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Die Goldmanie wird kommen

24.11.2021  |  Egon von Greyerz
Open in new windowDie schwunghaften Marktentwicklungen der letzten Jahre haben die Zentralbankenvorstände in der trügerischen Ansicht gewogen, dass sie - nach dem Ende der Großen Finanzkrise von 2006-09 - die Retter der Welt gewesen sind. Doch nach wie vor schiffen die Zentralbanker wie betrunkene Matrosen zwischen Skylla und Charybdis hin und her - zwischen jenen Kräften des Bösen also, die Homer in seiner Odyssee beschreibt.

Kaum ein Banker hat verstanden, dass man mit den zur Verfügung stehenden Mitteln - unbegrenzte Geldschöpfung und wertloses Papiergeld - nicht in der Lage sein wird, die Straße von Messina zu durchqueren, ohne dabei großen (wahrscheinlich aber eher katastrophalen) Schaden in der Weltwirtschaft anzurichten.

Unter den berauschten Aktienmarktinvestoren herrscht weiterhin Überschwänglichkeit; noch erkennt man nicht, dass auf diesen bedrohlichen Meeren nicht alles gut ist. Doch weiterhin reagieren die meisten Märkte positiv auf die Druckerpressen, und eher gar nicht auf grundlegende Fundamentalfaktoren.

Druckerpressen schöpfen keinen realen Wert, sie kreieren stattdessen Blasen, in denen nichts als wertlose Luft steckt. Doch leider verwechseln berauschte Investoren Luft, welche kosten- und wertlos ist, mit realen, intrinsischen Werten.

Um ein Beispiel zu machen: Was ist der intrinsische Wert von Bitcoin bzw. BTC? Auf welcher Grundlage sollte BTC bewertet werden? Spiegelt der heutige Wert von 60.000 $ noch den realen Wert wieder, oder ist ein Preis von 10 Cent, wie er noch vor zehn Jahren aufgerufen wurde, zutreffender?


Bitcoin-Manie

Erleben wir heute eine Bitcoin-Manie, ähnlich der Tulpenmanie der 1630er?

Falls nicht, kann mir dann irgendjemand sagen, bei welchen Kurs Bitcoin umfassend und korrekt bewertet ist? Begeisterte Bitcoin-Anhänger werden sagen, BTC sei modernes Geld und jeder anderen Währung überlegen. Gut, vielleicht liegen sie ja richtig, aber den Beweis muss erst die Geschichte erbringen. Die 11-jährige Geschichte von Bitcoin dürfte kaum ausreichen als Beweis dafür, dass BTC besser funktionieren wird als alle anderen Währungen. Man darf nicht vergessen: Bislang hat noch keine Währung den Lauf der Geschichte in ihren ursprünglichen Form überlebt - mit Ausnahme von Gold.

Seine 5.000-jährige Geschichte als Geld macht Gold überlegen gegenüber allen Fiat- und auch Krypto-Währungen.

Fünf Jahrtausende lang steht Gold für konstante Kaufkraft in Gramm oder Unzen. Von Bitcoin lässt sich das kaum behaupten; allein in den letzten 10 Jahren ist er um das 650.000-fache gestiegen, mit einer Volatilität, die ihn vollkommen ungeeignet macht für die Bezeichnung und die Verwendung als Geld. Davon abgesehen, ist BTC ein exzellentes Spekulativinvestment gewesen und wird es womöglich auch weiterhin sein - aber eben ein Spekulativinvestment, das als Geld völlig ungeeignet ist. Die Geschichte wird zeigen, ob ich recht habe.


Central Bank Digital Currencies (CBDC) - Die Digitalwährungen der Zentralbanken

Natürlich erkennen die Zentralbanken, dass diese Währung selbstverursachtes Zerstörungspotential hat. Deswegen auch die verzweifelten Versuche, selbst digitale Zentralbankenwährungen einzuführen. Man möchte die Menschen noch einmal an der Nase herumführen. Uns wird man erzählen, die ehemaligen Schuldenmengen in alten Dollars seien in bemerkenswertem Umfang verschwunden und wir alle hätten jetzt ein wunderbares neues Geldsystem.

Je größer die Veränderungen, desto ähnlicher bleiben die Dinge: Ein weiteres Währungssystem stirbt, und ein neues digitales wird an dessen Stelle Wunder vollbringen. Doch eines muss in diesem Zusammenhang verstanden werden: Alte Schulden verschwinden zu lassen, bleibt natürlich nicht ohne Folgen. Man kann nicht einfach eine Seite der Bilanz verschwinden lassen, ohne dass die andere Seite der Bilanz davon unbetroffen bleibt.

Wenn also Schulden auf null abgeschrieben werden, dann geschieht dasselbe auch bei allen Vermögenswerten, die durch diese Schulden finanziert wurden. Und aus diesem Grund wird es auch an allen Asset-Märkten zu Zusammenbrüchen von effektiv bis zu 90% kommen. Dazu werden u.a. Aktien-, Anleihe- und Immobilienmärkte zählen.

Zentralbanken-Digitalwährungen sind natürlich auch ein wunderbarer Weg, um das Ausgabeverhalten der Menschen zu kontrollieren. Staaten und Zentralbanken können im Handumdrehen den Markt mit Geld fluten, indem sie jeden einzelnen direkt mit ihren digital emittierten Währungen versorgen. Andererseits können sie auch jedem den Zugang zum eigenen Geld abschneiden.

"CBDC" geben dem Staat also nicht allein totale Kontrolle über Ihr Geld. Sie bedeuten auch, dass der Einzelne eigenmächtig mit Strafgeldern belegt werden kann, für Dinge die er/ sie angeblich getan haben soll…; natürlich ermöglichen sie auch willkürliche Besteuerung. Es wäre in der Tat so schrecklich wie es klingt, es wäre der ultimative totalitäre Staat.

Doch auch Folgendes darf dabei nicht vergessen werden: Falls CBDC einführt werden, läge damit nur eine weitere Form von Fiat-Geld vor, das ebenfalls nicht überleben würde. Meiner Ansicht nach würde es sogar sehr schnell scheitern, allein weil die alte Verschuldung als auch die Derivate-Lasten im Umfang von 1,5 -2 Billiarden $ nicht auf magische Weise und konsequenzlos verwinden können.

Ob es nun das alte Währungssystem sein wird, das kollabiert oder aber das neue: Es ist weiterhin wahrscheinlich, dass der Kollaps in den kommenden 5-7 Jahren eintritt - möglicherweise sogar deutlich früher.


Gold unterwegs zu neuen Höchstständen und weit darüber hinaus

Seit unseren umfänglichen Investitionen in physisches Gold (im Jahr 2002 bei 300 $) habe ich mir nicht einen einzigen Tag Gedanken gemacht um den Wert dieses Goldes. Die Geschichte zeigt uns, dass Gold - mit den normalen Schwankungen - immer konstante Kaufkraft repräsentiert hat.Da ich damals zudem eine drastische Zunahme der Risiken im Finanzsystem prognostizierte, war physisches Gold für mich das logische und naheliegende Vermögensschutzinvestment und ist es weiterhin.


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