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Inflation schießt auf 5% nach oben

11.06.2021  |  Hannes Huster
Gestern kamen die Inflationsdaten für Mai in den USA. Im April lag die Inflation bei 4,20% und für Mai wurden 4,70% erwartet. Tatsächlich waren es dann 5%. Wir haben also ein stark inflationäres Umfeld und die FED, sowie die US-Finanzministerin Yellen betonen immer wieder, dass es ein vorübergehendes Event mit steigenden Inflationsraten sei.

Wenn man sich mit der Historie von Inflation beschäftigt hat, dann weiß man, dass dies eine gewagte Aussage ist. Die steigenden Preise lösen in der Regel eine Kettenreaktion aus.

Natürlich weiß das auch Frau Yellen, sowie alle FED-Mitglieder, nur dürfen sie das natürlich in dieser Form nicht sagen.

Zunächst sehen wir steigende Preise im Rohstoffsektor und dies in allen Bereichen, von Metallen hin zu Nahrungsmitteln. Es folgen dann die Preisanpassungen der im Produktionszyklus eingebundenen Unternehmen. Zunächst auf B2B-Ebene (von Unternehmen zu Unternehmen), dann von B2C (Unternehmen zum Endkunden). Die psychologische Wirkung auf die Endverbraucher ist ebenfalls schwer zu kalkulieren.

Wir sehen diese Entwicklung in Deutschland derzeit bereits in vielen Bereichen. Greifen wir den Hausbau heraus. Seit Monaten ziehen die Preise für Bauholz, Kunststoffe und andere nicht ersetzbare Materialien deutlich nach oben. Viele Menschen, die sich mitten im Bau befinden, kämpfen bereits mit nicht verfügbaren Baustoffen und massiven Preissteigerungen.

Potenzielle Häuslebauer setzt dies nun unter Druck. Was sollen sie tun? Versuchen, noch schnell zu starten, oder den Traum vom Eigenheim zunächst auf Eis legen?

Auch im kleineren Bereich kann eine für den Endkunden offensichtliche Inflation zu zügigen Kaufentscheidungen führen. Anschaffungen, die man vielleicht länger vor sich hergeschoben hat, auch aufgrund der Unsicherheit mit der Pandemie, werden dann aus Angst vor weiteren Preissteigerungen durchgeführt, was dann zu weiter steigenden Preisen führt.

Dann haben wir noch die Lohn-Inflation.

In Deutschland fallen die Reallöhne eigentlich seit vielen Jahren. Ich habe dieses Thema vor längerer Zeit schon einmal ausführlich behandelt. Durch den Euro und die unendlichen Transferleistungen von den zahlenden Ländern zu den Zahlungsempfängern hatten wir in Europa die Situation, dass die "Zahler" real betrachtet mit Lohnrückgängen zu kämpfen hatten, während die Empfänger der Transferleistungen (Spanien, Italien, Griechenland) reale Lohnsteigerungen hatten. Die Löhne werden früher oder später steigen müssen, daran führt kein Weg vorbei.

Schon jetzt sehen wir in den USA das Phänomen, dass es über 9 Millionen verfügbare Stellen gibt (Meldung vom Dienstag), diese aber kaum besetzt werden können. Das zeigt uns auch, was die großzügigen "Schecks" der US-Regierung an die Amerikaner für eine Signalwirkung hatten.

Warum sollte man den Zweit- oder Drittjob wieder annehmen, wenn man vom Staat weiterhin Zahlungen erhält und in der neu gewonnen Freizeit vielleicht noch mehr mit dem Zocken an der Börse verdienen kann?


Fazit:

Die Inflation ist ein komplexes Thema und sicherlich nicht so einfach, wie es sich oft darstellt. Es gibt viele Facetten und einfach davon auszugehen, dass wir nun bei 5% den vorläufigen Inflationshöhepunkt erreicht haben, ist mir zu simpel. Ich denke der Markt kommt so langsam, aber sicher dahinter, dass die FED diese Inflation nicht verhindern möchte, sondern extrem froh darüber ist, dass sie es endlich geschafft hat, diese Inflation anzukurbeln.

Seit Anfang der 2000er Jahre und speziell nach der Finanzkrise im Jahr 2009 war es das Ziel der Notenbanken, die Inflation auf 2% zu treiben. Dies ist mehrfach gescheitert. Nun hat man über die Corona-Pandemie, die nie dagewesenen Gelddruckorgien, kombiniert mit Nullzinsen und Billionen von Staatsausgaben endlich erreicht, dass die Party losgeht.

Eine stetig hohe Inflation über einen längeren Zeitraum bzw. eine kürzere Phase mit sehr starker Inflation würde den Staaten helfen, das Geld relativ sanft von den Sparern zu stehlen, um so die Rekord-Schuldenberge zurückzufahren.

Das war schon seit 20 Jahren der Plan und warum sollte die FED diesen Prozess nun stoppen, indem sie zu starken Zinsschritten nach oben greift und damit zusätzlich den wirtschaftlichen Aufschwung nach der Corona-Pandemie riskieren würde?

Daher nochmals simpel und knapp: Die FED will die Inflation nicht verhindern, sondern sie ist froh, dass sie endlich da ist! Sobald alle Marktteilnehmer das verstanden haben, wird der Crack-Up-Boom richtig Fahr aufnehmen und alle Sachwerte in ungeahnte Höhen treiben.


© Hannes Huster
Quelle: Auszug aus dem Börsenbrief "Der Goldreport"



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