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Marktlage - OPEC - FED & Kryptowährungen

29.06.2021  |  Christian Buntrock
Der Euro eröffnet heute gegenüber dem USD bei 1,1913 (06:30 Uhr), nachdem der Tiefstkurs der letzten 24 Handelsstunden bei 1,1902 im US-Geschäft markiert wurde. Der USD stellt sich gegenüber dem JPY auf 110,56. In der Folge notiert EUR-JPY bei 131,71. EUR-CHF oszilliert bei 1,0964.

In den letzten 24 Handelsstunden tendierten die meisten Aktienmärkte leicht schwächer. Technologiewerte konnte sich jedoch von dieser Tendenz mehrheitlich abkoppeln und gewannen hinzu. Volatil ging es vor allem auf den Ölmärkten im Vorfeld zum Treffen der Minister der OPEC+ Gruppe am 1. Juli zu.


OPEC+ erwartet Nachfrageüberschuss

Gemäß Bloombergberichten erwartet die OPEC+, dass in der zweiten Jahreshälfte ein Nachfrageüberschuss auf dem Ölmarkt entsteht, wenn die Fördermenge konstant gehalten werden sollte. Die Nachfrage soll das Angebot bereits im August um ca. 1,7 Millionen Barrel pro Tag überschreiten. Dieser Überschuss soll sich später im Durchschnitt bei 1,9 Millionen Barrel pro Tag einpendeln. Damit würde sich das Marktgleichgewicht im Zuge der Öffnungen der Volkswirtschaften weiter zugunsten der Ölproduzenten verschieben. Spekuliert wird an den Märkten jedoch über eine Ausweitung des Ölangebots durch die OPEC+.

Saudi-Arabien soll bereits signalisiert haben, einem Markteingriff zuzustimmen, um die Inflation im Griff zu halten. Auch wenn wir von dieser selbstlosen Argumentation nicht überzeugt sind, deutet sich damit die Richtung des OPEC+ Treffens an. Russland wie auch andere Ölproduzierende Länder werden aktuell wieder stärker von der Corona-Pandemie getroffen und können zusätzliche Absatzmengen zur Finanzierung der Wirtschaftsunterstützung gut nutzen.

Ob das konstant Halten der Fördermengen vor diesem Hintergrund durchsetzbar ist, darf bezweifelt werden. Offen bleibt vielmehr, wie weit OPEC dabei geht, die erwartete zusätzliche Nachfrage zu decken. 500.000 bis 1.000.000 zusätzliche Barrel am Tag erscheinen realistisch.


FED-Vertreter zeigt sich offen für Stable Coins

Randal Quarles, der stellvertretende Vorsitzende für die Finanzaufsicht der US-Notenbank, äußerte sich in einer Rede zum Thema digitales Geld skeptisch über die Notwendigkeit einer digitalen Zentralbankwährung. Stattdessen stehe er privatrechtlich organisierten in US-Dollar denominierten Stable Coins aufgeschlossen gegenüber. Stable Coins sind Kryptowährungen, deren Wert an eine Ware oder Währung gebunden ist und sich im Preisverhalten damit wie der Preis des gekoppelten Instruments verhalten sollte.

Wörtlich sagte Quarles in seiner Rede:

"I believe that we must take strong account of the potential benefits of stablecoins, including the possibility that a U.S. dollar stablecoin might support the role of the dollar in the global economy."

Sollte sich diese Haltung innerhalb der Fed durchsetzen, spräche dies für eine Strategie den nach den Trump-Jahren politisch angeschlagenen US-Dollar über den technischen Fortschritt der Kryptowährungen wieder zu stärken.

Abzielen will Quarles dabei auf eine entsprechende Regulierung der Stable Coins, so dass die Fed einen Rahmen schafft, innerhalb dessen sich die Anbieter bewegen können. Er zielt auf einen First-Mover-Advantage ab. Wer heute die Regeln bestimmt, legt sie auch in Zukunft fest. Die USA zögen so über den Weg der Privatwirtschaft wieder an der People‘s Bank of China vorbei, die in der Entwicklung einer eigenen Digitalwährung der Welt voranläuft. Chapeau! Mit dieser schumpeterschen Denkweise lässt die FED zugleich verschiedene Konzepte miteinander in Wettbewerb treten.

Wo steht eigentlich Europa in diesem Rennen? Eine eigene Digitalwährung ist seitens der EZB erst für 2026 geplant. Das ist reichlich spät. Es ist nicht ausgemacht, ob staatliche oder privatrechtlich organisierte Strukturen im Fall einer Euro-Stable Coin die optimale Lösung wäre. Aufgabe der EZB ist es, den Fuß aufs Gaspedal zu drücken. Seitens der Politik gilt es, Rahmenbedingungen zu schaffen, durch die die Chancen der Technologie noch besser genutzt werden können, aber zugleich Risiken für das Finanzsystem und Geldwäsche minimiert werden.

Zusammenfassend ergibt sich ein Szenario, das den USD gegenüber dem EUR favorisiert. Ein Überwinden des Widerstandsniveaus bei 1.2120 - 1.2150 negiert den positiven Bias des USD.

Viel Erfolg!


© Christian Buntrock
Solvecon Invest GmbH



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