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Uransektor: Bestes Setup aller Zeiten!

19.06.2021  |  Uli Pfauntsch
Ein Vergleich der weltweiten Atomreaktoren und des Uranbedarfs im Vergleich zwischen Mai 2007 (dem Höhepunkt des Uran-Bullenmarkts) und Mai 2021 zeigt folgendes Bild:

• Reaktoren in Betrieb - 437 zu 443
• Reaktoren im Bau - 30 zu 56
• Uranbedarf - 66.529 zu 68.269 Tonnen
• Spotpreis - 136 Dollar zu 32 Dollar/Pfund

Hinzu kommt: damals befanden sich mehrere neue Minen im Bau und es gab kein Angebotsdefizit. Im Jahr 2021 befindet sich der Markt in einem Rekord-Defizit, das über das gesamte Jahrzehnt anhalten wird. Keine neuen Minen sind im Bau, und zwei große Uranminen (Ranger in Australien + Cominak in Niger) sind kürzlich für immer geschlossen worden.

Darüber hinaus entwickeln zahlreiche Staaten die neueste Generation der Reaktoren (SMRs) mit Hochdruck, gewähren Laufzeitverlängerungen für bestehende Reaktoren und planen den Bau zusätzlicher Atomkraftwerke, um ihre Klimaziele zu erreichen.

Der Bear Traps Report veröffentlichte zuletzt Kaufsignale für zwei Uranwerte unter dem Hinweis, dass China 20 neue Atomkraftwerke zwischen 2016 und 2020 mit einer Gesamtkapazität von 23,4 GW gebaut hat, was zu einer Verdopplung der Kapazität auf 47 GW führte. Genau dies wird voraussichtlich während des nächsten 5-Jahresplans nochmals passieren, der das Ziel von 70 GW Atomstrom vor 2025 hat.

Im Bear Traps Report heißt es: "Diese Zahl entspricht aus unserer Sicht 50% der echten Nachfrage. China (wächst dreimal so schnell als Europa) führt nun die Welt in der Gesamt-Energieproduktion an und produziert fast zweimal so viel Strom als die USA tut, 4,4 Billionen KWh versus 7,5 Billionen kWh in China pro Jahr. Derzeit beliefern mehr als 1.000 Kohlekraftwerke China versus 260 in den USA. Zusätzlich zu rund 1.000 Gigawatt bestehender Kohlekapazität, hat China 121 Gigawatt Kohlekraftwerke im Bau. Chinas Kohlekraft-Kapazität stieg netto 29,8 GW in 2020, obwohl der Rest der Welt um 17,2 GW kürzte (laut Global Energy Monitor)".

Zum Vergleich: in Deutschland gibt es derzeit 130 Kohlekraftwerke mit einer Kapazität von 23,7 GW Steinkohle und 21,2 GW Braunkohle. Das bedeutet: allein die Kohlekraft-Kapazität, die sich in China im Bau befindet, wäre ausreichend, um ganz Deutschland zu versorgen. Angesichts dieser Dimensionen zeigt sich, wie absurd die Ambitionen der deutschen Politik zur "Weltrettung" sind.


Deutschland als "Warnung" an andere Nationen

Deutschland ist das einzige Land, das glaubt, seinen Energiebedarf zu 100% mit erneuerbaren Energien abdecken zu können. Alles in allem betragen die Kosten zwischen 2000 und 2025 gut 520 Milliarden Euro. Das Ergebnis bislang: Deutschland hat die höchsten Stromkosten weltweit, ist weiterhin von schmutziger Kohle abhängig und wird seine Klimaziele nicht erreichen. Und je mehr Wind und Solar zugebaut werden, desto höher klettern die Strompreise.

Entweder wird zu viel Strom produziert, der zu negativen Preisen exportiert werden muss, oder die Wetterbedingungen erfordern den Import von Strom aus Frankreich und Polen. Der deutsche Sonderweg sollte ursprünglich als Vorbild-Funktion für die restliche Welt dienen und bestimmte Teile der Politik glauben weiterhin daran.

Neue Atomkraft-Technologien wie kleine modulare Reaktoren, die bei Markteinführung in zahlreichen Ländern etwa nach 20 Jahren abrissreife Windparks ablösen sollen, sind hierzulande kein Thema. Immerhin dient die völlig gescheiterte "Energiewende" anderen Nationen als Warnung, wie man es nicht machen sollte.

Der North Shore Global Uranium ETF widmet sich in seinem neuesten Newsletter ebenfalls dem Beispiel Deutschlands. Die Headline lautet: "Deutschlands Ausstieg aus der Atomkraft lässt das Erreichen ihrer Klimaziele in weitere Ferne rücken".

„Nach der Atomkatastrophe von Fukushima hob Deutschland die Entscheidung zur Verlängerung der Lebensdauer von Kernenergieanlagen auf und startete einen Plan zur Abschaltung aller Atomreaktoren im Land. Der letzte Kernreaktor in Deutschland wird 2022 abgeschaltet. Um den gegenwärtigen und zukünftigen Energiebedarf zu decken, wird Deutschland jetzt und auf absehbare Zeit auf Kohle angewiesen sein, um das Defizit auszugleichen und praktisch eingestehen, dass das Land nicht in der Lage sein wird, die Umweltziele zu erreichen.


Deutschlands Ausstieg aus der Atomkraft

Der Ausstieg Deutschlands aus der Kernenergie begann in den 1970er Jahren. Massendemonstrationen gegen die Kernenergie brachten die Grünen in Deutschland hervor. Bis zum Jahr 2000 beschloss das Land, seine Kernreaktoren auslaufen zu lassen. Zehn Jahre später beschloss Deutschland, die Lebensdauer von Kernreaktoren zu verlängern, kehrte jedoch nach der Katastrophe von Fukushima im Jahr 2011 schnell wieder um.


Dies führt zu einer stärkeren Abhängigkeit von Kohle

Deutschland hat stark in erneuerbare Energiequellen wie Sonne und Wind investiert, um die CO2-Emissionen zu reduzieren. Mit dem Auslaufen der Kernreaktoren wird ein Großteil des Durchhangs von Kohlekraftwerken aufgegriffen.


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