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Inflation auf 31-Jahreshoch - Goldpreis und Minenaktien mit starken Zugewinnen - Technische Analyse zu Silber

15.11.2021  |  Markus Blaschzok
Am Mittwochnachmittag schlugen die neuesten "Inflationszahlen" aus den USA wie eine Bombe ein, worauf der Goldpreis aus dem Stand um 45 US-Dollar auf 1.868 US-Dollar nach oben katapultiert wurde. Der Widerstand bei 1.830 US-Dollar wurde dabei übersprungen und erst am nächsten Widerstand bei 1.870 US-Dollar endete der Short-Squeeze.

Die Preise in den USA stiegen im Oktober um 6,2% zum Vorjahr an und schlugen damit die Markterwartung von +5,9%. Das war der höchste Anstieg der offiziell ausgewiesenen Konsumentenpreise seit 1991! Allein zum Vormonat September waren die Preise um 0,9% angestiegen. Die Kerninflationsrate, ex Nahrungsmittel und Energie, war mit 4,6% ebenso hoch wie zuletzt 1991.

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Die Preise in den USA stiegen im Oktober so stark wie zuletzt vor 31 Jahren


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Auch die Kerninflationsrate, ohne Lebensmittel und Energie, stieg mit 4,6% so stark wie zuletzt 1991


Während im letzten Jahr der Goldpreis stets auf die Veröffentlichung hoher Inflationszahlen abgestraft wurde, da Händler als Reaktion darauf ein künftig aggressives Tapering der US-Notenbank einpreisten, reagiert der Goldpreis seit zwei Monaten mit deutlichen Preisanstiegen. Jeder, der im Vorfeld eines Taperings verkaufen wollte, hat bereits verkauft und gleichzeitig verstehen immer mehr Investoren, dass die hohen Preissteigerungsraten noch lange Zeit bleiben werden. Die FED hat sich in eine ausweglose Situation manövriert, aus der sie nicht mehr herauskommt und nun nur noch mit weiterem Gelddrucken verzweifelt um sich schlagen kann.

Das sozialistische Experiment, der zentralistisch, planwirtschaftlichen Geldpolitik der letzten 50 Jahre mit künstlich niedrigen Zinsen findet aktuell sein katastrophales Ende, wobei wir erst am Anfang der Zinswende und damit am Anfang einer mehrjährigen Rezession stehen. Würde man die Inflationsrate nicht künstlich niedrig ausweisen, sondern richtig berechnen und somit auch den BIP-Deflator, so würden ersichtlich, dass sich die USA seit dem ersten Quartal 2020 unverändert in einer Rezession befinden. An diesem Punkt sei daran erinnert, dass die Preise in den USA nach der alten Berechnungsmethode, die man bis 1980 verwendet hat, im Oktober nicht um 6,4%, sondern um 14,27% zum Vorjahr angestiegen waren.

Auf den schockierend hohen Anstieg der Konsumentenpreise, nach dem rekordhohen Anstieg der Produzentenpreise um 8,7% am Dienstag, sprangen die Renditen der zehnjährigen US-Staatsanleihen nach oben und der inflationsbereinigte Realzins erreichte ein neues Rekordtief. Würde die US-Notenbank nicht die Schulden ihrer Regierung aufkaufen und damit indirekte Staatsfinanzierung betreiben, so würden die Anleihenmärkte einbrechen und die Zinsen in den USA mindestens um 10% nach oben schießen, was die Wirtschaft in eine tiefe Rezession stürzen würde. Aus diesem Grund können die Notenbanken weltweit ihre QE-Programme nicht einfach beenden.

Sie müssen graduell weiter Geld drucken und über viele Jahre hinweg die Realzinsen im negativen Bereich halten, um so eine Entschuldung des Kreditgeldsystems zu bewirken. Die Auswirkungen auf die Wirtschaft werden ähnlich negativ sein und zudem größere Schäden nach sich ziehen, als ohnehin bereits angerichtet wurden, doch können so Regierungen und Banken auf Kosten der Sparer ihren Hals aus der Schlinge ziehen. Es handelt sich bei all den Maßnahmen seit März 2020 um einen riesigen Bail Out, wodurch gewiefte Trader nach 2008 eine zweite Chance erhalten viel Geld an den Märkten zu verdienen.

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Die reale Rendite einer zehnjährigen US-Staatsanleihe liegt aktuell bei -4,65%



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