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Gold vs. Sichtbares Scheitern/ Wandel in der Welt

21.04.2022  |  Matt Piepenburg
Während Zentralbanker auf dem globalen Schachbrett Dame spielen, werden wir uns im Folgenden ansehen, inwieweit politische Scheinheiligkeit, zunehmend schlechte geldpolitische Optionen, gescheiterte Diplomatie, fallende Anleihemärkte, steigende Zinsen, Schuldensucht, schlechtes Sanktionsmanagement, Dedollarisierung sowie eine Verschiebung der Lage hin zu einem ungeordneten Reset - wie all das immense Belastungen für die normale Bevölkerung und auch das Finanzwesen (Wall Street) vorzeichnet.

Kurz: Die Welt ist in Bewegung, überall herrscht Durcheinander und Gold spannt schon die Muskeln an.


Gesichter der Scheinheiligkeit

Lael Brainard, Vize-Chefin der US-Notenbank und ehemalige Geldschöpfungstaube, die mithalf, Liquidität in Billionenhöhe in die größte Risikoanlageblase (auch Vermögenstransfer) der US-Geschichte zu pumpen, erkennt ganz plötzlich, dass sie und der Fed-Offenmarktausschuss möglicherweise zu weit gegangen sind. Denn ihre offene Inflationierung der Aktienmärkte mutiert gerade zu einer unzweideutigen Rundherum-Inflation (und zu einer US-Verbraucherpreisquote von 8%).

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Jetzt plustert sie sich auf, zeigt die Falkenbrust und zitiert die guten alten Zeiten der Zinserhöhungen mit Paul Volcker herbei; ähnlich strikte Mäßigungsmaßnahmen seien auch 2022 wieder von Nöten. Doch eine solche Kehrtwende ist in etwa so, als würde der Kapitän der Titanic nach dem Schiffbruch zusätzliche Rettungsboote bestellen.

Kurzum: Hätte Scheinheiligkeit ein Gesicht und die Marktkomödie eine Pointe, so wäre Brainard (neben Kashkari, Powell, Yellen, Goldman Sachs and Bridgewater) in den Top-10 der Anwärterliste.


Wer ist die "Größte Bedrohung für die Wirtschaft"? Die Inflation oder die Notenbank selbst?

In einer Rede erinnerte Brainard kürzlich ihr Publikum daran, wie Volcker einst warnte, dass eine galoppierende Inflation "die größte Bedrohung für die Wirtschaft […] und im Endeffekt für die Arbeitsplätze" sei.

Schön und gut. Aber…

Die Ironie, die sich hier auftut, gründet auf folgender Tatsache: Nach jahrelanger Ausweitung der weit gefassten Geldmenge durch Billionen von Dollars, die per Mausklick geschöpft und für den Ankauf ansonsten ungewollter US-Schuldscheine eingesetzt wurden, ist eben diese Federal Reserve die Urheberin der Inflation. Sie ist, im weiteren Sinne, also selbst die "größte Bedrohung für die Wirtschaft".

Die inflationäre Brut - direktes Ergebnis einer langjährigen Ausgaben-und-Geldschöpfungs-Politik Washingtons - ist geschlüpft und sucht heute das Land heim.

Da 1.) die Ausgaben für Verteidigung und Sozialleistungen ein Allzeithoch von 120 % der rekordhohen Steuereinnahmen erreichen und da sich 2.) die Bilanzsumme der US-Notenbank seit der Zeit vor 2008 bis 2022 - von 800 Mrd. auf 9 Bill. mehr als verzehnfacht hat, stellt diese Fed-induzierte Inflation keine überraschende oder gar mysteriöse Anomalie dar, sondern ist vielmehr eine sehr naheliegende, vorhersagbare und direkte Konsequenz des Handelns der Federal Reserve.

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Kurz: Wenn ehemalige Tauben wie Brainard in Fragen der eigenen Bankenstrategien Falken wie Volcker zitieren, dann ist das so, als würde Lance Armstrong Mutter Theresa zitieren, um seine Strategien im Radsport zu verteidigen.


Stupides Draufgängertum statt Glaubwürdiger Transparenz

Im permanenten Bestreben, Form als Inhalt zu deklarieren und Tatsachenverdrehung als Sachverhalt auszugeben, kommt Brainard irgendwie zu dem Schluss, dass die USA - mit ihren 90 Bill. $ Schulden in Haushalten, Unternehmen und Staat - "Volcker-robuste" Mittel bei der Bekämpfung einer Inflation einsetzen müssten, an deren Entstehung sie mitbeteiligt war.

Wir leben aber leider nicht mehr in den 1970er Jahren. Die Dinge, auch die Schuldenstände, haben sich verändert.


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