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Schon wieder soll Ideologie statt Wertschöpfung Lebenszweck sein

23.04.2022  |  Prof. Dr. Eberhard Hamer
Der Autor erlebt zum dritten Mal, wie Deutschland sein wirtschaftliches und gesellschaftliches Heil in der Durchsetzung antiwirtschaftlicher Ideologien sucht, erst nazi- und kommunismus-sozialistische Ideologien, jetzt Umweltideologie und Klimawahn.

Ausgeplündert, verarmt und in Ost und West als Kolonie der Siegermächte haben wir nach dem Krieg bei Null wieder anfangen und uns von bescheidensten Anfängen langsam durch größten Fleiß wieder hochrappeln müssen.

Niemand von der Wiederaufbaugeneration hätte gedacht, dass schon ihre Enkel wieder für irreale Ideen statt für Realitäten leben wollen. Das fing mit den 1968ern an, die entdeckten, dass fleißige Bürger mehr erreicht hatten als faule oder unproduktive, dass dadurch eine "ungerechte Vermögensverteilung" entstanden sei und dies mit der größten Umverteilung der deutschen Geschichte korrigiert werden müsse - die wir jetzt haben.

Parallel dazu ging es in der ehemaligen DDR nicht um das Wohl der Einzelmenschen, sondern um Durchsetzung sozialistischer Ideologie. Wohlstand sollte nicht dem Einzelmenschen, sondern "der Herrschaft und Ausbreitung des Sozialismus" dienen. Nutznießer dieses Kollektivismus waren die Ideologiekader der Parteifunktionäre, des Militärs sowie aller Funktionäre. Die DDR blieb in der Produktivität wegen falscher Planung, Verteilungsproblemen, mangelnder Motivation, Korruption und den hohen Besatzungskosten an die Besatzungsmacht zurück. Ergebnis: 1989 war die DDR pleite, ihre Ideologie am Ende und die verarmte Bevölkerung stand, wie wir alle 1945, wieder vor einem Neuanfang.

Das doppelte Scheitern, Wohlstand durch Ideologie statt durch Wertschöpfung zu erreichen, hat bei uns jetzt nicht etwa zur Abkehr von solchen Fehlversuchen, sondern wieder zu neuer, dieses Mal internationaler Ideologie geführt, der Umweltideologie. Der heutigen Wohlstandsgeneration, die durch den Fleiß ihrer Eltern und Großeltern einen nie dagewesenen Lebensstandard genießen darf ¹, ist eingeredet worden, dass dieser Lebensstandard räuberisch, umweltzerstörend, ungerecht und deshalb kein Lebenszweck sei, dass es nicht mehr auf produktive und wirtschaftliche Leistung, sondern auf Ökologie (was immer dies sein mag) und Weltklimarettung o.a. ankomme.

Tausende junge Menschen wollten freitags nicht mehr arbeiten, sondern "for future" leben. Selbst in den Kirchen geht es heute nicht mehr so sehr um die Rettung der Seelen wie um die Rettung des Klimas, die Rettung der Welt, die angeblich in 100 Jahren dem Untergang geweiht sei.

Nirgendwo wird diese Klimaideologie so fanatisch zelebriert wie in Deutschland, wo unsere Politiker dafür sogar unseren eigenen Wohlstand zu vernichten bereit sind, um angeblich das Weltklima zu retten:
  • Dass unser heutiger Lebensstandard aus dem Schweiß, den Mühen der früheren Pioniergeneration entstanden ist, wird heute umgedreht und als "historische Schuld der Industrialisierung" (Thunberg) dargestellt. In diesem Sinne hat Deutschland als Industriestaat wieder "besondere Schuld gegen die Umwelt auf sich geladen" und soll deshalb seinen produktivsten und für den Wohlstand wichtigsten Industriesektor (Automobilindustrie) zuerst reduzieren bzw. auf dem Altar der Klimatheologie opfern.

  • Während die großen CO2-Sünder wie die USA (33%), China (28%) oder Indien (24%) ihren Anteil an der Umweltschädigung weiter erhöhen, zwingen deutsche Ideologen unsere Politik bei nur einem Anteil von 2,0% CO2-Verbrauch zu unsinnigen teuren selbstzerstörerischen Reduktionen. Inzwischen hat Deutschland die höchste CO2-Steuer, die höchsten Energiekosten, die strengsten Klimaschutzvorschriften, die fanatischsten Kader der Klimaaktivisten und ist dazu noch bereit, das dreifache seines jährlichen Finanzbudgets als Schulden für alle Europaländer zu übernehmen, damit diese als "grüne Ausgaben" in den europäischen Pleiteländern verjubelt werden können.

    "Green Deal" nennt die EU das angebliche Umweltverschuldungsprogramm mit mehr als 800 Milliarden Euro, zur Hälfte als Geschenke, insgesamt ohne Rückzahlungsplan, Haupthafter aber Deutschland.

  • Die grüne Ideologie bestimmt inzwischen unser ganzes Leben. Von den Produkten, wie wir produzieren dürfen über Lebensmittel, über Investitionen, die "grün" sein sollen (auch Atomkraftwerke) und den Ressourcenverbrauch, der recyclebar sein muss; alle unsere Lebensbereiche mit immer mehr Vorschriften und Freiheitsbeschränkungen.

  • Wie in allen Ideologieschüben soll auch in der Umweltideologie die Angst Triebfeder des Handelns sein. Die Menschen sollen nicht mehr rational handeln, sondern aus Angst vor dem angeblichen Untergang der Arktis, der Meere, der Wälder, der Ackerflächen und dem Ende der Ressourcen.

    Wohl nur aus solcher Angst dulden deshalb die Bürger stillschweigend die hohen ideologischen Mehrkosten bei Energie, Ernährung, Gesundheit u.a. sowie gleichzeitig die Absenkung ihres Lebensstandards durch die Ökologie-Schuldenorgie und dadurch steigenden Preise ².

  • Der große Vortest mit der "Corona-Angst" war wohl für die künftige Klimaangst-Politik bestimmt, soll die Menschen zunehmend dirigieren und wieder kollektiven - statt persönlichen - Zielen unterwerfen, soll die Menschen von individuellen wirtschaftlichen Zielen auf kollektive staatliche Ideologieerfüllung umpolen. Alles, wie schon zweimal zuvor gehabt und zweimal gescheitert!

Die Erfahrungen der zweimal gescheiterten Ideologien der vergangenen Generation haben offenbar nicht ausgereicht, wieder falschen Ideologiepropheten nachzulaufen. Die Folgen wird diese Generation bald selbst büßen: Mindestrenten, Mindestversorgung, Arbeitslosigkeit und Armut werden wieder kommen, bis das neue Ideologiesystem ebenfalls an seinen Fehlern zusammengebrochen sein wird und die Menschen wie 1945 und 1989 wieder einmal aufwachen.

Nur haben wir noch keine Erfahrung, wie sich eine dann mehrheitlich multikulturelle Bevölkerung in Deutschland in einem Crash verhält, wenn die Sozialversprechen der üppigsten Sozialversorgung zusammenschrumpfen und damit der Grund für die Immigration nach Deutschland wegfällt, das Sozialparadies geplatzt ist. Der schuldige "weiße Mann" steht für die grünen Ideologen schon fest, also die Eltern- und Großelterngeneration, welche mit Fleiß, Mühe und unter Opfern überhaupt den Wohlstand anstatt der nun gewünschten Ideologie geschaffen hat.

Ein Volk, welches eine wirtschaftlich sich selbst schädigende Politik "ohne Alternative" und dazu irreale Idealziele auf Kosten seiner bisher erfolgreichen Wirtschaftsstruktur duldet, darf nachher seinen wirtschaftlichen Absturz, Wohlstandsverlust und Verarmung nicht wieder anderen in die Schuhe schieben. Nicht nur politisch, sondern auch wissenschaftlich wurde rechtzeitig und immer wieder gewarnt, wurden Alternativen - erfolglos - angeboten ³.

Die Bevölkerungsmehrheit hat dennoch die Verschärfung der schon von Merkel begonnenen rot-grünen Selbstzerstörungspolitik gewählt; - ist also wieder "kollektiv" an ihrem kommenden Wohlstandsverlust selbst schuld.




© Prof. Dr. Eberhard Hamer
Mittelstandsinstitut Niedersachsen e.V.


¹ Von Kapitalistennachkommen (z.B. Reemtsma, Thunberg) wohl aus eigener „Vergangenheitsbewältigung“
² Vor allem bei Energie und Rohstoffen
³ Aufsatzbände des Mittelstandsinstituts Niedersachsen, z.B. „Die Mittelschicht in Krise und Wandel“, 2020



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