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Abschiedsgruß an weiteres gescheitertes Geldsystem

10.08.2021  |  Egon von Greyerz
Open in new windowDer Anfang vom Ende des derzeitigen Geldsystems und Währungszusammenbruchs begann vor genau 50 Jahren. In den kommenden Jahren wird die Welt das Ende vom Ende eines weiteren gescheiterten Experiments mit unbegrenzter Schuldenexpansion und falschem Buchgeld erleben.

Wie die Wirtschaftsgeschichte zeigt, müssen wir uns auf zwei Bereiche konzentrieren, um zu verstehen, wohin es ökonomisch geht - INFLATION UND DIE WÄHRUNG.

Eine Betrachtung dieser beiden Bereiche zeigt uns, dass die Welt vor einem großen Schock steht. Kaum ein Investor geht aktuell davon aus, dass die Inflation zu einem echten Problem werden könnte; stattdessen herrscht der Glaube, die Zinssätze würden weiterhin niedrig gehalten werden. Zudem erwartet niemand einen Zusammenbruch des Dollars oder anderer großer Währungen.

Dennoch haben sich die Geldmengen in den letzten zwei Jahren exponentiell vermehrt; so wächst beispielsweise die Geldmenge M1 in den USA mit einer jährlichen Rate von 126%!

Von Mises definierte Inflation als die Zunahme des Geldangebots. Seit 1971 erlebt die Welt explosionsartiges Wachstum bei Krediten und Geldangebot, und jetzt sehen wir schon hyperinflationäre Steigerungen. Hyperinflation ist ein Währungsereignis. Allein seit 2000 haben die meisten Währungen 80%-85% ihres Wertes verloren. Und seit 1971 ganze 96-99%. Der Wettlauf zum Tief und zur Hyperinflation hat jetzt begonnen.

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Wie ich in diesem Artikel erläutern werde, lehrt uns die Geschichte, dass eine Explosion von Kredit-und Geldangebot zu rapide steigenden Inflationsquoten und Zinssätzen führen wird und zu einem sogar noch rapider sinkendem US-Dollar. In Kontext monetärer Ereignisse sind Inflation und Währungen komplett ineinander verwoben und gegenseitig abhängig. In der Regel ist eine Wirtschaft stabil, wenn die Währung stabil ist. Und die Währung ist stabil, wenn die Wirtschaft stabil ist.

Klingt eigentlich recht einfach, oder? Doch warum hat es noch keine Währung der Geschichte geschafft zu überleben? Und: Warum brach jede Wirtschaft ein, wenn auch die Währung einbrach?


Ökonomisches & monetäres Chaos ist die Regel und nicht die Ausnahme

Wer sich eingehend mit Wirtschaftsgeschichte befasst hat, für den ist geldpolitisches Chaos überhaupt keine Überraschung. Sobald es irgendeine Form von Geld oder Geldsystem gab, machte sich in regelmäßigen Abständen auch Chaos breit.

Ohne Chaos kann es keine Ordnung geben. Das ist die unausweichliche Konsequenz ökonomischer Zyklen. Sobald aber Staaten und Zentralbanken in das natürliche Auf und Ab von Zyklen eingreifen, steigt die Wahrscheinlichkeit von Unordnung - selbst in guten Zeiten - und von Chaos in schlechten Zeiten. Staatliche Eingriffe und Manipulation verzerren also den natürlichen Verlauf von Zyklen.

Die Verrichtung von "Gottes Werk", wie Blankfein, der ehemalige Goldman-Sachs-Chef im Jahr 2009 meinte, führt daher wahrscheinlich zu permanenter Unordnung und Chaos.

Zyklen, ob ökonomisch oder klimatisch, regeln sich normalerweise selbst. "Gottes Werk verrichten" - ob im Zusammenhang mit der Senkung der Erdtemperatur oder der Produktion von Falschgeld - wird somit wahrscheinlich eher Chaos hervorbringen als Ordnung.

Im Alten Griechenland stand "Chaos" ursprünglich eher für einen Abgrund oder die Leere, die lange vorm Entstehen der Dinge existierte.

In der Wirtschaftsgeschichte ist das Chaos ein wiederkehrendes Phänomen. Die Tatsache, dass noch keine Währung im Lauf der Geschichte überlebt hat, deutet ja darauf hin, dass der Niedergang einer Landeswährung immer auch mit Chaos verbunden war und ist.


50 Jahre seit Beginn des letzten geldpolitischen Chaos

Am 15. August 2021 ist es genau 50 Jahre her, dass das Ende des aktuellen Geldsystems begann.

Richard Nixon war der unglückselige Vollstrecker des unausweichlichen Niedergangs des Dollars sowie des Zusammenbruchs der US-Wirtschaft, und höchstwahrscheinlich auch der globalen Ökonomie. Wie in einem meiner letzten Artikel Der finale Dollar-Sturz vom Matterhorn beschrieben, kann Nixon nicht wirklich persönlich für die Zerstörung des Dollars verantwortlich gemacht werden.

Verschwenderische Haushaltsführung und monetäre Undiszipliniertheit sind die schlimmsten Feinde. Ein Politiker würde nie und nimmer einen Gedanken an Genügsamkeit verschwenden.

Um dem Volk zu gefallen, Revolutionen abzuwenden oder aber um die eigene Abwahl zu verhindern, werden Führungen immer dem einfachen Ausweg wählen - also Schulden machen und Geld drucken.

Nixon war überhaupt keine Ausnahmeerscheinung, als er die Golddeckung der Währung aussetzte und so viel Falschgeld drucken ließ, wie zur Aufrechterhaltung der Illusion von Prosperität benötigt wurde. Der Blick in die Geschichte zeigt, dass solche Ereignisse immer und immer wieder passierten - mit verblüffender Regelmäßigkeit.



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