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Märkte weiter im Limbo - DIW: US-Handelspolitik schadet USA und Welt!

04.08.2021  |  Folker Hellmeyer
Der Euro eröffnet heute gegenüber dem USD bei 1,1872 (06:06 Uhr), nachdem der Tiefstkurs der letzten 24 Handelsstunden bei 1,1854 im US-Geschäft markiert wurde. Der USD stellt sich gegenüber dem JPY auf 109.06. In der Folge notiert EUR-JPY bei 129.47. EUR-CHF oszilliert bei 1,0729.

An den Finanzmärkten bewegen wir uns weiter seitwärts. Der Begriff Limbo, der einen Zwischenzustand definiert, passt.

An den Aktienmärkten ergeben sich keine klaren Signale außerhalb der USA. Dort markierte der S&P 500 gestern einen neuen Rekordwert. Die Bewertungen des US-Marktes mit einem KGV von 22,6 (hoch) und dem DAX v0n 15,0 (niedrig) unterscheiden sich doch beachtlich. Fraglos hängt das auch mit der Komposition der Indices zusammen. Der US-Index inkludiert stärker hoch bewertete Hi-Tech und Bio-Tech Unternehmen. Aber welche Branchen kommen zukünftig? Wo wirken sich die globalen Programme in Billionenhöhe aus? Ist das der Investitionsgüterzyklus? Ist Europa dort stark oder schwach aufgestellt?

Überwiegend dominieren weiter positive Quartalsberichte. Gerne nennen wir Beispiele: Toyota Dupont, Rheinmetall, Kali und Salz, Generali, Boehringer, Ralph Lauren oder die Bank Standard Chartered. Negative Berichte gibt es auch, zumeist bedingt durch exogene Einflüsse auf die Unternehmen (Lieferketten): BMW, Infineon, Eli Lilly.

Renditen der 10- jährigen Bunds stehen weiter unter Druck (-0,48%). Gleiches gilt für US-Treasuries (1,18%). Das Thema Anlagenotstand wird derzeit nicht vom Markt belegt. Das muss nicht so bleiben.

Nein, erwarten Sie nicht adhoc, dass durch die aktuelle Zinsentwicklung Edelmetalle zu Gewinnern in der Bewertung der unattraktiver werdenden Fiat-Währungen mutieren. Das passt einigen Marktkräften derzeit nicht.


DIW-Studie: US-Handelspolitik schadet USA und der Welt!

Die von Trump begonnene und von Präsident Biden fortgeführte US-Handelspolitik schadet einer Studie des DIW zufolge den USA und der Wirtschaft weltweit.

Kommentar: Diese Position haben wir hier seit 2017 in diesem Report mit Fakten basiert eingenommen. Danke, dass der DIW uns bestätigt. Das war zeitlich überfällig!

Die Finanzmärkte hätten auf Zollerhöhungen für Importe und weitere restriktive und diskriminierende Maßnahmen bis zu 100 Handelstage signifikant negativ reagiert.

In China aktive US-Firmen wären durch die Restriktionen beeinträchtigt worden. Lediglich exportunabhängige Versorger oder Immobilienunternehmen waren von der US-Handelspolitik nicht betroffen. Alle restlichen US-Branchen mussten Rückschläge verarbeiten. Das galt und gilt insbesondere für den Technologiesektor und die Industrie.

Chinas Reaktionen (Anmerkung: Die im Einklang mit den WTO-Regeln standen und stehen, anders als die Primärmaßnahmen der USA), belasteten US-Unternehmen zusätzlich negativ, wodurch die US-Realwirtschaft verstärkt beeinträchtigt wurde.

Kommentar: Korrekt!

Die protektionistischen US-Restriktionen schadeten und schaden laut DIW der Weltwirtschaft. So belastete der US-Protektionismus die Aktienindizes vieler US-Handelspartner, vor allem in Lateinamerika und Europa.

Kommentar: Korrekt, aber auch der globale Investitionsgüterzyklus wurde gebremst!

In der Studie wurde formuliert, dass nur wenige Unternehmen und Länder vom US-Protektionismus profitiert hätten. Es wurde geschlussfolgert, dass die Rationalität dieser Politik offensichtlich nicht in ökonomischen Gewinnen läge.

Kommentar: Korrekt, denn es ging und geht der US-Regierung nur sekundär um Ökonomie, es geht primär um diskriminierende Machtpolitik gegen China, Russland und im Zweifelsfall gegen Europa zum eigen US-Machterhalt. Das seitens des DIW analytisch festzustellen, verbietet wohl die „politische Korrektheit“!

Die US-Regierung unter Biden behält die protektionistische Handelspolitik bei und fährt gegen China einen harten Kurs. Biden will die US-Industrie mit einer Ausweitung des "Buy-American"-Programms unterstützen.

Kommentar: Diese Studie greift viel zu kurz und hebt auf Primär, jedoch nicht sekundär und Tertiäreffekte dieser US-Politik ab. Die USA haben mit dieser Politik bewiesen, dass für sie keine Verträge, Vereinbarungen und internationale Regeln gelten. Wenn multilaterale Regeln für die USA nicht mehr Vorteile generieren, will der Hegemon Regeln zu seinen Gunsten verändern. Wie kann man in Europa und dem Rest der Welt aus einer derartigen US-Politik Vertrauen in die USA für eine verlässliche und belastbare Zukunft für die komplex gestaltete Weltökonomie ableiten?

Was heißt das für Unternehmen, die in den USA produzieren, wenn morgen durch Federstrich Washingtons (Missbrauch des rechtlich nicht definierten Begriffs der "Nationalen Sicherheit) im Rahmen der Handelspolitik losgelöst vom internationalen Regel- und Vertragswerk Lieferketten, Beschaffungs- und Absatzmärkte zusammenbrechen? Muss man dann den Produktionsstandort und Finanzstandort USA nicht meiden, wenn man für die Investoren des Unternehmens verantwortlich handeln will?

Fazit: Mit den Kommentaren ist die Studie rund und eine klare Ansage an Unternehmen!


Datenpotpourri der letzten 24 Handelsstunden

Die Erholung per 2020 nach dem ersten global verfügten Lockdown wird in den kommenden Monaten dafür sorgen, dass die hohen Wachstumszahlen keinen Bestand haben können. Es handelt sich um das Phänomen auslaufender Basiseffekte.


Eurozone: Erzeugerpreise im Rahmen der Erwartungen

Die Erzeugerpreise der Eurozone nahmen per Berichtsmonat Juni im Monatsvergleich um 1,4% (Prognose 1,4%) nach zuvor 1,3% zu. Im Jahresvergleich kam es zu einem Anstieg um 10,2% (Prognose 10,3%) nach zuvor 9,6%.


USA: Starker Auftragseingang!

Der Auftragseingang der US-Industrie verzeichnete per Berichtsmonat Juni eine Zunahme um 1,5% (Prognose 1,0%) nach zuvor 2,3% (revidiert von 1,7%).


China: Starker Dienstleistungssektor

Der von Caixin ermittelte Einkaufsmanagerindex des Dienstleistungssektors legte per Berichtsmonat Juli von zuvor 50,3 auf 54,9 Punkte zu.


Japan: Dienstleistungssektor verliert Dynamik

Der Einkaufsmanagerindex des Dienstleistungssektors sank per Berichtsmonat Juli von zuvor 48,0 auf 47,4 Zähler.


Indien:

Der von IHS/Markit berechnete Einkaufsmanagerindex des Dienstleistungssektors stieg per Juli von zuvor 41,2 auf 45,4 Punkte.


Neuseeland: Starker Arbeitsmarkt!

Die Arbeitslosenquote sank per 2. Quartal 2021 von zuvor 4,6% (revidiert von 4,7%) auf 4,0% (Prognose 4,5%). Die tiefste Quote seit dem 2. Quartal 2008 wurde bei 3,9% registriert.

Zusammenfassend ergibt sich ein Szenario, das den USD gegenüber dem EUR favorisiert. Ein Überwinden des Widerstandsniveaus bei 1.1900 - 1.1930 negiert den positiven Bias des USD.

Viel Erfolg!


© Folker Hellmeyer
Chefanalyst der Solvecon Invest GmbH



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