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Rallye am Edelmetallmarkt und bei den Minenaktien

26.10.2021  |  Markus Blaschzok
Von der breiten Öffentlichkeit unbemerkt stiegen die Edelmetallpreise und Minenaktien in den vergangenen beiden Wochen an. Nachdem der Goldpreis am Freitag den Widerstand bei 1.800 US-Dollar durchbrochen hatte und auf 1.814 US-Dollar angestiegen war, beendete eine Aussage des US-Notenbankchefs die Rallye und Gold fiel wieder um 30 US-Dollar. Jerome Powell hatte den baldigen Start des Taperings mit einem Ende des Wertpapierkaufprogramms bis Mitte 2022 noch einmal bekräftigt. Obwohl man dies bereits bei der letzten Notenbanksitzung klar kommunizierte, reagierte der Markt reflexartig mit einem stärkeren US-Dollar und fallenden Zinsen, während die Edelmetalle und Minenaktien verkauft wurden.

Das bis dahin bullische Momentum am Edelmetallmarkt wurde an diesem Tag zwar zerstört, doch sind die Aufwärtstrends noch immer intakt, weshalb die Bullen weiterhin am Zug sind. Der Goldpreis beendete die Handelswoche mit einem Plus von 1,4% bei 1.792 US-Dollar und damit wieder unter dem wichtigen Widerstand bei 1.800 US-Dollar, den die Bullen in der kommenden Woche wieder angreifen werden. In der neuen Handelswoche muss der Goldpreis diese Hürde schnell wieder überwinden, da sonst die Bären an dieser wichtigen Marke einen neuen Angriff starten werden.

Der neueste COT-Report der US-Terminmarktaufsicht enthüllte am Freitag, dass der erste Preisanstieg bis Dienstag in allen Edelmetallen primär von Spekulation getrieben wurde und nicht von einer starken physischen Nachfrage. Für einen nachhaltigen Anstieg muss die physische Nachfrage auch zunehmen, beispielsweise durch Käufe von Münzen- und Barren sowie Investments in physisch hinterlegte ETF-Produkte.

Dem Silberpreis gelang in der letzten Woche ein Anstieg von 4,5% auf 24,85 US-Dollar, nachdem in der Vorwoche ein mittelfristiger Abwärtstrend gebrochen wurde und Investoren bei 23,20 US-Dollar ein prozyklisches Kaufsignal erhielten.

Ein Kaufsignal bei Platin gab es am 8. Oktober mit einem Anstieg über den Widerstand bei 1.000 US-Dollar, worauf der Preis am Freitag auch über den Widerstand bei 1.060 US-Dollar mit einem Hoch bei 1.080 US-Dollar kletterte. Dank der Verbalintervention der FED ging Platin bei 1.040 US-Dollar unter dem Widerstand bei 1.060 US-Dollar ins Wochenende. Mit einem erneuten Preisanstieg über 1.060 US-Dollar, gleichzeitig mit einem Goldpreis über 1.800 US-Dollar, gibt es ein neues Kaufsignal mit dem Ziel bei 1.160 US-Dollar für Platin.

Der HUI-Goldminenindex stieg am Freitag auf 267 Punkte, nachdem dieser in der vorletzten Woche seinen Abwärtstrend überwinden konnte. Damit handelt der Index wieder über der Unterstützung bei 250 Punkten. Die Minenaktien sind zum Goldpreis, zur Geldmengenausweitung und im Vergleich zum Standardaktienmarkt historisch günstig, weshalb das Potenzial für weitere Kursanstiege im aktuellen Stagflationsjahrzehnt sehr hoch ist bei gleichzeitig äußerst geringen Risiken.

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Silber war der Gewinner in der vergangenen Handelswoche mit einem Plus von 4,4%


Stagflation - die Spatzen pfeifen es von den Dächern

Wir hatten die Stagflation, eine Rezession mit Inflation bei gleichzeitig steigenden Zinsen bereits in 2018 und 2019 für das nächste Jahrzehnt angekündigt. Die Geldpolitik in den USA und in Europa hat die internationalen Märkte durch ihre planwirtschaftlichen Eingriffe an den Rand des Zusammenbruchs geführt. Von diesem Punkt aus ist kein echtes Wirtschafswachstum mehr zu erwarten, bevor nicht das tiefe Tal einer Rezession durchschritten wurde und sich der Staat aus dem Wirtschaftsleben zurückgezogen hat.

Die nominalen Leitzinsen sind bei null Prozent, weshalb weitere QE-Programme keinen künstlichen Aufschwung mehr erzeugen können. Sie führen lediglich zu weiter steigenden Preisen und schaden Wirtschaft und Wohlstand. Vermeintliches Wachstum lässt sich nur noch auf dem Papier ausweisen, indem man den BIP-Deflator, ebenso wie den Anstieg der Konsumentenpreise, zu niedrig berechnet.

Deshalb werden die Notenbanken in den nächsten Jahren einen Mittelweg steigender Zinsen und immer neuer QE-Programme gehen, wobei man durch statistische Fälschung eine Rezession zu verschleiern bzw. eine stagnierende Wirtschaft vorzugaukeln versucht.

Die Märkte verstehen langsam, dass die hohen Teuerungsraten, die inoffiziell noch viel höher sind, nicht vorrübergehend sein werden. Die Zinsen steigen inflationsinduziert bereits auf der ganzen Welt und egal was die Notenbanken machen, sie werden weiter ansteigen. Drucken die Notenbanken weiter Geld, so werden die Zinsen inflationsinduziert ansteigen. Beenden sie die QE-Programme, so wird es keine Käufer mehr für die Staatsanleihen geben und die Renditen ebenso nach oben schießen.

Ebenso wie Paul Volcker in den siebziger Jahren, werden die Notenbanken den Marktzinsen mit einer Zeitverzögerung hinterherlaufen und durch diese Lücke die Finanzielle Repression der Sparer aufrechterhalten, sodass sich die Schuldenlast letztlich auf Kosten der kleinen Leute abbauen wird.

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Die weltweit steigenden Zinsen sind die Vorboten der nächsten Rezession



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