Suche
 
Folgen Sie uns auf:

Marktlage - IEA fordert Investitionsstopp - North Stream 2

19.05.2021  |  Christian Buntrock
Der Euro eröffnet heute gegenüber dem USD bei 1,2235 (06:30 Uhr), nachdem der Tiefstkurs der letzten 24 Handelsstunden bei 1,2163 im US-Geschäft markiert wurde. Der USD stellt sich gegenüber dem JPY auf 108,92. In der Folge notiert EUR-JPY bei 133,26. EUR-CHF oszilliert bei 1,0975.

An den Märkten herrscht kurzfristig leichte Abgabestimmung, im übergeordneten Bild verharren die großen Indizes in der Nähe von Jahres- und Allzeithöchstständen. Im Segment der Technologieaktien bleiben die Anleger gefangen zwischen Inflations- und Zinsängsten auf der einen Seite und guten Ergebnissen der Unternehmen auf der anderen Seite. Hier ist die Stunde der Stock Picker gekommen, das Chance/-Risikoverhältnis für Investments in der Breite dieser Märkte hat sich in der jüngsten Zeit verschlechtert.

Auf der Währungsseite gewinnt der Euro weiter an Fahrt gegen den US-Dollar, das positive Momentum könnte von einer weiteren Öffnung der Volkswirtschaften getragen werden, zunächst gilt es jedoch die nächsten Widerstandzonen bei 1,2240 / 1,2300 zu brechen. An den Zinsmärkten bleibt die Tendenz zu steigenden Renditen in Europa und den USA bestehen. Seitens Zentralbanken kleinerer Volkswirtschaften (Norwegen, Kanada) steigt die Wahrscheinlichkeit von ersten Zinserhöhungen.


IEA fordert Investitionsstopp für Öl- und Gasprojekte

Für Unternehmen aus dem Bereich Erneuerbare Energien brach die International Energy Agency (IEA) mit ihrer neusten Veröffentlichung eine Lanze.

Die IEA veröffentlichte einen Wegweiser zu einer CO2 neutralen Weltwirtschaft und forderte einen Investitionsstopp für Öl- und Gasprojekte, um das Ziel der Klimaneutralität bis 2050 zu erreichen.

Zu den weiteren aufgeführten Maßnahmen zählen der Stopp des Verkaufs von Autos mit Verbrennungsmotor auf der ganzen Welt ab 2035 sowie der Stopp des Baus konventioneller Kohlekraftwerke per sofort.

Die IEA prognostiziert die aus diesen Forderungen abgeleiteten Marktwirkungen: Es ergäbe sich ein Nachfrageeinbruch für Öl. Bis 2030 sei mit einem Ölpreis von ca.35 USD je Barrel zu rechnen. Viele bereits bestehende Förderanlagen würden sich als Investitionsruinen herausstellen.

Es steht außer Frage, dass das von der IEA postulierte Ziel der Klimaneutralität erreicht werden muss. Die große Frage ist das "Wie". Investitionsverbote oder Technologiefestlegungen werden dem Klima mehr schaden als nutzen. Auch wenn solche Maßnahmen in der Öffentlichkeit einfach zu vertreten sind.

Jede ausgestoßene Tonne CO2 richtet auf der Welt den gleichen Schaden an. Um eine Lenkungswirkung für den Klimaschutz zu erzielen, sollte somit jede entstandene Tonne CO2 gleich bepreist werden, egal aus welchem Sektor sie stammt. Ausweichbewegungen in die "billigeren" Sektoren wäre andernfalls die Folge.

Ist der Preis für den CO2 Ausstoß hoch genug, müssen Kohlekraftwerke nicht verboten werden, sie werden von den Betreibern von allein geschlossen. Großbritannien hat dies verstanden. Die britische Regierung ließ durch die Einführung eines CO2-Preises die Kohlekraftwerke ohne einen Cent Entschädigungszahlung durch die Eigentümer selbst aus der Produktion nehmen. Es spricht Bände, dass Deutschland für seine Kohlekraftwerke Entschädigungszahlungen in Milliardenhöhe aufbringen muss und immer noch Kohle verstromt.

Warum erhebt die Bundesregierung eine CO2 Steuer von 25 € je Tonne auf Benzin ab 2021, wenn der Marktpreis an der Börse bei 53 € liegt? Weil die Regierung dem Bürger nicht mit Konsequenz in die Augen schaut. Gleichzeitig zahlt sie aus den Steuertöpfen Subventionen für Elektroautos. Die beste Subvention für Elektroautos oder technologieoffen gesprochen andere Lösungen ist korrekt bepreister Kraftstoff. Wenn der Weg zur Zapfsäule die Laune verdirbt, führt er zum Autohändler.

Warum in der EU eine Ausweitung der CO2 Zertifikatelösung abgelehnt wird, ist einfach zu übersetzen: wasch mich, aber mach mich nicht nass. Innerhalb der Zertifikatelösung wird die Ausstoßmenge am Jahresbeginn festgelegt, danach entsteht je nach "Verschmutzungsbedarf" ein Marktpreis. Der maximale CO2 Ausstoß und Umweltschaden sind aber fix. Bei einer Steuerlösung können die Produzenten so viel emittieren, wie sie möchten. Sie zahlen nur einen Steuersatz auf die Ausstoßmenge. Der mögliche CO2 Ausstoß ist unbegrenzt und kann das Klimaziel konterkarieren.

Der IEA-Generaldirektor Fatih Birol sieht in der Eindämmung des Temperaturanstiegs die "vielleicht größte Herausforderung, der die Menschheit jemals entgegenstand."

Er hat Recht. Der Preis für Umweltschutz ist geringer als die Kosten, die andernfalls auf uns als Gesellschaft zukommen. Wir stehen aber vor der der Wahl, wie teuer und effizient der Umweltschutz wird. Der Einsatz von Marktmechanismen ist ein wichtiger Teil der Lösung, ein planwirtschaftlicher Verbotsansatz und das Festlegen auf Technologien ist populistisch, da einfach zu verstehen, aber ineffizient.


USA planen teilweise Sanktionen wegen Nord Stream 2 auszusetzen

Laut US-Medienberichten überlegt die US-Regierung Sanktionen gegen deutsche Beteiligte des Pipeline-Projekts aufzuheben. Ziel sei es, das angeknackste deutsch-amerikanische Verhältnis zu verbessern. Zugleich halte sich die US-Regierung die Möglichkeit offen, diese Sanktionen jederzeit wieder einzusetzen. Auch sollen die russischen Geschäftspartner weiter sanktioniert werden. Ebenso sollen weiter Maßnahmen ergriffen werden, um das Projekt zu verhindern.

Die bisher bestehenden US-Sanktionen sind ein Eingriff in die Souveränität Deutschlands. Verbessert es die Beziehungen zwischen beiden Ländern, wenn dieser Eingriff je nach Gusto wieder genutzt werden kann? Beziehungen verbessern sich, wenn glaubwürdig auf unlautere Mittel verzichtet wird. Würden die USA es als Verbesserung der Beziehungen sehen, wenn Deutschland "nur" die Geschäftspartner der USA aus nationalem Interesse sanktioniert?

Zusammenfassend ergibt sich ein Szenario, das den Euro gegenüber dem USD favorisiert. Ein Unterschreiten der Unterstützungszone im Währungspaar EUR/USD bei 1.1690 - 1.1720 neutralisiert den positiven Bias des EUR.


© Christian Buntrock
Solvecon Invest GmbH



Hinweis: Der Forex-Report ist eine unverbindliche Marketingmitteilung der SOLVECON INVEST GMBH, die sich ausschließlich an in Deutschland ansässige Empfänger richtet. Er stellt weder eine konkrete Anlageempfehlung dar noch kommt durch seine Ausgabe oder Entgegennahme ein Auskunfts- oder Beratungsvertrag gleich welcher Art zwischen der SOLVECON INVEST GMBH und dem jeweiligen Empfänger zustande.

Die im Forex-Report wiedergegebenen Informationen stammen aus Quellen, die wir für zuverlässig halten, für deren Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität wir jedoch keine Gewähr oder Haftung übernehmen können. Soweit auf Basis solcher Informationen im Forex-Report Einschätzungen, Statements, Meinungen oder Prognosen abgegeben werden, handelt es sich jeweils lediglich um die persönliche und unverbindliche Auffassung der Verfasser des Forex-Reports, die in dem Forex-Report als Ansprechpartner benannt werden.

Die im Forex-Report genannten Kennzahlen und Entwicklungen der Vergangenheit sind keine verlässlichen Indikatoren für zukünftige Entwicklungen, sodass sich insbesondere darauf gestützte Prognosen im Nachhinein als unzutreffend erweisen können. Der Forex-Report kann zudem naturgemäß die individuellen Anlagemöglichkeiten, -strategien und -ziele seiner Empfänger nicht berücksichtigen und enthält dementsprechend keine Aussagen darüber, wie sein Inhalt in Bezug auf die persönliche Situation des jeweiligen Empfängers zu würdigen ist. Soweit im Forex-Report Angaben zu oder in Fremdwährungen gemacht werden, ist bei der Würdigung solcher Angaben durch den Empfänger zudem stets auch das Wechselkursrisiko zu beachten.



Bewerten 
A A A
PDF Versenden Drucken

Für den Inhalt des Beitrages ist allein der Autor verantwortlich bzw. die aufgeführte Quelle. Bild- oder Filmrechte liegen beim Autor/Quelle bzw. bei der vom ihm benannten Quelle. Bei Übersetzungen können Fehler nicht ausgeschlossen werden. Der vertretene Standpunkt eines Autors spiegelt generell nicht die Meinung des Webseiten-Betreibers wieder. Mittels der Veröffentlichung will dieser lediglich ein pluralistisches Meinungsbild darstellen. Direkte oder indirekte Aussagen in einem Beitrag stellen keinerlei Aufforderung zum Kauf-/Verkauf von Wertpapieren dar. Wir wehren uns gegen jede Form von Hass, Diskriminierung und Verletzung der Menschenwürde. Beachten Sie bitte auch unsere AGB/Disclaimer!




Alle Angaben ohne Gewähr! Copyright © by GoldSeiten.de 1999-2021.
Die Reproduktion, Modifikation oder Verwendung der Inhalte ganz oder teilweise ohne schriftliche Genehmigung ist untersagt!

"Wir weisen Sie ausdrücklich auf unser virtuelles Hausrecht hin!"