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Drei Gründe, warum das Abwarten auf "billigeres Silber" nicht lukrativ ist

04.05.2021  |  David Smith
Wenn Sie noch immer darauf warten, physisches Silber zu erwerben, um Ihre Ansammlung zu beginnen, dann spielen Sie derzeit eine finanzielle Partie Russisches Roulette... mit vier Patronen in der Waffe. In den sozialen Medien wird über den Kauf von Silber und Gold gesprochen, wenn deren Preise sinken. "Wenn Silber auf 22 runtergeht, steige ich ein!" "Wenn diese exzessiven Aufpreise einige Dollar fallen, rudere ich zurück."


1) Emotionen und Stimmung

Glauben Sie es oder nicht: Zu einem Preisrückgang zu kaufen, widerspricht der menschlichen Natur. Das ist etwas merkwürdig, da Sie Ihren Kühlschrank sicherlich mit Ihrem Lieblingsfleisch vollstopfen würden, wäre dieses während Ihres Einkaufs im Angebot. Doch zurück zu den Metallen. Wie viele Leute kennen Sie, die im Frühling 2020 Silber erwarben, als es kurzzeitig auf 12 Dollar fiel? Oder 2008, als es auf 9 Dollar fiel... bevor es in weniger als drei Jahren auf 50 Dollar stieg? Haben Sie gekauft?

Eine weitere große Veränderung - scheinbar widersprüchlich - ist die Tatsache, dass zunehmend gut studierte Investoren kaufen, egal ob der Preis steigt oder fällt, wobei das Einzelhandelsangebot kontinuierlich reduziert wird. Ihre Stimmung scheint nicht so einfach zu beeinflussen zu sein wie die Emotionen derjenigen, die sich weiterhin vor Rückgängen fürchten, oder - wie es bei den meisten Amerikanern der Fall ist - sich noch nicht bewusst sind, wie schnell die von der Regierung verursachte Inflation am Wert ihrer Renten und ihrer Dollar nagt.

Während Marktturbulenzen sorgen die Nachrichten unausweichlich für einen Stimmungseinbruch, was Käufe selbst für uns, die viele Jahre an diesen Märkten tätig waren, schwierig macht. Eine der wichtigsten Eigenschaften eines Investors, der langfristig Erfolg hat, ist die Fähigkeit "zu kaufen, wenn andere verkaufen und zu verkaufen, wenn andere kaufen." Es ist wie die Gewohnheit, ins Fitnesscenter zu gehen. Irgendwann wird es nicht mehr einfacher.

Egal wie stark Ihre ursprüngliche Motivation war, es kann trotzdem schwer sein, durch die Tür zu treten und dranzubleiben. Um mehr Silber zu kaufen, wenn die Stimmung negativ ist - wie es jetzt der Fall ist - dann "kaufen Sie weniger als rational ist", wie Stewart Thomson von Galactic Update meint. Wie viel ist weniger wichtig als die Beibehaltung dieser Gepflogenheit.


2) Aufpreise

Vor einem Jahrzehnt veränderten sich die Aufpreise nicht sonderlich. Nun gibt es einen anderen Maßstab. Wenn der Preis fällt, kaufen die Leute mehr. Das Angebot versiegt, weil die Silberunternehmen weniger produzieren und legitime Verkäufer - die nicht versuchen, jemanden über das Ohr zu hauen - Aufpreise erhöhen, weil sie deutlich mehr für das Angebot bezahlen. Wenn sie das, was sie besitzen, für einen lächerlichen Papierpreis verkaufen, der die wirkliche Marktrealität nicht widerspiegelt, dann besitzen sie kein Produkt.

Schlimmer für Nonkonformisten, die auf einen Preisrückgang warten, ist die Tatsache, dass die Aufpreise so hoch steigen, dass ihre Kosten noch höher ausfallen als die Abnahme des physischen Preises. Beispielsweise konnte man amerikanische Silver Eagles einst mit einem Aufpreis von 3 Dollar über einer Bullionmünze desselben Gewichts erwerben. Heute liegt ein Eagle mindestens 10 Dollar über dem Spot. Wenn Sie also auf Silber bei 22 Dollar warten (und sollte es tatsächlich so weit steigen), werden Sie 32 Dollar je Münze für das Privileg zahlen müssen - Wenn Sie überhaupt welche finden.

Schieben Sie Kanada die Schuld in die Schuhe. Wenn Sie zu unseren Nachbarn im Norden gehören und vor einigen Jahren kein Silber erwarben, als der CAD ähnlich wie der USD gehandelt wurde, dann müssen Sie aufgrund des eher ungünstigen Wechselkurses nun zusätzliche 20% bezahlen. Ein doppelt teurer "Aufpreis" unter anderem Namen? Verzeihen Sie unseren kanadischen Freunden, dass es ihnen gerade schwerfällt, "zurückzurudern."

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3) Angebot vs. Nachfrage

In den alten Tagen, als der Preis fiel, konnte man einfach hergehen und tun, was man wollte, weil die Leute aufhörten, zu kaufen, und es genug Angebot gab, teilweise weil die weltweite Silberproduktion jedes Jahr einen Überschuss verzeichnete. Die Erträge der wenigen primären Silberminen sind seit einem Jahrzehnt gefallen, doch der Rückgang der produzierten Gesamtunzen tauchte erst in den letzten Jahren innerhalb der Jahresberichte auf.

Das Jahr 2021 markiert wahrscheinlich das vierte, aufeinanderfolgende Jahr dieses Musters. Demnach herrscht nun ein tiefgreifend veränderter und systemischer Angebotsmaßstab vor. Eine historische Anomalie. Dies wird zusammengeführt von zwei strukturellen Veränderungen - die für jeden, der derzeit lebt, ein "erstes Mal" darstellen.

Wie oben erwähnt, stecken wir bereits in einem strukturellen Angebotsrückgang - verschlimmert durch die Tatsache, dass der Großteil des Silbers, das in modernen Geräten verwendet wird, nicht rückgewinnbar ist, und somit nicht wiederzuverwenden ist. Die wenige, neue Silberproduktion, die online geht, reicht einfach nicht aus, um diese Tatsache allzu bald zu ändern. Hinzu kommt eine Welle neuer Nachfrage von Investoren und Industrie.

Wie Palladium, das dieselbe Angebots- und Nachfrageveränderung (Defizit) im kleineren Maße durchlief, wird das Endergebnis letztlich eine Preisexplosion nach oben sein. Ob Sie nun also an "Verschwörungstheorien" glauben oder nicht: Silber, anders als jeder andere Rohstoff, wurde in den vergangenen Jahrzehnten massiv von Short-Verkäufern "manipuliert", die Papiersilberderivate an den Markt befördern, um den echten Preis weit von dem entfernt zu halten, wo er sich eigentlich befinden sollte.

Dabei profitieren sie mithilfe der resultierenden Volatilität in beiden Richtungen. Die Verzerrungen zwischen Preis und Wert sind seit langem so außer Lot geraten, dass praktisch niemand von uns weiß, wie der Preis eigentlich lauten sollte. In Kürze werden wir das wahrscheinlich herausfinden... Das Abwarten auf einen "günstigeren" Silberpreis ist nicht wirklich lukrativ.


© David Smith
The Morgan Report



Der Artikel wurde am 27. April 2021 auf www.moneymetals.com veröffentlicht und exklusiv für GoldSeiten übersetzt.

Hinweis: Der Brief "Der Morgan Report" kann in deutscher Sprache unter www.morgan-report.de abonniert werden.



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