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Die Schweizer stocken Gold auf: Warum Planen und Vorbereitungen für die Zukunft jeden etwas angehen

05.09.2021  |  Claudio Grass
In den letzten Monaten ist aus Gesprächen mit Freunden und Partnern aus der Goldbranche klar geworden, dass die Einzelhandelsnachfrage nach physischem Gold von Schweizer Investoren deutlich zunimmt. Das Interessante an dieser Entwicklung ist, dass der Großteil der neuen Aufträge von kleineren Konten stammt, was zeigt, dass es vielmehr normale Sparer und Bürger sind, die diesen Trend vorantreiben und keine Experten, Spekulanten oder große Investoren.


Die Schweizer Mentalität

Angesichts dessen, was wir seit Beginn der Pandemie beobachten konnten - all die Regierungsexzesse und all die wirtschaftliche Zerstörung auf globaler Ebene - ist es nicht sonderlich überraschend, dass sich der durchschnittliche Schweizer Bürger physischen Edelmetallen zuwendet, um sich auf die Zukunft vorzubereiten und den eigenen Wohlstand zu schützen.

Diese Haltung ist ein Kernbestandteil der Schweizer Kultur und Mentalität und trägt maßgeblich dazu bei, die Stabilität, den Wohlstand und die Vorhersagbarkeit zu erklären, für die das Land auf der ganzen Welt bekannt ist.

Der zentrale Bestandteil ist dabei das Konzept der persönlichen Verantwortung, des selbständigen Denkens und Handelns sowie der Selbsterhaltung. Mit anderen Worten: Es ist unerlässlich, für sich selbst zu denken und für die Zukunft zu planen, ungeachtet dessen, was die Mehrheit aktuell denken oder irgendeine zentralisierte Autorität versprechen mag. Dies konnten wir während der COVID-Krise im großen Stil beobachten.

Die Schweizer Regierung bemühte sich wiederholt, wie jede andere Regierung auch, die Öffentlichkeit zu beschwichtigen, indem sie behauptete, alle Beschränkungen und ergriffenen Maßnahmen seien im besten Interesse des Volkes und zu ihrem eigenen Wohl. Zeitgleich versuchten die Regierungsbeamten, äußerst berechtigte Sorgen in Bezug auf die Wirtschaft zu zerstreuen, indem bekräftigt wurde, alles sei unter Kontrolle und die Erholung habe bereits begonnen.

Im Gegensatz zu vielen anderen westlichen Bürgern nehmen die Schweizer all diese Versprechen und Beschwichtigungen tendenziell mit einer gesunden Dosis Skepsis wahr. Sie wissen sehr wohl, dass sie sich absichern und ihre eigenen Maßnahmen ergreifen müssen, um sich, ihre Familien und ihre Ersparnisse zu schützen. Wie zuversichtlich die Verantwortlichen auch klingen mögen, direktes, eigenständiges Handeln und vorausschauendes Planen ist eindeutig eine weitaus verlässlichere Strategie als blindes Vertrauen in die Regierung, Abwarten und Hoffen auf das Beste.


Direkte Demokratie: Ein entscheidender Vorteil

Natürlich steht den Schweizern zudem im Gegensatz zu anderen westlichen Bürgern ein einzigartiges und wertvolles Werkzeug zur Verfügung, mit dem sie ihr eigenes Schicksal schmieden und Kontrolle über ihre Leben und ihre Zukunft behalten können. Das Schweizer System der Subsidiarität und die regelmäßigen Volksentscheide, die in dem Land stattfinden, stellen sicher, dass die staatlichen Mächte im Rahmen bleiben und das Volk am Ende das letzte Wort bei allen wichtigen Themen hat.

In diesem System ist es deutlich schwieriger für Politiker, ihre Reichweite und ihren Einfluss auf die Leben der Bürger zu verstärken, denn die Schweizer Verfassung garantiert, dass die Stimmen dieser Bürger gehört werden. Die Kultur der offenen Debatte und des freien Dialogs, die ebenfalls aus dem Erbe der direkten Demokratie hervorgeht, stellt zudem sicher, dass normale Bürger ihre Rechte und Freiheiten direkt, friedlich und effektiv verteidigen können.

Der Gedanke friedlicher Meinungsverschiedenheiten und der Fähigkeit praktisch "anzuerkennen, unterschiedlicher Meinung zu sein", ist essentiell für jedes funktionierende politische System und ist genau das, was in anderen westlichen Demokratien verlorengeht. Dort wird der Druck ideologischer Konformität, Zensur und Unterdrückung der Redefreiheit und freien Debatte zunehmend zur Norm - ein Trend, der sich seit Jahren beschleunigt und das Staatswesen verstärkt polarisiert.

Spannungen eskalieren, da es nicht ermöglicht wird, dass gegensätzliche Meinungen ruhig und unabhängig koexistieren oder Andersdenkende einfach "aussteigen" können, um sich friedlich zurückzuziehen.

Die wichtigste Erkenntnis für Investoren und Bürger hieraus ist, dass man nicht unbedingt in der Schweiz leben muss, um die Kerngedanken, für die das Land bekannt ist, für sich anzunehmen und zu nutzen. Man kann sich diese Mentalität auf persönlicher Ebene aneignen, sich auf die Eigenverantwortung konzentrieren sowie darauf, vorausschauend zu planen und entschlossen und unabhängig zu handeln, seine Meinung frei zu äußern und das Recht seines Nachbarn zu respektieren, das Gleiche zu tun.


© Claudio Grass
www.claudiograss.ch


Dieser Artikel wurde am 31.08.2021 auf www.gold-eagle.com veröffentlicht und exklusiv für GoldSeiten übersetzt.


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