt beim Klimaschutz anführen.

Zusammenfassend ergibt sich ein Szenario, das den USD gegenüber dem Euro favorisiert. Ein Überwinden der Widerstandszone im Währungspaar EUR/USD bei 1.2090 - 1.2120 neutralisiert den positiven Bias des USD.

Viel Erfolg!


© Christian Buntrock
Solvecon Invest GmbH



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