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Produzentenpreise steigen um 8,3% - EZB tapert nicht! - Gold an kritischer Unterstützung

13.09.2021  |  Markus Blaschzok
Der Goldpreis fiel vergangene Handelswoche um 2,3% auf 1.787 US-Dollar, wobei wichtige technische Unterstützungen unterschritten wurden. Silber korrigierte noch stärker um 4,2% auf die wichtige Unterstützung bei 23,80 US-Dollar, nachdem die großen vier Händler an der COMEX mit 11 Tagen der Weltproduktion auf einen wieder fallenden Preis gewettet hatten. Platin, das bis dato immer noch an einem Überangebot leidet, tauchte um 7% ab und testete damit zum dritten Mal die Unterstützung bei 960 US-Dollar, womit auch ein langfristiger Aufwärtstrend gebrochen wurde. Am stärksten traf es jedoch den Palladiumpreis, der um fast 12% auf 2.135 US-Dollar einbrach.

Gold reagierte damit nicht auf den starken Anstieg der US-Produzentenpreise, die um 8,3% zum Vorjahr und 0,7% zum Vormonat anstiegen, womit die Erwartungen der Analysten übertroffen wurden. Auch die Kernrate stieg um 6,7% zum Vorjahr, womit immer mehr Investoren am vorübergehenden Charakter des Konsumentenpreisanstiegs zu zweifeln beginnen. Dass der Goldpreis von diesen Nachrichten am Freitag nicht profitieren konnte, ist als Schwäche zu interpretieren.

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Alle Edelmetalle fielen vergangene Woche und auch die Goldminen gaben um 5,7% nach


Die US-Notenbank hat sich kürzlich von ihrem früheren Hauptziel der "Preisstabilität" verabschiedet und ihre Geldpolitik allein von der Entwicklung des Arbeitsmarktes abhängig gemacht. Der letzte Arbeitsmarktbericht war eine Katastrophe mit nur 235 Tsd. anstatt der erwarteten 728 Tsd. neu geschaffenen Stellen. Dies stellt die Wirtschaftserholung infrage, während die Preise weiter ansteigen - die Stagflation ist da!

Da die Aktienmärkte ausschließlich aufgrund der Flut neu gedruckten Geldes auf ihrem Allzeithoch notieren, hängt deren weitere Entwicklung von der Fortsetzung der QE-Programme ab. Je mehr Geld über einen umso längeren Zeitraum gedruckt wird, desto mehr wird der Dollar an Kaufkraft verlieren, was wiederum höhere Aktienkurse rechtfertigt.

Auch in der Bundesrepublik lag die Teuerung im August auf dem höchsten Stand seit 30 Jahren. Nach der offiziellen Statistik stiegen die Verbraucherpreise im August um 3,9 Prozent an. Zuletzt waren diese mit 4,3 Prozent kurz nach dem Beitritt der DDR zur BRD so hoch, nachdem man zur Finanzierung der Wiedervereinigung hohe Schulden machte. Bundesbankpräsident Weidmann erwartet bis Jahresende einen Anstieg des Verbraucherpreisindex von bis zu fünf Prozent zum Vorjahr.

Die realen 10-jährigen Zinsen für bundesdeutsche Anleihen rentieren inflationsbereinigt bereits seit über fünf Jahren negativ und liegen aktuell bei -4,23%. Dies ist nur möglich, da nicht nur das europäische Geldsystem sozialistisch/zentralistisch ist, sondern auch die Anleihenmärkte planwirtschaftlich verzerrt sind. Ohne die Ankaufprogramme der Notenbanken und der Fälschung der offiziellen Verbraucherpreisstatistiken wären die Anleihenmärkte längst eingebrochen und die Zinsen nach oben geschossen.

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Schwacher Arbeitsmarkt - hohe Inflation - starker US-Dollar


Doch dies versucht man zu verhindern, denn die planwirtschaftlich künstlich niedrigen Zinsen haben gigantische Fehlallokationen geschaffen, die in einer historisch einmalig starken Rezession enden müssen, sobald die Zinsen wieder ansteigen werden. Den konservativen Inflationsprognosen der Notenbanken, die in den nächsten Jahren eine rückläufige Teuerung zurück auf das 2-Prozent-Durchschnittsziel erwarten, liegt die Erwartung eines baldigen Taperings und letztlich ein Ende der QE-Programme zugrunde.

Diese Annahme ist jedoch falsch, denn dies würde die Zinsen ansteigen und die Blasen an den Märkten platzen lassen, weshalb die nächsten Jahre der Stagflation von immer neuen Krisen begleitet werden. Politik und Notenbanken wissen, dass die Rechnung für die hausgemachten Probleme gezahlt werden muss und sie sich in eine Sackgasse manövriert haben. Die Frage ist also nicht, ob sich die QE-Programme und die Rezession fortsetzen werden, sondern nur wie die Politik uns diese Ereignisse verkaufen wird.

Wir werden erleben, welche Sau nach Corona durchs Dorf getrieben wird, um die Schuld an dem Zusammenbruch der zentralistisch/planwirtschaftlichen Wohlfahrtspolitik einem neuen exogenen Faktor in die Schuhe zu schieben. Obwohl der Staat die alleinige Schuld an der Misere trägt, werden die Politiker ihre Hände in Unschuld waschen und sich in der nächsten Krise wieder als Retter gebaren.


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