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Schweizer Druck gegenüber VAE-Goldimporte sorgt für scharfe Gegenreaktion aus Dubai

03.11.2021  |  Ronan Manly
Es gab einige interessante neue Entwicklungen in der laufenden Konfrontation zwischen dem Goldmarkt der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE)/Dubai und dem etablierten "westlichen Goldmarkt" (der sich auf den LBMA-Goldmarkt in London und die LBMA-Goldscheideanstalten in der Schweiz konzentriert).

Während die jüngste Intrige darin besteht, dass der wirtschaftliche Arm der Schweizer Regierung den Goldsektor der VAE/Dubai durch eine Warnung an die großen Schweizer Scheideanstalten ins Visier nimmt, sind diese jüngsten Entwicklungen am besten im breiteren Kontext der jüngsten Angriffe der LBMA gegen die VAE/Dubai und die Gegeninitiativen der VAE/Dubai zu sehen.

Und es ist schwer, nicht zu erkennen, dass bei all dem "alle Wege nach London führen", da das LBMA-Goldbankenkartell versucht, seinen Markt gegen die Wettbewerbsbedrohung durch die aufstrebenden VAE/Dubai zu schützen.


Von Bloomberg in London eingesehener Brief

Am 15. Oktober 2021 erschien ein Artikel auf Bloomberg. In dem von Bloomberg-Reporter Eddie Spence verfassten Artikel heißt es, dass das Schweizer Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) die Schweizer Goldscheideanstalten schriftlich aufgefordert hat, die Goldimporte aus den Vereinigten Arabischen Emiraten genauer zu prüfen:

"Die Schweiz hat ihre Goldraffinerien angewiesen, die Kontrollen von Importen aus den Vereinigten Arabischen Emiraten zu verschärfen, um sicherzustellen, dass es sich nicht um illegale afrikanische Goldbarren handelt. In einem Brief vom 11. Oktober, den Bloomberg einsehen konnte, sagte das Staatssekretariat für Wirtschaft, dass die Scheideanstalten sicherstellen sollten, dass ausreichende Schritte unternommen werden, um das wahre Herkunftsland für alles Gold aus den VAE zu identifizieren.

Er wies auf das hohe Volumen der Importe aus den VAE hin, die im Jahr 2021 10% der gesamten Goldeinfuhren der Schweiz ausmachen werden. Erwin Bollinger, Leiter der Abteilung für bilaterale Wirtschaftsbeziehungen, teilte den Scheideanstalten außerdem mit, dass Bundespräsident Guy Parmelin noch in diesem Monat einen Besuch in den VAE plant."


Der Bloomberg-Artikel enthielt auch eine kurze Antwort des Staatsministers für Außenhandelsangelegenheiten der VAE, Thani Ahmed Al Zeyoudi, der sagte, dass "wir seit langem mit allen internationalen Vorschriften und bewährten Praktiken kooperieren, einschließlich der Bemühungen zur Bekämpfung der Geldwäsche und der unethischen Beschaffung von Gold."

In der Schweiz sind die vier größten Goldscheideanstalten der Welt ansässig, nämlich PAMP, Valcambi, Argor-Heraeus und Metalor, die alle vier Mitglieder der London Bullion Market Association (LBMA) sind und deren Großhandelsgoldbarren alle vier auf der aktuellen LBMA Good Delivery List für Gold zugelassen sind. Es gibt jedoch keine VAE-Goldscheideanstalten, die auf der aktuellen oder der früheren Good-Delivery-Liste der LBMA stehen.

Interessanterweise endete der Bloomberg-Artikel, der oberflächlich betrachtet wie eine Schweizer Angelegenheit aussehen mag, mit einem Verweis auf die LBMA:

"Die London Bullion Market Association drohte letztes Jahr damit, Länder auf eine schwarze Liste zu setzen, die ihre Standards für eine verantwortungsvolle Beschaffung nicht einhalten, was sich gegen Dubai richtete."

Im Folgenden werden wir uns ansehen, wie ein Bloomberg-Reporter in London ein privates Schreiben des SECO an die Schweizer Goldscheideanstalten "gesehen" haben könnte. Aus dem Artikel geht jedoch klar hervor, dass Bloomberg nicht mit dem SECO gesprochen hat, da es heißt, dass "das Staatssekretariat in Bern nicht auf Anfragen nach einem Kommentar reagiert hat."

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Schnelle Antwort von Dubai

Nach der Veröffentlichung des Bloomberg-Artikels am 15. Oktober dauerte es nicht lange, bis eine umfassende Antwort aus Dubai/den VAE kam, in der der Schweizer Brief scharf kritisiert wurde, und zwar von Ahmed Bin Sulayem, dem geschäftsführenden Vorsitzenden und CEO des Dubai Multi Commodities Centre (DMCC), der bei früheren Gelegenheiten die Goldindustrie der VAE gegen die Angriffe der LBMA verteidigt hat und der auch eine zentrale Rolle bei den Initiativen zum Wachstum und zur Internationalisierung des Goldmarktes der VAE/Dubais spielt.

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