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Mehr Schulden, mehr Geld, mehr Inflation - Gold unbeeindruckt von Basel III - Analyse zu Silber

29.06.2021  |  Markus Blaschzok
Gold und Silber handelten vergangene Woche trendlos in einer engen Spanne, direkt an ihren Unterstützungen bei 1.760 US-Dollar bzw. 26 US-Dollar. Spekulanten gelang es nicht eine Gegenbewegung nach den starken Abverkäufen der Vorwoche zu initiieren. Einzig der Platinpreis legte nach dem starken Rücksetzer deutlich um über 90 US-Dollar seit dem Korrekturtief bei 1.024 US-Dollar, das wir frühzeitig ausgerufen hatten, zu. Auf diesem Preisniveau dürften industrielle Verbraucher ein Schnäppchen gesehen, die Hände aufgehalten und den Preisverfall gestoppt haben. Auch der Terminmarkt hatte sich bei Platin bereits gut bereinigt, womit sich weiteres Korrekturpotenzial reduziert hat.

Der HUI-Goldminenindex gab leicht um 0,7% auf 269 Punkte nach, während der Goldpreis 1% zulegen konnte. Die Minenaktien folgen dem Goldpreis immer mit einer kurzen Zeitverzögerung. Wir hatten bei 320 Punkte zur Gewinnmitnahme geraten, da wir eine Korrektur bei den Metallen und Minenaktien erwartet hatten. Ein neues Signal für weitere Käufe oder Verkäufe entsteht erst mit einem bullischen oder bärischen Ausbruch aus der aktuellen Handelsspanne am Goldmarkt.

Nach dem starken Anstieg des US-Dollars kam der USD-Index korrektiv etwas zurück, doch deutet sich bereits an, dass hier der Anstieg in den kommenden Wochen weitergehen dürfte. Diametral gegensätzlich wäre eine weitere Talfahrt des Euros wahrscheinlich, der einen Pull Back an den Widerstand bei 1,199 US-Dollar in der vergangenen Handelswoche abgeschlossen hatte.

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Der US-Dollar zeigt sich stark und die Edelmetalle gegensätzlich schwach


James Bullard, Chef der Notenbank in St. Louis, sagte kürzlich, dass die erste Anhebung des Leitzinses bereits im nächsten Jahr kommen könnte, was Verkaufsdruck bei Gold auslöste. Jerome Powell, Chef der US-Notenbank, beruhigte hingegen vergangenen Dienstag und wiederholte, dass man keine Eile habe die Zinsen anzuheben. Weiterhin werde man nicht präventiv auf die Inflationsangst des Marktes mit Zinsanhebungen reagieren. Man werde auf Beweise für tatsächliche Inflation oder andere Ungleichgewichte warten, bevor man agiert. Dies bezieht sich auf die Annahme der FED, wonach der historisch starke Anstieg der Konsumentenpreise im Mai nur ein vorübergehendes Phänomen sei.

In der Tat sind einige Rohstoffpreise, die aufgrund der Lieferengpässe stark angestiegen waren, wieder deutlich gefallen oder im Begriff wieder zu korrigieren. So hat sich beispielsweise der Preis für Bauholz in den USA wieder halbiert von 1.700 US-Dollar auf 780 US-Dollar je Tonne. Dennoch ist das immer noch ein hoher Preis, denn vor den Lockdowns hatte Bauholz gerade einmal 450 US-Dollar gekostet. Einige sehr starke Preisanstiege sind zwar temporär, doch werden die Preise durch die Bank hinweg nachhaltig erhöht bleiben und weiter steigen in den kommenden Jahren mit der Entwertung der Fiat-Währungen.

Dies ist ein zwingend logischer Prozess, der nicht durch entsprechende Produktivitätssteigerungen wettgemacht werden kann. Wir erwarten, dass sich der Anstieg der Konsumentenpreise im vierten Quartal beruhigen wird, um im nächsten Jahr wieder deutlicher anzusteigen und weitere Inflationsangst zu schüren, worauf die Edelmetalle mit Preisanstiegen reagieren werden.

Die FED wird die Zinsen noch einige Zeit niedrig belassen, während sie weiterhin die neuen Schulden der US-Regierung aufkaufen und so den Inflationsdruck ständig erhöhen wird. Man kann sich gewiss sein, dass die Notenbanken den Fuß auf dem Gaspedal behalten und die Druckerpressen weiterhin auf Hochtouren laufen werden. Es ist das Ziel der Notenbank, ebenso wie in der Stagflation der siebziger Jahre, der Inflation und den Zinsen hinterherzulaufen, um so über Negativzinsen eine Entschuldung des Kreditgeldsystems herbeizuführen. Erst werden die Marktzinsen steigen und mit deutlicher Zeitverzögerung die FED langsam die Leitzinsen anheben.

In der vorletzten Woche hat die Bilanzsumme der US-Notenbank erstmal die Schallmauer von 8 Billionen US-Dollar überschritten. Dies bedeutet, dass die Geldmenge in weniger als zwei Jahren verdoppelt wurde, was am Ende des Tages, wenn die Geldmenge bis zum kleinen Verbraucher durchgesickert sein wird, einer Halbierung der Kaufkraft des US-Dollars entspricht. Der Goldpreis, dessen Geldmenge nahezu unverändert bleibt, sollte sich dementsprechend dann im gleichen Zeitraum verdoppelt haben. Hier bleibt zu erwähnen, dass smarte Investoren diese künftige Abwertung der Fiat-Währungen bereits frühzeitig eskomptieren und der Goldpreis lange vor der Abwertung der Währung ansteigt.

So startete der Goldpreis im Juni 2019 bereits seine Rallye aufgrund von Käufen vorausschauender Investoren, die eine längst überfällige Rezession für 2020 bereits erwartet und die Reaktion der Notenbanken darauf richtig eingeschätzt hatten. Ich hatte im Februar 2019 nach der geldpolitischen Trendwende der US-Notenbank den Startschuss für die Goldhausse gegeben, da die Rezession aufzog und die Notenbank bereits Gegenmaßnahmen eingeleitet hatte. Der längste Konjunkturaufschwung und die längste Hausse am Aktienmarkt neigte sich ihrem Ende zu, sodass die Notenbanken wieder eingreifen mussten, um die Schulden über Inflation zu entwerten.

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Die US-Notenbankbilanz übersprang die Marke von 8 Billionen US-Dollar - die sorgt für steigende Preise und steigende Zinsen


Joe Biden hat nun einen neuen Infrastrukturplan verkündet, der Investitionen in Höhe von 1,3 Billionen US-Dollar in Straßen, Brücken, dem Eisenbahnnetz, Öffentliche Verkehrsmittel, Flughäfen und Verbesserungen des Strom- und Breitbandnetzes über die nächsten acht Jahre vorsieht. Biden hat sogar seine Unterstützung für ein weiters Ausgabenprogramm in Höhe von weiteren 6 Billionen US-Dollar angedeutet, das die Sozialisten in der eigenen Partei wollen und welches vorsieht Reiche stärker zu besteuern, um es an Familien, Rentner sowie die staatliche Schulbildung umzuleiten.


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