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Der Bluff der FED fliegt auf - das Gelddrucken geht weiter

30.08.2021  |  Markus Blaschzok
Nach Äußerungen des US-Notenbankchefs Jerome Powell zu einer erst späteren Drosselung des Gelddruckprogramms wurden die Bären von den Bullen überrannt, wodurch es in der letzten Woche in fast allen Märkten grüne Vorzeichen gab. Mehr Geld, das man aus dem Nichts erzeugt und das letztlich auf ein gleichbleibendes Güterangebot trifft, entwertet die Kaufkraft der Währung und führt zu steigenden Preisen. Diesen künftigen Inflationsschub preisten Investoren sofort ein und kauften durch die Bank alles.

Gold beendet die Woche mit einem Plus von 2,1% über einem sehr wichtigen charttechnischen Kreuzwiderstand. Können die Gewinne in der neuen Handelswoche ausgebaut werden, so dürfte dies von mittelfristig agierenden Investoren als ein Kaufsignal gewertet werden und folglich neue Käufer in den Markt ziehen.

Der Silberpreis stieg um 4,6% an und testete zum Wochenschluss den wichtigen Widerstand bei 24 US-Dollar. Auch Silber steht damit kurz davor ein technisches Kaufsignal zu erzeugen, wenn sich der Preisanstieg in der neuen Handelswoche noch etwas fortsetzen kann. Palladium und Platin, deren Preisrücksetzer auf 2.300 US-Dollar bzw. 1.000 US-Dollar wir richtig prognostiziert hatten, stiegen um 6% bzw. 1,5% an. Platin zeigt sich aufgrund eines Überangebots weiterhin schwächer als Palladium, dessen Markt immer noch von einem Defizit geprägt ist.

Die Goldminen, die noch in der Vorwoche stark verkauft wurden, machten die Verluste mit einem Anstieg von 6% des HUI-Goldminenindex in der letzten Woche fast wieder wett. Im Vergleich zum Gold sind die Minenaktien historisch günstig bewertet, da die Märkte der FED bis dato Glauben schenken und die hohen Preissteigerungsraten als nur temporär interpretieren, womit sie in dem Anstieg des Goldpreises auch nur ein vorübergehendes Phänomen sehen. Je länger das QE-Programm und die hohen Teuerungsraten jedoch anhalten, desto mehr Investoren werden von ihrem Glauben abfallen und nebst Gold die günstigen und hochprofitablen Minenaktien kaufen.

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Nach dovishen Äußerungen von US-Notenbankchef Jerome Powell stiegen die Preise aller Märkte sofort an


Auf dem jährlichen Jackson Hole Symposium, das vergangene Woche aufgrund der politischen Krise online stattfand, sandten die US-Notenbanker Botschaften zu ihrer künftigen immer destruktiven planwirtschaftlichen Geldpolitik. Am Freitag lauschten die vom billigen Geld und den niedrigen Zinsen abhängigen Märkte gespannt einer Rede von Jerome Powell, dem Chef der US-Notenbank und Herr über die Kaufkraft des US-Dollars.

Powell sagte nichts neues, doch war er viel zurückhaltender, als es der Markt erwartet hatte. Anstatt klar ein Datum für den Beginn des immer wieder in Aussicht gestellten Taperings (Drosselung der Anleihenkäufe) zu geben sagte er nur, dass „es angebracht sein könnte“ noch in diesem Jahr mit dem Tapering zu beginnen. Mit dieser Zurückhaltung konstatierte er, dass die FED in den letzten Monaten geblufft hatte und die Anleihenkäufe noch viel länger fortgesetzt werden.

Außerdem soll eine Drosselung der Anleihenkäufe in Höhe von aktuell 120 Mrd. US-Dollar pro Monat von der Entwicklung am Arbeitsmarkt abhängig sein, der wiederum vermeintlich von der Ausbreitung der sogenannten "Delta"-Variante abhängig wäre. Mit dieser Ausrede hält sich die FED eine Hintertüre offen, wenn sie noch viel länger den Fuß auf dem Gaspedal der Druckerpresse halten wird.

Powell wiederholte erneut, dass die hohe Teuerung kein Entscheidungskriterium sei und diese ohnehin nur vorübergehend wäre, weshalb man diese bereits im nächsten Jahr wieder bei zwei Prozent erwarte.

Natürlich unterstrich er zusätzlich, dass eine Drosselung der Anleihenkäufe kein direktes Signal für eine Zinsanhebung ist und diese frühestens angehoben werden, nachdem das QE-Programm beendet wurde.

Es ist erstaunlich, dass der Markt immer noch an das Märchen bald endender QE-Programme glaubt. Wir Ökonomen der Österreichischen Schule, die entgegen allen anderen Voodoo-ökonomischen Denkrichtungen ein theoretisches Gebäude zu den Ursachen der Konjunkturzyklen und Wirtschaftskrisen haben, wissen genau, worauf die Weltwirtschaft bei steigenden Zinsen zusteuert.

Die Krise, in der sich die Weltwirtschaft befindet, wurde durch die staatlich verhängten Lockdowns zwar ausgelöst, die Ursachen liegen jedoch viel tiefer in den planwirtschaftlichen Maßnahmen der letzten 20 Jahre. Durch künstlich niedrige Zinsen konnte sich die Welt historisch einmalig hoch verschulden, wodurch die Weltwirtschaft planwirtschaftlich verzerrt wurde und Strukturen entstanden, die unter normalen Marktbedingungen nicht tragbar sind.

Sobald diese Blase platzt, lösen sich die Träume der zentralistisch gesteuerten Geldpolitik in Luft auf und das utopische Kartenhaus wird in sich zusammenbrechen, ebenso wie die Planwirtschaft der Sowjetunion und Chinas. Eine langandauernde und starke Rezession, gepaart mit hohen Preissteigerungsraten (Stagflation) wird die Folge sein.

Dieser Zusammenbruch wird mit einem Anstieg der Zinsen beginnen, den man so lange wie möglich hinauszuzögern versucht. Dafür muss jedoch weiter Geld gedruckt werden, mit dem man die Flut der Staatsanleihen auf dem offenen Markt aufkaufen kann, da die Zinsen sonst sofort zu steigen beginnen. Die US-Notenbank, sowie die Europäische Zentralbank, sind also dazu verdammt das QE-Programm noch viele Jahre in die Zukunft weiterzuführen.

Egal ob sie jetzt mit dem Drucken von Geld aufhören und mit einem Zinsanstieg sofort die Rezession beginnt oder weiter so viel Geld drucken, dass der Zinsanstieg inflationsinduziert in wenigen Jahren anfängt, die große Rezession der Realwirtschaft wird kommen.

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Mit der Ausweitung der Geldmenge wird auch der Goldpreis in den nächsten Jahren weiter ansteigen



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