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Hypotheken-, Banken- u. Finanzmarktkrise: Darum Sachwerte wie Gold und Edelholz!

24.08.2007  |  Marco Feiten
Noch vor rund einem Monat - Mitte Juli - schien die Welt noch in Ordnung. Die meisten Aktienmärkte hatten neue Höchstkurse erreicht, für Börsenmagazine schien ein DAX-Stand über 10.000 Punkten nur noch eine Frage der Zeit zu sein. Die seit 2006 schwelende Immobilienmarktkrise in den USA hatte bisher keine gravierenden Folgen, warum sollte sich das ändern? Doch dann gab die US-Investmentbank Bear Stearns bekannt, dass zwei ihrer Hedgefonds durch die Krise am Markt für zweitklassige Hypotheken (engl. subprime mortgages) faktisch nichts mehr wert seien. Zuvor waren die beiden noch 1,5 Milliarden US-Dollar schwer.

"Was interessiert es mich, wenn sich in den USA die Hauskäufer übernommen haben und sich nun die Kreditbedingungen verschärfen" mag sich der ein oder andere hiesige Zeitgenosse gedacht haben. Doch am 28. Juli verschreckte die deutsche Mittelstandsbank IKB mit der Meldung, dass sie wegen Fehlspekulationen am US-Immobilienmarkt in eine ernste Krise geraten sei. Nur durch das Auffangen durch die staatliche Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und andere Banken konnte eine Pleite abgewendet werden.

Immer mehr US-Hypothekenbanken melden Insolvenz an und bringen damit jene Banken unter Druck, die diesen Instituten Kredite gewährt haben. Gläubiger der Pleite gegangenen US-Gesellschaft HomeBanc sind zum Beispiel die Deutsche Bank, Commerzbank, die belgisch-niederländische Fortis und die französische BNP. Wie in einem Dominospiel kippt eine Gesellschaft nach der anderen und reißt damit ihrerseits andere Institute mit.

Inzwischen sind weitere Schieflagen bekannt geworden, etwa bei der Postbank und der SachsenLB. Erneut muss man feststellen, dass ausgerechnet die deutschen Banken am stärksten betroffen sind. Schon zur Jahrtausendwende zu Zeiten der Technologie-Blase ("New Economy") war in den USA vom "dummen deutschen Geld" die Rede, denn nur die Deutschen waren - entschuldigen Sie die krasse Formulierung - so blöd und finanzierten auch das letzte höchst fragwürdige Medienprojekt und verloren damit ihr Geld.

Wie dramatisch die Situation ist, zeigt sich an den gewaltigen Liquiditätsspritzen der Notenbanken, die teils schon weit über dem Volumen derer nach den Anschlägen vom 11. September 2001 liegen. Neben der US-Notenbank pumpten auch die Notenbanken von Japan, Australien, Singapur, Kanada, Norwegen und der Schweiz Geld in den Markt. Am meisten jedoch sah sich die Europäische Zentralbank zur Unterstützung genötigt. Der Hintergrund ist der, dass der Interbanken-Geldmarkt völlig in sich zusammenbrach bzw. immer höhere Risikoaufschläge verlangt wurden. Es drohte also eine echte Liquiditätskrise und noch ist das Ganze bei weitem nicht ausgestanden.

Um es auf den Punkt zu bringen: die Banken trauen sich gegenseitig nicht mehr über den Weg. Niemand weiß so recht, ob und wer welche "Leichen im Keller" hat. Wenn sich die Banken untereinander schon nicht mehr trauen, so muss doch die Frage erlaubt sein, warum dies ausgerechnet Privatpersonen tun sollten. Genau deshalb war die Formulierung von Jochen Sanio, Präsident der Aufsichtsbehörde Bafin, keineswegs überzogen, als er von der "größten Bankenkrise seit 1931" sprach.

Die Turbulenzen um den US-Immobilien- und -hypothekenmarkt haben sich inzwischen auf andere Bereiche ausgeweitet und auch an den Börsen kam es deutlichen Einbrüchen. Auch das Gold und insbesondere die Goldminen kamen unter Druck. "Zufälligerweise" haben die Zentralbanken im Juli 67 Tonnen Gold verkauft, insbesondere die Notenbanken der Schweiz und Spaniens.

Ein Schelm wer Böses dabei denkt. Offenbar war den Notenbanken sehr daran gelegen, das Gold nicht als "sicheren Hafen" erscheinen zu lassen. Wir denken, dass der Goldpreis womöglich kurzfristig unter Druck bleibt, sehen jedoch mehr denn je die Notwendigkeit, Vermögen durch die Beimischung eines physischen Investments abzusichern (lesen Sie dazu: "Warum physisches Gold" von Andreas Rühl).

In einer für die "Financial Times Deutschland" schreibt Wolfgang Münchau:

"Da wir es mit einer nichttrivialen Wahrscheinlichkeit einer systemischen Bankenkrise zu tun haben, sollte man auf keinen Fall sein gesamtes Vermögen auf der Bank halten, etwa in der Form eines Sparbuchs. Wenn man sieht, wie sich gerade die öffentlichen Banken in Deutschland im Kreditmarkt verzockt haben, dann kommt man zu dem Schluss, dass das Sparbuch bei der Sparkasse eines der riskantesten Anlageobjekte überhaupt ist.

Natürlich sind in Deutschland kleine Spareinlagen effektiv versichert. Natürlich springt der Staat in Fällen wie IKB oder Sachsen LB ein. Die Spielräume von Regierungen und Zentralbanken sind zwar nicht gering, aber im Falle einer systemischen Bankenkrise wäre es wahrscheinlich, dass viele Investoren sicher geglaubtes Geld verlieren.

Eine der besten Versicherungen gegen Kernschmelze in den Geld- und Kreditmärkten sind Anlagen außerhalb des Bankensektors, etwa in Immobilien oder Gold. Das Motto "Cash is King" stimmt zwar, aber Cash in einer illiquiden Bank ist nicht Liquidität. Ich glaube nicht, dass wir vor einem neuen Immobilienboom stehen, aber gerade in Deutschland sind die Preise moderat, sodass Investoren hier kaum ein Risiko eingehen. In Bezug auf den Goldpreis bin ich angesichts der Inflationsrisiken relativ optimistisch.
"

Quelle: http://www.ftd.de/meinung/leitartikel/242232.html]aktuellen Kolumne


Dem können wir uns nur anschließen. Ergänzend: auch Edelholz bietet als Sachwertanlage die entsprechenden Vorzüge. Das "schlaue Geld" legt anders an. Gehören Sie dazu?


© Marco Feiten
Prokurist IFL® Rühl GmbH



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