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Globale Enteignungswelle

18.04.2022  |  Prof. Dr. Eberhard Hamer
Wer sein Vermögen aus der Hand gibt und Fremden (auch Banken) anvertraut, kann enteignet werden.

Die USA haben die höchste Verschuldung ihrer Geschichte (über 30 Bio. Dollar = 135% BIP ¹), sind also längst überschuldet und dadurch eigentlich nicht mehr kreditwürdig.

Sie haben aber auch die höchsten Zahlungsbilanzdefizite ihrer Geschichte (976 Mrd. Dollar in 2020 ²), die sie nur dadurch noch notdürftig decken können, dass sie ihre Satelliten zu NATO-Beiträgen (für die US-Rüstungsindustrie) zwingen und weiter ohne Sachwertdeckung “Geld drucken“. Diese "Fiat-Dollar" werden in der Welt nur noch so lange angenommen, wie das Vertrauen in den Dollar besteht. Dieses Vertrauen beruht aber nicht mehr auf Wirtschaftsstärke, sondern auf der militärischen Stärke der USA.

Und diese ist angekratzt; nicht nur seit Vietnam und Syrien, sondern auch aus der Niederlage und Flucht der größten Armee der Welt aus Afghanistan. Nicht einmal mehr als 800 Milliarden Dollar Militärausgaben können also die US-Armee in Regionalkriegen siegen lassen. Sie kann das Dollarimperium nicht mehr verteidigen. Sobald sich diese Erkenntnis durchsetzt, also die Welt das Vertrauen in den Dollar verliert, verlieren die Amerikaner auch ihre Finanzzuflüsse, ihre Liquidität, ihre Zahlungsfähigkeit - der zweite Konkursgrund.

Der Krieg in der Ukraine wird von den USA nicht nur durch Militärhilfslieferungen unterstützt, sondern ist längst zum Wirtschafts- und Finanzkrieg zwischen den USA und Russland geworden. Wirtschaftssanktionen - insbesondere gegen Öl und Gas - sollen die Zahlungsfähigkeit Russlands schädigen, die Finanzsanktionen (Ausschluss aus dem SWIFT-Abkommen) seine Zahlungsfähigkeit trotz hoher Guthaben stilllegen.

Und in der ganzen Welt werden russische Vermögen beschlagnahmt, nicht nur Vermögen des russischen Staates ³, sondern auch russischer Privatpersonen, nicht

nur der Oligarchen, und sogar ausländischer Vermögen in Russland ⁴. Die gleichen Maßnahmen, welche die USA und ihre Verbündeten in und nach dem letzten Weltkrieg auch gegen deutsche Vermögen getroffen haben: Die Enteignung der Deutschen überall in der Welt. Nun sind es die Russen, die überall in der Welt enteignet werden - auch harmlose russische Bürger, die nichts für den Krieg können und gar nichts damit zu tun haben. Es genügt, dass sie Russe sind (wie früher Deutscher), um ihr Vermögen zu enteignen.

In und nach dem letzten Weltkrieg haben England, Frankreich und die USA durch Enteignung des deutschen Staates und Privatbesitzes
  • alle Auslandsniederlassungen unserer Firmen im Wert von vielen Milliarden Dollar beschlagnahmt und verkauft,

  • die Konten der deutschen Firmen und deutschen Privatpersonen in der ganzen Welt enteignet - hunderte Milliarden Dollar Wert,

  • sämtliche deutschen Patente enteignet und in den USA verkauft - Wert mehr als 100 Milliarden Dollar,

  • auch die Immobilien, die Deutschen irgendwo in der Welt gehörten, wurden enteignet und zugunsten des Staatsvermögens der Siegermächte verwertet - Wert schwer schätzbar, aber auch im Milliardenbereich.

Die Totalenteignung der Deutschen vor 70 Jahren droht nun auch heute den Russen mit der gleichen Begründung: Kriegsfeind.

Weil die Welt durch den propagandistischen Hass gegen Russland die Enteignungswelle gegen die Russen akzeptiert, werden bald weitere Enteignungswellen kommen. Dieses Mal nicht aus Kriegsgründen, sondern aus Schulden- und Liquiditätszwängen.

Die international nicht nur in den USA, sondern auch in der EU von vielen Staaten der Welt durch das "billige Geld zu Nullzins" aufgetürmte Schuldentürme lassen sich durch Sparen nicht mehr abtragen (Point of no return), sondern nur durch Enteignung der Gläubiger, also durch eine erst fortschreitende Inflation und dann Währungsreform. Das war immer so im Laufe der Geschichte mit Überschuldungen und steht jetzt ebenfalls vor uns. Als Grund wird dann nicht die hemmungslose

Verschuldung für Ausgabenorgien der Regierungen genannt werden, sondern möglicherweise der Ukraine-Krieg oder die Corona-Folgen oder beides. Die Menschen werden jedenfalls die Enteignungen akzeptieren müssen und plötzlich feststellen, dass die bisher hohe Finanzliquidität nur Schaum war. Verfliegt der Schaum, zeigt sich eine sehr viel geringere Gütermenge, vielleicht nur 20 oder 40% betragende Realwerte, werden also die Menschen aus der Illusion des großen Reichtums in die Realität der Knappheit und der Armut zurückgeworfen ⁵.


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