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Preisauftrieb nimmt zu - Wirtschaft schwach - Notenbanken gießen Benzin ins Feuer

03.08.2021  |  Markus Blaschzok
Dass die FED auf ihrer Notenbanksitzung am Mittwoch keine Hinweise auf eine baldige Drosselung der Anleihenkäufe gab und diese stattdessen weit in die Zukunft verschob, überraschte die Märkte. Die Aussicht auf mehr Inflation ließ den Aktienmarkt sofort nach oben springen und auch der Goldpreis legte zeitweise 35 US-Dollar zu, wobei der USD-Index kurzzeitig abtauchte.

So seien nun erst "substanzielle Fortschritte am Arbeitsmarkt in Richtung Maximalbeschäftigung“ erforderlich, bevor man Anleihenkäufe drosseln werde, während steigende Konsumentenpreise kein Entscheidungskriterium mehr seien. Die EZB hatte bereits in der Vorwoche die Eckpfeiler der Geldpolitik neu definiert und damit eine mögliche Zinsanhebung zweieinhalb Jahre in die Zukunft verschoben.

Weitere Lockdowns könnten die Wirtschaft und den Arbeitsmarkt wieder unter Druck bringen, worauf die FED die Märkte mit Liquidität fluten würde, auch dann wenn die Konsumentenpreise durch die Decke schießen sollten. Dem letzten naiven Investor, der bis dato noch das Märchen einer vorübergehend hohen Inflation glaubte, sollte spätestens jetzt aufwachen und erkennen, dass die hohe Inflation uns die nächsten Jahre begleiten und weiter ansteigen wird.

Für den unwahrscheinlichen Fall, dass es im nächsten Jahr erste Zinsanhebungen geben sollte, so würden diese nur sehr gering ausfallen und eine Reaktion auf die hohe Inflation und den Zinsanhebungsdruck am Markt sein. Der US-Dollar könnte dann womöglich zu allen anderen Fiat-Währungen ansteigen, insbesondere zum Euro.

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Der US-Dollar sackte ab und Gold stieg, nachdem die FED eine Verlängerung der Anleihenkäufe signalisierte


Preise explodieren - Wirtschaftswachstum enttäuscht

Die Preise in Deutschland stiegen im Juli um 3,8 Prozent und damit so stark wie seit fast 30 Jahren nicht mehr. Die Bundesbank erwartet in diesem Jahr einen vorübergehenden Anstieg Richtung fünf Prozent.

Im Euroraum stiegen die Konsumentenpreise im Juli bisher mit einer Rate von 2,2 Prozent, was über dem Marktkonsens von 2 Prozent lag. Die Teuerung im Rest der EU wird in Bälde ebenso sprunghaft ansteigen, wie in den USA und Deutschland. Das offizielle Ziel der Europäischen Zentralbank ist eine am HVPI (Harmonisierter Verbraucherpreisindex) gemessene Teuerung von durchschnittlich zwei Prozent im Jahr.

Da Preise in einem freien marktwirtschaftlichen Währungssystem durch das Produktivitätswachstum jährlich um ein bis zwei Prozent fallen würden, strebt die EZB mit ihrem Inflationsziel von durchschnittlich zwei Prozent eine Enteignung der Sparer um 4% pro Jahr an. Preisstabilität ist nicht der Normalzustand in der Marktwirtschaft, sondern Deflation aufgrund steigender Produktivität durch technologischen Fortschritt, was die kapitalistischen Phasen des 19. und 20. Jahrhunderts eindrucksvoll belegen. Preisstabilität in einem staatlichen Zwangsgeldsystem entspricht also bereits einer jährlichen Enteignung von zwei Prozent durch die Inflationssteuer.

Weiterhin weist der harmonisierte Verbraucherpreisindex die reale Teuerung chronisch zu niedrig aus, weshalb die realistischere Teuerung etwa vier Prozent über der offiziellen Teuerungsrate liegen dürfte.

Man muss sich immer vor Augen führen, dass Inflation kein natürliches Phänomen ist, sondern eine gezielte staatliche Politik zur Enteignung der Bevölkerung und somit eine versteckte Steuer darstellt. Diese Inflationssteuer trifft gerade Arbeitnehmer, sowie Rentner und Pensionäre am härtesten, da deren Löhne mittelfristig unelastisch sind und zugleich deren Ersparnisse für die Altersvorsorge an Kaufkraft verlieren, womit die Altersarmut für viele Menschen aufgrund dieser Politik vorprogrammiert ist. Selbst nach den offiziellen Statistiken stiegen die Löhne in der Bundesrepublik nur um 1,6%, womit die Teuerung aktuell mehr als doppelt so hoch ist. Jeder Arbeitnehmer hat nominal zwar mehr auf dem Konto, doch real ist die Kaufkraft seines Einkommens geschrumpft.

Altersarmut in Deutschland ist eine direkte Folge der sozialdemokratischen Politik der Bundesrepublik, die ein Anwachsen des Wohlstands durch ständige Enteignung der Ersparnisse verhindert. Die utopischen Versprechen des Wohlfahrtsstaates sind unrealisierbar und müssen über hohe direkte sowie indirekte Steuern, wie die Inflationssteuer, finanziert werden. All das führt letztlich zu niedrigerem Einkommen, wachsender Ungleichheit und steigender Armut. Die Bundesbürger haben zwar eines der höchsten Einkommen in der Welt, doch liegt das Median-Vermögen nur auf dem 29. Platz, knapp vor Portugal und Griechenland.

Wenn Staaten Schulden aufnehmen oder Zentralbanken Geld drucken, dann schaffen Sie kein Wirtschaftswachstum, sondern bremsen eine Wirtschaftserholung aus. Inflation bewirkt lediglich eine Umverteilung von Vermögen und erzeugt Fehlallokationen in der Wirtschaft, was Fortschritt und Wachstum ausbremst, sowie die Wirtschaft regelmäßig in Rezessionen stürzt.

Jede Regierung, die jemals in der Menschheitsgeschichte die Druckerpresse nutzte, um sich reich zu drucken, hatte letztlich die Wirtschaft und den Wohlstand im eigenen Land zerstört. Eine Teuerung von fünf bis zehn Prozent pro Jahr wird die westlichen Volkswirtschaften zwar nicht zerstören, doch werden die negativen Auswirkungen, wie beispielsweise steigende Zinsen, die Wirtschaft in eine tiefe Rezession drücken, den Kapitalstock verringern und große Teile der Bevölkerung in die Armut zwingen.


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