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Marktlage - Zentralbankpolitik - US-Verbrauchervertrauen

28.06.2021  |  Christian Buntrock
Der Euro eröffnet heute gegenüber dem USD bei 1,1926 (06:30 Uhr), nachdem der Tiefstkurs der letzten 24 Handelsstunden bei 1,1920 im US-Geschäft markiert wurde. Der USD stellt sich gegenüber dem JPY auf 110,64. In der Folge notiert EUR-JPY bei 131,95. EUR-CHF oszilliert bei 1,0951.

Die Aktienmärkte in Europa und den USA befinden sich weiterhin in einem seit der Coronakrise bestehenden Aufwärtstrend. Dabei liefen die europäischen Märkte im Juni eher seitlich, während die US-Indizes neue Höchststände erklommen. Die zwischenzeitliche Risikoaversion ist somit insbesondere in den USA schnell wieder abgelegt worden. Es setzt sich das Vertrauen durch in steigende Gewinne der Unternehmen wie in ein sehr vorsichtiges Handeln der US-Zentralbank.


Erste Notenbanken drehen an der Zinsschraube

Andere Notenbanken haben bereits schneller mit ihrer Geldpolitik auf den Aufschwung reagiert. So haben in der letzten Woche Mexiko, Ungarn und die Tschechische Republik ihre Leitzinsen erhöht. Bereits zuvor kam es in diesem Jahr zu Zinserhöhungen in Brasilien, Russland und der Türkei. Weitere Zentralbanken kleinerer Länder streben in die gleiche Richtung, wenn auch auf vorsichtigere Weise.

Zum Beispiel zeigen die Zentranken Schwedens, Norwegens oder Kanadas den Märkten den Weg zu weniger Liquiditätsunterstützung auf. Aber auch in China wurden Geldmengenentwicklung und Kreditvergabe durch die Zentralbank gedrosselt, um die Wirtschaft nicht überhitzen zu lassen.

Allen diesen Ansätzen ist gemein, dass die Zentralbanken für ihre jeweilige Volkswirtschaft versuchen, behutsam vorzugehen. Eine zu straffe Geldpolitik würde die Wirtschaftsaktivitäten zu sehr bremsen und das Vertrauen der Wirtschaftssubjekte unterminieren. In Bezug auf die USA führen die dann sinkenden Assetpreise wiederum zu weniger Wachstum und weiterem Vertrauensverlust.

Eine zu laxe Geldpolitik erhöht hingegen „nur“ die Inflationsraten und führt zu weiteren Spekulationsblasen. Als positiver Nebeneffekt sinkt die reale Staatsverschuldung der betroffenen Länder. Sollte die Inflation allerdings aus dem Ruder laufen, wird sich dies nachhaltig negativ auf das Wirtschaftswachstums auswirken.

In der Risikoabwägung wählen die Zentralbanken den zweiten Weg: eine expansive Geldpolitik etwas zu spät beenden, schmerzt weniger, als dies zu früh zu tun. Folglich ist das Sicherheitsnetz für die Kapitalmärkte weiter gut gespannt. Mit einem Zinsschock ist für keine Volkswirtschaft zu rechnen.


US-Verbrauchervertrauen unter den Erwartungen

Das am Freitag veröffentlichte US-Verbrauchervertrauen der University of Michigan blieb etwas hinter den Erwartungen zurück. Erwartet worden waren 86,50 Punkte, der Indikator stieg jedoch von 82,90 auf nur 85,50 Punkte.

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Quelle: Bloomberg, SOLVECON Invest.


Wir stellen fest, dass der Stimmungstrend weiter in die richtige Richtung läuft, der US-Konsument wird optimistischer, da die Bundesstaaten die Lockdowns beendet haben und auch die COVID-19 Neuinfektionen auf neue Tiefststände gefallen sind. Die Inflationserwartung bleibt jedoch mit 4,2 % für das nächste Jahr hoch.

Zusammenfassend ergibt sich ein Szenario, das den USD gegenüber dem EUR favorisiert. Ein Überwinden des Widerstandsniveaus bei 1.2120 - 1.2150 negiert den positiven Bias des USD.

Viel Erfolg!


© Christian Buntrock
Solvecon Invest GmbH



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