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Gold: Hufescharren vor dem Kurssprung

06.12.2021  |  Matt Piepenburg
Wie ein angepflocktes, kräftiges Pferd scharrt Gold jetzt mit den Hufen, um zum Kursprung anzusetzen. Weitsichtige Metallinvestoren rechnen schon geduldig mit dem makroökonomischen Äquivalent einer Startpistole, die ankündigt, dass Gold aus den Blöcken ist. Und es gibt andere, die weniger Vertrauen haben.


Die jüngsten Hochs bei Bitcoin

Berauscht von den jüngsten BTC-Kursspitzen (gefolgt von einem plötzlichen Sturz…) oder müde davon, dass die Edelmetalle eben nicht auf die scheinbar offensichtliche Inflation reagieren, sehen Investoren jetzt in den Kryptowährungen, welche längst galoppieren (oder gar schon buckeln?), den besseren Wetthengst. Doch genau hier liegt der entscheidende Unterschied: Gold ist nicht zum Wetten da, sondern zum Anlegen. Es ist eine Vermögenssicherungsanlage, aber kein irrer Bereicherungs-/Spekulations-Trade.

Obwohl wir keinen Grund dafür sehen, BTC zu kritisieren, um damit Gold in den Vordergrund zu heben (schließlich haben beide ihre Funktionen und eigenen Profile), so sind wir es dennoch leid, Äpfel mit Birnen zu vergleichen - in unserem Fall also Gold mit Kryptoformaten.

Markieren Vermögensanlagen neue Höchststände, richtet sich die Marktstimmung immer an den Kursen aus. Wertkriterien spielen dann nie eine Rolle, bis sie dann plötzlich wieder eine Rolle spielen… BTC findet gerade Beachtung; und das wird auch beim Gold kommen. Gemessen an ihrem Anteil an den globalen Finanzanlagen verbindet beide aber eines: ihre ungeheure Knappheit (folglich auch ungeheures Wachstumspotential).

Für die wenigen informierten Investoren (sie sind immer in der Minderheit), die gerade mit offenen Mündern mitverfolgen, wie sich das globale Finanzsystem auflöst, sind die hier vorgebrachten Beobachtungen inzwischen axiomatisch und repetitiv. Langfristig denkende Metallinvestoren wissen schon, warum Gold steigen wird, auch wenn keiner von uns präzise sagen kann, wann genau.


Das "Warum" ist weitaus wichtiger als das "Wann"

Mit Blick auf das "Warum" sind wir von Beweisen und Indizien nur so umgeben. Wir beschäftigen uns Woche für Woche mit ihnen.

In einer zunehmend surrealen Finanzwelt geprägt von atemberaubenden Verschuldungsständen, Wirtschaftswachstumseinbrüchen, sterbenden Währungen, wachsenden sozialen Spaltungen, Risikoanlagen, die von Zentralbanken aufgebläht werden sowie einem kontinuierlichen Trend zu sinkender politischer Aufrichtigkeit aber auch wachsender staatlicher Kontrolle über unsere finanziellen wie persönlichen Angelegenheiten - in dieser zunehmend surrealen Finanzwelt ist Gold mehr als nur eine Vermögensanlagediskussion. Gold ist unübersehbar und in zunehmendem Maße eine Notwendigkeit.

In der goldenen Ära des Goldes steht Gold als Bollwerk gegen ein beispielloses Zusammenwirken von Risikofaktoren; doch diese Zeit muss erst noch richtig anbrechen: Kurssprünge sind nur eine Frage von Geduld und Bestätigungen, nicht aber von Hoffnungen und Schlagzeilen. Was macht uns da so sicher?

Die Hoffnung (aber auch Hype, Manipulation, Stimulus und Doppelsprech) hat dafür gesorgt, dass diese dezidiert unnatürliche Markt- (und Schulden-)-Blase weiterwachsen konnte (während Gold ganz bewusst an einem COMEX-Pfosten festgezurrt wurde). Hoffnung behält aber nie die Oberhand, sobald die natürlichen Marktkräfte ihre Präferenz für das ebenfalls natürliche (und auch edle) Metall geltend machen.

Anders formuliert: In einer 5.000-jährigen Geschichte, die stets von zyklisch wiederkehrenden Schuldenorgien mit anschließenden Schuldenimplosionen (und Währungsimplosionen) geprägt war, hat Gold immer - und wir meinen immer - zuletzt gelacht.

Diese natürlichen (aber häufig vergessenen) Marktkräfte wollen wir jetzt klar und unverblümt thematisieren, der ansonsten befremdlich undurchsichtigen und deformierten Marktlandschaft zum Trotz.


Inflation - mehr als nur "Debatte"

Selbstverständlich ist Inflation der jüngste und naheliegendste Faktor, der Gold Rückenwind verschafft. Es ist inzwischen ziemlich klar, dass Inflation heute real ist und nicht "vorübergehend", wie viele, von Paul Tudor Jones über Karl Icahn bis hin zum Angestellten des lokalen Lebensmittelladens, bestätigen. Und wir warnen seit langem davor. Trotzdem kann und wird die Mehrheit der Privatinvestoren (siehe unten) die Wirklichkeit dieser Inflation nicht akzeptieren.

Wer sich noch die Mühe macht, das Wachstum der Geldangebote aber auch den Ehrlichkeitsschwund unter Zentralbankern zu verfolgen, den überraschte die Unausweichlichkeit und jetzt auch die Wirklichkeit von Inflation nicht. Denn letztlich lassen sich die natürlichen Fakten und Kräfte genauso leicht nachverfolgen, wie sich ihre Lektionen nachvollziehen lassen.

A. Nationen können, in Abwesenheit eines proportionalen Wirtschaftswachstums, keine Billionenbeträge ausgeben bzw. aufnehmen und all das als "Wirtschaftserholung" deklarieren. Und…

B. Wenn politische Entscheidungsträger nachfolgend für diese Schulden aufkommen, indem sie Billionenbeträge mit der Maus aus dem Nichts herbeiklicken, jedoch gleichzeitig die inflationären Konsequenzen eines solchen Vorgehens abstreiten, so werden wir von ihnen buchstäblich belogen.

Falsche Hoffnung preist falsches Geld- und Marktexperiment an

Traurigerweise hängen noch viele der Hoffnung nach, dass sich die Inflation wieder legen werde und wir wieder zu dem zurückkommen, was Biden und Powell als "normalisierte Inflationsquote" der Vor-COVID-Zeit bezeichnet hatten. Hach, wie schön.



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