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Rohöl: Doji im Cluster

17.05.2021  |  Björn Heidkamp
Der abgebildete Chart zeigt die langfristige Kursentwicklung des Rohöl-Futures von 2006 bis heute, bei Kursen von 65,37 USD/Barrel. Ein Notierungsstab bildet das Kursverhalten des Rohöl-Futures für jeden Monat ab.

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Langfristiger Aufwärtstrend intakt

Aus der Perspektive des langfristigen Monatscharts befindet sich der WTI Future in einem klaren Aufwärtstrend. Ausgelöst durch das Kaufsignal im November 2020 legten die Kurse bis Anfang März dynamisch bis auf 66,40 zu. Im Zuge dieser Aufwärtsbewegung wurde die seit Mitte 2014 bestehende eingezeichnete langfristige Abwärtstrendlinie überschritten.


Neue Jahreshochs ohne Anschlussbewegung

Ausgehend von dem Bewegungshoch im März korrigierte der WTI-Future den starken Anstieg der Vormonate. Im April fielen die Kurse bis auf ein Tief von 57,30, ehe sich die Bullen erneut durchsetzten, um das Märzhoch wiederholt in Angriff zu nehmen. Am 05. Mai wurde dieses Bewegungshoch bei 66,40 minimal überschritten und ein neues Jahreshoch bei 66,76 erreicht. Eine Anschlussbewegung nach oben blieb jedoch aus, so dass sich die Bullen bis dato an der Hürde von 66 bis 67 die Zähne ausgebissen haben.


Trendbestätigende Konsolidierung?

Aus der Sichtweise des mittelfristigen Wochencharts wurde der Aufwärtstrend seit März unterbrochen. Der WTI-Future handelt nun seit zweieinhalb Monaten in einem neutralen Stauraum zwischen 57 und 67.

Typisch für derartige Konsolidierungen ist der Notierungsstab der abgelaufenen Woche, bei dem der Eröffnungs- und der Schlusskurs auf dem gleichen Niveau liegen. Dieser sogenannte "Doji" Notierungsstab signalisiert die Unentschlossenheit der Marktteilnehmer. Der Kampf zwischen Bullen und Bären ist ausgeglichen.

Bei solchen Konsolidierungen handelt es sich im Regelfall um mittelfristige Seitwärtspendelbewegungen, die zwar die Chance auf eine Umkehrformation andeuteten, danach aber in der Mehrzahl der Fället mit einem neuen Signal in Richtung des übergeordneten Haupttrends aufgelöst werden.


Rohöl weiterhin im Bereich erhöhter Abgabebereitschaft

Insgesamt befindet sich die oben angegebene Konsolidierung des Rohöls weiterhin im Widerstandsbereich höchster Qualität zwischen 61 und 66,60. Neben der überschrittenen langfristigen Aufwärtstrendlinie befinden sich dort wichtige horizontale Widerstände, resultierend aus deutlichen Marktwendenpunkten aus 2019 und 2020. Im Regelfall benötigt es mehrere Anläufe, um derartige "Beton-Widerstände" zu überschreiten.

Aufgrund der Korrekturbewegung im März und der laufenden Konsolidierung über den Faktor Zeit weichen sich die Widerstände etwas auf. Somit haben sich die Chancen auf eine Fortsetzung der bestehenden langfristigen Aufwärtsbewegung verbessert. Aus Sicht der Bullen ist die Verteidigung der Marke von 57 zur Aufrechterhaltung dieser positiven Ambitionen elementar, da sich ansonsten das markttechnische Bild stark verschlechtern würde.

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Fazit:

Aus der Perspektive des langfristigen Monatscharts befindet sich Rohöl spätestens seit November 2020 wieder in einem übergeordneten Aufwärtstrend. Langfristig dürften die Chancen somit weiter auf der Long-Seite zu finden sein.

Aus der mittelfristigen Sichtweise des Wochencharts wurde der bestehende Aufwärtstrend in den letzten Wochen durch eine trendbestätigende Konsolidierung zwischen 57 und 67 abgelöst.

Innerhalb dieser neutralen Zone findet der WTI-Future um 63 und dann bei 60 kurzfristig weitere leichte Unterstützung. Jedoch erst Kurse außerhalb dieser Seitwärtsbewegung etablieren einen neuen mittelfristigen Trend.

Überschreitet der WTI Future Rohöl das kritische Niveau um 67 sind als nächsthöhere Etappenziele die eingezeichneten Widerstände um 70, 74 bis 77 zu definieren.

Fällt Rohöl unter 57 würde eine mittelfristige obere Umkehrformation ausgebildet werden. Ferner würden viele wichtige mittelfristige technische Indikatoren ein Verkaufssignal generieren, sodass sich größeres Korrekturpotential bis Minimum 50 eröffnen würde.

Insgesamt ist dem erstgenannten Szenario die höhere Wahrscheinlichkeit zuzurechnen.

Erst Kurse unter 43 neutralisieren das langfristig positive Gesamtbild.


© Björn Heidkamp
www.kagels-trading.de


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