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Lektionen aus dem Jahr 2021: Der rationale Ausweg

09.01.2022  |  Claudio Grass
Während wir uns darauf vorbereiten, uns vom Jahr 2021 zu verabschieden, herrscht allgemein das Gefühl, dass wir dieses Jahr – genau wie das vorangegangene – nicht vermissen werden. Meiner Meinung nach ist jedoch klar, dass die vergangenen 12 Monate uns zwar nicht wirklich etwas Neues gelehrt, aber dazu beigetragen haben, die Lektionen aus dem Jahr 2020 zu festigen und wichtige Denkanstöße bei Menschen anzuregen, die sonst vielleicht nie den Status quo hinterfragt hätten. Für mich ist dies ein entscheidender Schritt nach vorne, der absolut notwendig ist, wenn wir als Individuen und als Gesellschaften jemals unbeschadet aus dieser Krise hervorgehen wollen.

Ich erinnere mich an meine erstes Bauchgefühl als im März 2020 dieser grundlegende Wandel in unserem Alltag begann: Ich dachte, die COVID-Krise könnte sich als offizielle Empfehlung erweisen, dieses System zu verlassen. Es zeigte sich schnell, dass alle, die sich gegen die extremen Maßnahmen und Einschränkungen, gegen dieses Konzept einer "neuen Normalität" wehrten, und alle, die ihre individuellen Freiheiten, ihr Recht auf Selbstbestimmung und ihre Fähigkeit, frei zu leben, zu arbeiten und zu sprechen, noch schätzten, bald an den Rand der Gesellschaft gedrängt werden würden. Sie würden ausgegrenzt, geächtet und wie die "Anderen" behandelt, verunglimpft und zum Sündenbock für alle Fehler und Schäden gemacht, die von den zentralen Behörden verursacht wurden. Infolgedessen müssten diese frei denkenden Menschen, ob freiwillig oder gezwungenermaßen, zusammenkommen, freiwillig zusammenarbeiten und Wege finden, um friedlich zu koexistieren, offene Debatten zu führen, produktiv zu sein und ihre Werte gegen die barbarischen und unmenschlichen Mächte zu schützen.

Fast zwei Jahre später stellt sich heraus, dass ich mit meinem Instinkt gar nicht so falsch lag. Wenn überhaupt, dann hat das, was wir auf der ganzen Welt erlebt haben, all die abweichenden Stimmen, die Proteste und das wachsende Bedürfnis der Menschen, aus diesem System einfach "auszusteigen", die Grenzen meiner Vorstellungskraft aufgezeigt.

Da es auf dieser Welt nichts Neues gibt und die "Eröffnungszüge" des Autoritarismus und Totalitarismus immer die gleichen sind, dauerte es nicht lange, bis eine kleine Minderheit von freiheitsliebenden Bürgern, Geschichtskundigen und rationalen Menschen erkannte, wohin das alles führte und in welcher unmittelbaren Gefahr sie sich befanden. Ehe wir uns versahen, waren wir von den "zwei Wochen, um die Kurve abzuflachen" zu zwei Jahren mit Einschränkungen, beschnittenen Rechten, wirtschaftlicher Verwüstung und dem weit verbreiteten Gefühl übergegangen, dass dies nun "normal" sei. Was den Impfstoff betrifft, die "Wunderwaffe", die dem ganzen COVID-Albtraum ein entschiedenes Ende bereiten sollte, so wurde er einfach der Liste der gebrochenen Versprechen und politischen Täuschungen hinzugefügt.

Es überrascht nicht, dass diese Liste von Tag zu Tag länger wird. Ebenso wenig überraschend ist es, dass unzählige Bürgerinnen und Bürger während dieser Zeit vorsätzlich die Augen vor der Wahrheit verschlossen haben, die ihnen ins Gesicht schrie. Vielleicht wegen der ständigen Panikmache und der reißerischen Medienberichte, vielleicht auch, weil sie das Gefühl hatten, keine andere Wahl zu haben, verdrängten so viele Menschen ihre Zweifel und hofften weiterhin, dass die wohlwollenden Machthaber ihr Bestes im Sinn hätten. In noch größerer Naivität glaubten sie, und tun dies immer noch, dass Regierungen, Zentralbanker und "Gesundheitsexperten" entscheiden können und sollten, was für sie und alle anderen am besten ist.

Genau auf diesen Punkt bin ich in vielen meiner Artikel und Vorträge seit Beginn dieser Krise immer wieder zurückgekommen. Die Möglichkeit, auf der Grundlage unserer individuellen Umstände, Ziele und Risikobereitschaft den eigenen Weg zu wählen, ist ein zentraler Bestandteil unseres Wertesystems und unserer Gesellschaft. Deshalb hielt ich es schon sehr früh in der Pandemie für sinnvoll, diese Zeit zu nutzen und einen Denkprozess in Gang zu setzen, der zum Ziel hat, Gleichgesinnte außerhalb der urbanen Zentren zu vereinen und auf der Grundlage gemeinsamer Werte Gemeinschaften zu bilden, mit denen wir uns gemeinsam auf die Zukunft vorbereiten können.

Das setzte natürlich zunächst einmal einen offenen Geist voraus, der sich mit einem Gedanken auseinandersetzen kann, ohne ihn zu übernehmen. Nicht lange nachdem ich begonnen hatte, diese Ideen zu verbreiten, war ich überrascht, wie viele Menschen bereit waren, ihren Horizont zu erweitern und sich auf einen ehrlichen Austausch von Standpunkten und Meinungen einzulassen. Vor allem im letzten Jahr, als mehr und mehr Menschen erkannten, dass dieser "Ausnahmezustand" nicht so bald verschwinden wird, war die Zahl der frei denkenden Menschen, die ich getroffen habe, wirklich immens. Menschen aus allen Gesellschaftsschichten, mit den unterschiedlichsten Hintergründen und politischen Überzeugungen sind nun aufgewacht und haben erkannt, dass ihre Zukunft in ihren eigenen Händen liegt.

Im kommenden zweiten Teil befassen wir uns mit den realistischen, praktischen Auswirkungen dieser "Weggabelung" und mit den Lösungen, die wir alle in unserem eigenen Leben umsetzen können.


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