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Der Aufstieg des Neo-Sozialismus. Und wie man ihn stoppt

22.10.2021  |  Prof. Dr. Thorsten Polleit
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Wird dem politischen Globalismus nicht Einhalt geboten, wird der Neo-Sozialismus errichtet, werden die Überreste des freien Marktes auch noch abgeschafft. Das altbekannte Problem, dass nämlich der Sozialismus und seine Spielarten undurchführbar sind, würde unerbittlich in Erscheinung treten. Verarmung der Bevölkerung, der Menschheit, wäre die Folge.

Die politisch herbeigeführte Verteuerung der Energie deutet bereits an, was droht: Die radikale, in einer relativ kurzen Zeit herbeigeführte Verteuerung der Energie droht, die bestehende Produktions- und Beschäftigungsstruktur auf der Welt umzustürzen, Unternehmenspleiten und Massenarbeitslosigkeit auszulösen. Das wiederum wird Rufe nach dem "helfenden Staat" laut werden lassen. Der "Staat als Retter" zahlt Arbeitslosenunterstützung und Subventionen in großem Stil, sorgt für nachfragewirksame Ausgabenprogramme.


Der "Neo-Sozialismus" und das ungedeckte Papiergeld

Finanziert wird das durch die Ausgabe neuer Staatsschulden, die von den Zentralbanken aufgekauft und mit neuem Geld bezahlt werden. Eine nachlassende Wirtschaftskraft, vor allem aber das Anschwellen der Geldmengen, die die Zentralbanken ausgeben, treiben die Güterpreise in die Höhe. Das Leben wird teurer, der Lebensstandard der breiten Bevölkerung sinkt. Wenn die Menschen nicht die Ursache der Verschlechterung ihrer materiellen Lebenslage erkennen, wird der Staat sich als dauerhafter "Problemlöser" aufspielen.

Er ergreift Maßnahmen, um der Verteuerung von Nahrungsmitteln, Mieten, Versicherungsbeiträgen etc. entgegenzuwirken - beispielsweise durch Erlass von Höchstpreisen (für zum Beispiel Nahrungsmittel und Transport) und Mindestpreise (für zum Beispiel Löhne). Das hemmt die Volkswirtschaft, die Produktion leidet, die Versorgungslage der Menschen verschlechtert sich, und der Plan der Neo-Sozialisten geht auf.

So gesehen ist die (erhöhte) Preisinflation ganz im Sinne des neo-sozialistischen Programms. Sie bremst nicht nur die wirtschaftliche Expansion, sie macht auch breite Teile der Bevölkerung zu Bedürftigen, die sich an den Staat wenden (müssen), um Almosen zu erhalten. Die Entwertung des Geldes und der in Geld ausgewiesenen Ersparnisse, für die die Preisinflation sorgt, verschafft dem Staat eine wachsende Gefolgschaft, die ein vitales Interesse an einem großen und finanzstarken Staat hat.

So gesehen ist es nicht überraschend, dass die Zentralbanken mittlerweile eine Geldpolitik verfolgen, die die Preisinflation über die 2-Prozentmarke hinaus treibt. Die Preisinflation ist schließlich keine Naturkatastrophe; sie ist "menschengemacht", entweder die Folge von "Fehlern" oder aber von gezielt getroffenen Entscheidungen.

Solange die Preisinflation vor den Augen der breiten Bevölkerung verborgen bleibt, übt die Inflation ihr übles Geschäft aus: Geldentwertung, Zerstörung der Ersparnisse, Umverteilung. Wenn die Preisinflation aber zu groß wird, dann droht der Schwindel aufzufliegen. Dann kann es sogar zur Flucht aus dem Geld kommen: Die Menschen versuchen, ihr Geld loszuwerden, indem sie es gegen Sachwerte (Aktien, Häuser, Kunst etc.) eintauschen.

Schwindet das Vertrauen in das ungedeckte Geld, stehen Hoch- oder gar Hyperinflation vor der Tür - es sei denn, die Zentralbanken schwenken um und reduzieren die Preisinflation, indem sie die Zinsen anheben und das Geldmengenwachstum abbremsen. Dann jedoch würde die Schuldenpyramide, die in der westlichen Welt seit Jahrzehnten aufgebaut wurde, zusammenbrechen und mit ihr die Produktions- und Beschäftigungsstruktur sowie auch das ganze Neo-Sozialismus-Projekt.

Verständlich also, warum die Zentralbanken alles daransetzen, die Bevölkerung davon zu überzeugen, sie, die Zentralbanken, seien unverzichtbar, seien die Garanten für gutes Geld, sie seien die "Inflationsbekämpfer". Die Verdrehung der Wahrheit könnte nicht größer sein.

Das ungedeckte Papier- oder auch Fiat-Geldsystem ist von entscheidender Bedeutung für den Erfolg des neo-sozialistischen Großprojektes. "Richtig dosiert", erlaubt es ihm, das volle Ausmaß der Kosten, die der "Große Neustart" verursacht, vor den Augen der Öffentlichkeit zu verschleiern. Wenn es also den Zentralbankräten gelingt, das Vertrauen der Menschen in das Fiat-Geld zu bewahren, dann können auch die Neo-Sozialisten mit ihren Umsturzplänen weiter voranschreiten.

Ein Vertrauensverlust in das Fiat-Geld - beispielsweise ausgelöst durch eine hohe Preisinflation infolge einer zu ungestümen Geldmengenvermehrung - kann hingegen das Neo-Sozialismus-Projekt aus der Kurve werfen. So gesehen birgt der aktuelle Auftrieb der Güter- und Vermögenspreise - so schmerzhaft er auch für die meisten Einkommensverdiener ist - zumindest die Chance, dass der Fiat-Geldschwindel entzaubert wird und den Neo-Sozialisten sprichwörtlich das Geld ausgeht.


Kampf der Ideen

Die Menschheitsgeschichte ist nicht - wie Karl Marx es den Leuten eingeflüstert hat - das Ergebnis von gesellschaftlichen Entwicklungsgesetzen, an deren Ende notwendigerweise der Sozialismus-Marxismus steht. Sie ist vielmehr von Ideen bestimmt, die die Menschen antreiben. Wenn sie überzeugt sind, der Sozialismus ist das heilbringende System, dann werden sie alles daransetzen, den Sozialismus zu errichten.

Um also das, was sich derzeit sich weltweit vollzieht - das Vordringen des Staates und das Zurückdrängen des freien Marktsystems -, aufzuhalten und umzukehren, gibt es keinen anderen Weg, als in den "Kampf um die besseren Ideen" einzusteigen - und die schlechten Ideen zu entzaubern, den guten Ideen - den Ideen der freien Märkte - zum Durchbruch zu verhelfen.

Ökonomisch gesehen ist die Schlacht längst geschlagen: Man kann aufzeigen, dass der Sozialismus und alle seine Spielarten zum Scheitern verurteilt sind; dass ihr Scheitern in der Realität kein Zufall, sondern das es auf das Wirken von ökonomischen Gesetzen zurückzuführen ist. Da diese Erkenntnis nicht allgegenwärtig ist, muss man aufklären: man muss seine Mitmenschen aufklären über die Gefahren, die der Sozialismus bringt.

Zudem muss man auch erklären, dass das, was als "grüne Politik", als "Großer Neustart" angepriesen wird, geradewegs aus der sozialistischen Hexenküche stammt, dass sie eine Neuauflage altbekannter sozialistischer Ideen im neuen Gewand darstellen. Man kann Aufklärungsarbeiten leisten, indem man beispielsweise Artikel, Podcast, Videos liberalerlibertärer Denker versendet und deren Bücher verschenkt - an Familienangehörige, Freunde, Arbeitskollegen. Und man muss auch stets die positive Alternative aufzeigen, die Eigentum, individuelle Freiheit und freien Märkte bereithalten - und dass deren Akzeptanz ein dauerhaft friedvolles und


© Prof. Dr. Thorsten Polleit
Auszug aus dem Marktreport der Degussa Goldhandel GmbH



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