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Achterbahnfahrt bei Gold und Silber - US-Staatsschulden auf Rekordniveau

11.10.2021  |  Markus Blaschzok
Gold und Silber durchlebten am Freitag eine wahre Achterbahnfahrt, nachdem die US-Arbeitsmarktdaten auf den ersten Blick die Erwartungen des Marktes herbe enttäuscht hatten. Anstatt den erwarteten 500 Tsd. neuen Jobs außerhalb der Landwirtschaft wurden im September lediglich 194 Tsd. neue Stellen geschaffen. Die Entwicklung am US-Arbeitsmarkt ist aktuell das Zünglein an der Waage, die entscheidet, ob die US-Notenbank bis Jahresende mit der angekündigten Drosselung der Anleihenkäufe beginnen wird oder nicht.

Eine Abkehr von diesen Plänen hätte mehr Geld aus der Druckerpresse zur Folge, was letztlich Zinsen senken, den US-Dollar schwächen und die ohnehin hohen Inflationserwartungen noch zusätzlich anheizen würde. Exakt so verhielt sich der Markt in einer ersten Reaktion auf diesen Arbeitsmarktbericht – der Dollar kam unter Druck, die Renditen der zehnjährigen US-Staatsanleihen stiegen an und Gold und Silber schossen nach oben.

Der Goldpreis sprang sofort um 20 US-Dollar nach oben und konnte damit seinen Abwärtstrend kurzzeitig verlassen, wogegen der Silberpreis um 50 US-Cent an seinen mittelfristigen Abwärtstrend bei 23,10 US-Dollar katapultiert wurde. Auf den zweiten Blick stellte sich der Arbeitsmarktbericht jedoch als nicht so schlecht heraus, da 123 Tsd. Regierungsstellen abgebaut, die Zahlen der beiden Vormonate nach oben revidiert wurden und die Arbeitslosenrate von 5,2% auf 4,8% gefallen war, während hier nur 5,1% erwartet wurden. Dieser Report dürfte einigen Analysten sowie den Notenbankern einiges an Kopfzerbrechen bereiten mit Blick auf die nächste Notenbanksitzung Anfang Dezember.

Nachdem die Märkte erkannten, dass der Arbeitsmarktbericht doch nicht so schlecht war und einem Tapering im November oder Dezember nicht im Weg stehen muss, drehten die Märkte vom Fleck weg. Gold und Silber verloren ihre Tagesgewinne, fielen zurück in ihre mittelfristigen Abwärtstrends und stehen nun kurz davor kurzfristige korrektive Aufwärtstrends zu brechen. Die zehnjährigen Zinsen stiegen wieder auf 1.61%, während der US-Dollar einige seiner Tagesverluste wettmachen und wieder auf 94 Punkte im USD-Index ansteigen konnte.

Platin und Palladium waren hingegen die Wochengewinner, nachdem diese in den Vorwochen herbe Verluste einstecken mussten. Platin vollzog am Mittwoch eine Trendumkehr und stieg auf 1.029 US-Dollar an, während Platin von 1.847 US-Dollar im Tief auf 2.080 US-Dollar sprang im Rahmen eines kleinen Short-Squeeze. In den letzten Wochen wiesen wir auf die extreme Netto-Shortposition am Terminmarkt für Palladium hin und mahnten, dass diese jederzeit zu einem starken und schnellen Anstieg auf 2.300 US-Dollar führen könnte im Rahmen eines Short-Squeeze am Terminmarkt.

Auch die Goldminen im HUI-Goldminenindex stiegen vergangene Woche deutlich an und überwanden am Freitag kurzzeitig den mittelfristigen Abwärtstrend, um zum Wochenschluss mit 240 Punkten letztlich doch noch darunter zu schließen. Für einen bullischen Ausbruch müsste der Goldpreis über 1.780 US-Dollar ansteigen und damit den Bruch des mittelfristigen Abwärtstrends bestätigen.

Infolgedessen würde wahrscheinlich auch der Silberpreis seinen Abwärtstrend bei 23 US-Dollar verlassen und der HUI-Goldminenindex seinen Abwärtstrend überwinden. Solange dem Goldpreis dies jedoch nicht gelingt, sind die Abwärtstrends in allen drei Märkten noch intakt. Letztlich dürfte bereits der Wochenbeginn entscheiden, ob es bei den Edelmetallen nach der positiven Vorwoche weiter nach oben gehen kann und eine Trendwende mit neuen Kaufsignalen erfolgt oder ob sich die Abwärtstrends noch einmal fortsetzen werden.


Schulden und das Drucken von Geld erzeugen Inflation und Armut

In den USA hat man den "Streit" um die regelmäßige Anhebung der Schuldenobergrenze vorerst beigelegt und eine endgültige Einigung in den Dezember verschoben. Es gibt eine vorübergehende Anhebung um 480 Mrd. US-Dollar auf 28,9 Billionen US-Dollar, was gerade einmal bis Anfang Dezember reichen sollte, um die die horrenden Staatsausgaben der linken Biden-Regierung zu finanzieren.

Die mediale Berichterstattung darüber war gewohnt dramatisch, wobei man wieder einmal einen drohenden Zahlungsausfall der USA an die Wand malte, wobei die Wahrscheinlichkeit einer Anhebung bei 100% liegt, ebenso wie bei den über einhundert Malen in der Vergangenheit. Interessant ist der Fakt, dass die linksgerichteten Demokraten die Schuldenobergrenze in der Vergangenheit durchschnittlich um 17% angehoben hatten, während die im Vergleich zu den Demokraten konservativer und marktwirtschaftlicher orientierten Republikaner die Grenze jeweils nur um durchschnittlich 6% erhöhten.

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Die nominale US-Verschuldung steigt exponentiell an


Die Finanzministerin der USA und ehemalige Notenbankchefin Janet Yellen schlug die Abschaffung dieser Schuldenobergrenze vor, da diese unnötig sei und ohnehin immer wieder angehoben würde. Die US-Regierung hat sich von den Befugnissen, die ihr die US-Verfassung zugesteht, so weit entfernt, dass es letztlich egal ist, ob es eine Obergrenze gibt oder nicht. Eine Regierung, die das Monopol auf das Drucken von Geld an sich gerissen hat wird immer der Versuchung erliegen die eigenen Utopien über die Druckerpresse zu finanzieren.

Deshalb sollte eine Regierung niemals die Hoheit über die Geldschöpfung haben, geschweige denn sich überhaupt verschulden dürfen. Sollte sich ein Staat verschulden müssen, dann zu den Zinsen, die der freie Markt in einer freien Gesellschaft vorgibt. Dies würde eine natürliche Obergrenze der Schuldenaufnahme erzwingen und so die Bürger vor der totalen Enteignung unverantwortlich handelnder Politiker schützen und eine mögliche Zerstörung von Wirtschaft und Wohlstand durch planwirtschaftliche Staatseingriffe unwahrscheinlicher machen.

Würde die US-Notenbank die Ausgaben der US-Regierung nicht über den Kauf der Staatsanleihen indirekt finanzieren, so stiegen die Marktzinsen angesichts der hohen Inflationsraten sofort in den Himmel. Die explodierenden Kosten einer weiteren Verschuldung zu marktadäquaten Zinsen hätte letztlich den Bankrott der US-Regierung zur Folge. Dies gilt auch für die Europäische Union, deren Nationen ohne die planwirtschaftliche Senkung der Zinsen für Staatsanleihen schnell zu einer vernünftigen und nachhaltigen Austeritätspolitik gezwungen würden.


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