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Die Auswirkungen von Basel III auf Gold & Silber

19.07.2021  |  Dr. Keith Weiner
Manchmal wird der Zweck mit dem Mittel verwechselt. Wenn Sie beispielsweise durch einen Flughafen reisen, werden Passagiere ausführlich überprüft. Bevor es Ihnen erlaubt wird, ein Flugzeug zu betreten, müssen Sie einen Vorgang durchlaufen, der störend und zunehmend invasiv ist. Das wird als Sicherheitsmaßnahme bezeichnet. Woher wissen wir, dass dies wirklich der Sicherheit dient? Weil es störend ist. Erkennen Sie die Kehrtwende? Das Maß an Störung Ihres Terminplans und Ihrer Besitztümer hängt nur wage mit dem Maß an Sicherheit zusammen.

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Das gilt in vielerlei regulierten Bereichen. Das Bankwesen ist da keine Ausnahme. Dort ist es sogar noch schlimmer, da Regierungen und deren Zentralbanken Billionen perverse Anreize für Banken bieten, um auf eine Art und Weise zu handeln, die sehr unsicher ist. Extrem niedrige Zinsen bieten sowohl Mittel als auch Motivation, Risiko auf sich zu nehmen. Das Mittel ist hier der günstige Hebel. Die Motivation ist die Tatsache, dass Gewinnmargen komprimiert werden; und Banken können ohne Hebel nicht überleben.

Die Banken reagieren auf diese perversen Anreize also mit perversen Trades. Und das sorgt für alle möglichen Probleme. Die Art von Problem, die zur Weltfinanzkrise 2008 führt. Und Regierungen reagieren darauf, indem eine sogenannte "makroprudenzielle Regulierung" eingeführt wird. Das entfernt die perversen Anreize jedoch nicht. Nein, das ist eine Sache der Politik (und der unerbittlichen Notwendigkeit uneinlösbarer Währung). Stattdessen kompensieren sie dies, indem kontrolliert wird, was Banken tun können.


Basel III als makroprudenzielle Kompensation

Kompensation ist, das Falsche absichtlich zu tun. Angeblich, um etwas anderes anzusprechen, das man nicht angemessen korrigieren kann oder wird. Als würde man im Falle eines platten Reifens, die Luft aus den anderen drei lassen. Oder die Einführung einer makroprudenziellen Regulierung, wenn es ein scheiterndes Regime uneinlösbaren Papiers und pathologisch fallende Zinsen gibt, die es für Banken möglich und notwendig macht, Risiken auf sich zu nehmen wie extremes Leverage, extreme Laufzeit-Diskrepanz und die Jagd nach Risiko, um einige Basispunkte Rendite zu erhalten.

Macht eine makroprudenzielle Regulierung Banken sicherer? Verleiht es Ihnen ein Gefühl der Sicherheit, wenn eine Person Ihre Zahnbürste mit denselben Handschuhen anfasst, mit denen sie zuvor die dreckige Unterwäsche einer anderen Person angefasst hat? Fühlen Sie sich sicherer, wenn Sie eine Rettungsweste tragen, während Sie in 10 Zentimeter tiefem Wasser arbeiten?

Basel III macht das Finanzsystem gefügsamer, indem Banken gezwungen werden, sogenannte "stabile" Finanzierungsquellen für ihre Goldassets zu verwenden. Anstatt zwischenbankliche Kredite oder Sichteinlagen zu unterhalten, sollen sie mehr langfristige Anleihen verkaufen. Als würde Sie all die verpflichtende Schutzausrüstung nach unten ziehen, und es schwerer machen, zu sehen, zu hören und zu atmen... teureres Kapital zu verwenden, um Gold zu finanzieren, macht es tatsächlich nur schwerer, Goldmarkttransaktionen zu begleichen.

Das Obige spricht die Mainstream-Idee von Risiko und Sicherheit des Bankensystems an. Doch viele Gold-Kommentatoren machen einen anderen Fehler. Michael Crichton, als er den Gell-Mann-Amnesia-Effekt diskutiert, erklärt, dass die Zeitungen voll von Schlagzeilen seien, die behaupten "nasse Straßen würden Regen verursachen." Einige Gold-Kommentatoren behaupten, dass Basel III nur in Kraft tritt, wenn Banken sogenanntes "nicht-allokiertes" oder "Papier"-Gold halten.

Schlimmer noch sind diejenigen, die meinen, es würde Gold als ein "Tier-1-Asset" bezeichnen. Tier 1 gilt für die Passivseite der Bilanz, nicht die Aktivseite. Tier-1-Kapital bezieht sich auf die Stabilität der Bankfinanzierung, nicht das Preisrisiko des Assets. Tier-1-Kapital umfasst Kapital aus dem Verkauf von Aktien sowie Gewinnrücklagen. Gold als ein "Tier-1-Asset" zu bezeichnen, ist einfach falsch.

Wenn Sie ein Unternehmen dazu zwingen, eine weitere nutzlose Zutat hinzuzufügen, dann erhöht dies die Kosten und das Unternehmen wird dann versuchen, die Preise zu erhöhen, um die Margins beizubehalten. Im Falle einer Bullionbank bedeutet dies eine breitere Bid-Ask-Spread (und höhere Zinsen, die für Goldleasing und -verleihe verlangt werden). Am Freitag verschaffte die britische Regulierungsbehörde, die Prudential Regulatory Authority der Bank of England, den Banken eine kleine Pause.

Sie erklärte, dass die Banken eine spezielle Genehmigung beantragen können, um das notwendige Kapital zu reduzieren, das für Gold reserviert werden muss. Zumindest für das Clearing. Doch die Regulierungsbehörde erklärte, sie würde "Gold nicht als hochqualitatives, liquides Asset klassifizieren." Das bedeutet, dass sich Banken noch immer mit höheren Kosten für das Leasing und den Verleih gegenübersehen.


Basel III macht Gold teurer?

Wir haben einen erstaunlichen Chart, den wir mit Ihnen teilen möchten. Das ist ein 5-Jahreschart der Bid-Ask-Spread von Gold und Silber. Diese Spread stellt den Verlust dar, hätten Sie gekauft und sofort verkauft, ohne dass sich der Markt auf- oder abwärts bewegte.


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