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Aktienmärkte schwach, Notenbankpolitik im Realitätscheck, US-Politik

09.09.2021  |  Christian Buntrock
Der Euro eröffnet heute gegenüber dem USD bei 1,1814 (06:30 Uhr), nachdem der Tiefstkurs der letzten 24 Handelsstunden bei 1,1802 im US-Geschäft markiert wurde. Der USD stellt sich gegenüber dem JPY auf 110,2. In der Folge notiert EUR-JPY bei 130,19. EUR-CHF oszilliert bei 1,08783.

An den Aktienmärkten verschlechterte sich zuletzt die Stimmung der Anleger. Der DAX fiel auf 15.610 Punkte, auf den tiefsten Stand seit fünf Wochen. Auch die anderen europäischen Aktienindizes tendierten schwach. Vor der heutigen EZB-Sitzung mag etwas Vorsicht unter den Markteilnehmer herrschen, von denen einige mit einem schnelleren Ausstieg aus der lockeren Geldpolitik der EZB rechnen. Wie realistisch das ist, mag dahingestellt sein. Positionen wie z.B. von Österreichs Notenbankchef Robert Holzmann, der eine solchen schnelleren Ausstieg favorisiert, waren in der EZB bisher nicht mehrheitsfähig.

Es wäre sehr überraschend, sollte sich dies geändert haben. Druck auf die deutschen Aktien könnte in den Vorwahlwochen weiter entstehen, sobald der Kapitalmarkt das Szenario einer Rot-Rot-Grünen Regierung für realistisch erachtet. Ob politische Börsen in diesem Fall kurze Beine haben oder ob sich eine solche Regierung sich mittelfristig als rotes Tuch für die Anleger darstellt, mag jeder für sich entscheiden. Wir raten wie immer zu weltweit gut diversifizierten Portfolien.


Türkei: Notenbankpolitik zwischen Realität und Politik

Der im März ins Amt erhobene Gouverneur der türkischen Zentralbank Sahap Kavcioglu versucht den Spagat zwischen Devisenmarkt und Politik. So versprach er den Marktteilnehmern, den Leitzins über der Inflation zu halten. Seitens der Politik, verkörpert durch Präsident Erdogan, besteht der Wunsch, die Zinsen zu senken. Die Vorgänger Kavcioglus, die stattdessen Zinserhöhungen durchführten, verloren zuletzt ihre Position. Da die jüngsten Inflationsdaten bereits zu einer negativen Realverzinsung führten, besteht Handlungsbedarf: zukünftig will die türkische Zentralbank ihren Fokus auf die niedrigere Kerninflation legen.

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Nach dieser neuen Sichtweise wäre die Realverzinsung positiv. Somit wäre das Problem per (Neu-) Definition zunächst gelöst und Kavcioglu hat seine Position vorerst gerettet. Ein Taschenspielertrick löst jedoch keine zugrunde liegenden Strukturprobleme, die Lira reagiert bereits mit Schwäche.


US-Schuldenlimit wird bald erreicht

Die USA werden laut US-Finanzministerin Janet Yellen ihr Schuldenlimit im Oktober überschreiten. In einem Brief an den Kongress schrieb sie, dass „das wahrscheinlichste Ergebnis sei, dass die Barmittel und außerordentlichen Maßnahmen im Laufe des Monats Oktober ausgeschöpft werden“. Somit wurde der Startschuss gesetzt für das in den USA das bereits bekannte Ringen um das Budget zwischen Demokraten und Republikanern.

In dieser Runde wird es an den Republikanern sein, den Demokraten Verantwortungslosigkeit in der Budgetpolitik vorzuwerfen. Trotz der Rekordverschuldung unter US-Präsident Trump. Die Neuverschuldung wird in den USA in diesem Jahr bei ca. 15% liegen, die Staatsverschulung bei 132,5 % des BIP. (Zum Vergleich: Europa 6,7% bzw. 99%).

Mittelfristig spielt das Ereignis für die Märkte keine Rolle. Eine Einigung mag zwar wie bei den letzten Verhandlungen spät getroffen werden, die Nachteile einer zwischenzeitlichen Zahlungsunfähigkeit sind jedoch für beide Seite zu hoch, als dass sie nicht stattfinden sollte.

Zusammenfassend ergibt sich ein Szenario, das den EUR gegenüber dem USD favorisiert. Ein Unterschreiten des Unterstützungszone bei 1.1640 - 1.1670 negiert den positiven Bias des EUR.

Viel Erfolg!


© Christian Buntrock
Solvecon Invest GmbH



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