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Panik an den Börsen! Und jetzt?

14.05.2022  |  Andreas Hoose
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Wenn es in diesen Tagen auch bei den Edelmetallen hie und da einmal etwas ruckelt, dann sollte das Investoren daher nicht beunruhigen: Wenn die Nerven blank liegen, kommen oftmals zunächst alle Sektoren unter die Räder. Nach einer Weile glätten sich dann die Wogen und die Anleger beginnen wieder klar zu denken.

Im aktuellen Umfeld könnte den Investoren beispielsweise auffallen, dass sich die globale Wirtschaft in ein Szenario hineinentwickelt, das als Stagflation bezeichnet wird: Steigende Inflationsraten bei gleichzeitig schwacher Wirtschaftsleitung. In einem solchen Umfeld gibt es klassischerweise nur einen Sieger, und das ist Gold. Die folgende Grafik zeigt das:

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Und so ist es auch keine Überraschung, dass der Goldpreis die wichtige Zone zwischen 1.820 und 1.850 US-Dollar je Feinunze trotz der tiefroten Kurstafeln überall immer noch recht entspannt verteidigen kann. In einigen Wochen könnte sich der jüngste Kursrückgang sogar als erfolgreicher Test eines wichtigen Ausbruchsniveaus erweisen. Die folgende Grafik lässt das bereits erahnen:

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Die relative Stärke des Edelmetalls ist ein wichtiger Hinweis darauf, dass mittelfristig eine ähnliche Entwicklung wie im März 2020 anstehen könnte: Im Zuge der Corona-Panik waren Gold und Silber seinerzeit zunächst stark eingebrochen – um sich anschließend noch sehr viel dynamischer zu erholen als der Gesamtmarkt. Wichtig ist das insbesondere mit Blick auf allfällige Bärenmarkt-Rallyes, die nach aller Erfahrung deutlich dynamischer ausfallen als Aufschwünge in einem Bullenmarkt.

Deutlich nervenaufreibender als beim etwas behäbigen Gold geht es im aktuellen Umfeld naturgemäß beim Silber zu. Der vergleichsweise enge Markt ist berüchtigt für seine wilden Kurskapriolen, die auch jetzt wieder so manchem Anleger den Schlaf rauben.

Sehen wir uns das etwas genauer an: Wie die folgende Grafik auf Wochenbasis zeigt, geht es beim Silber jetzt um die alles entscheidende Marke von 22 US-Dollar je Feinunze. Die waagrechte rote Haltezone ist sozusagen die Maginot-Linie, die den Bullenmarkt beim Silber vor den Bären behütet.

Nach dem jüngsten Ausflug unter diese enorm wichtige Haltezone werden Börsenanfänger und ängstliche Gemüter zu der Überzeugung kommen, dass die Bären jetzt wieder im Vorteil sind und das Silber von nun an "zusammenbrechen" wird.

Doch woher sollte ein solcher Silberpreis-Kollaps denn kommen? Von den Inflationsraten etwa? Hier ist anzumerken, dass Silber als einer der wenigen Rohstoffe weltweit auf die Entwertungsorgie der globalen Währungen noch gar nicht reagiert hat. Oder sollte die Industrie plötzlich etwa kein Silber mehr verbrauchen? Die Annahmen sind geradezu grotesk, denn in Wahrheit sind die Fundamentaldaten beim Silber derzeit so viel versprechend wie bei keinem anderen Rohstoff.

Sehr viel wahrscheinlicher ist daher eine Vermutung, die sich an den Börsen immer wieder bestätigt. Mit einiger Wahrscheinlichkeit wird das Silber-Bäumchen jetzt kräftig geschüttelt, damit der Markt "sauber" ist, bevor der nächste dynamische Kursanstieg beginnt.

Das bedeutet: Die schwachen und zittrigen Hände müssen erst hinausbefördert werden - und nichts eignet sich besser für solche Zwecke als ein beherzter Abtaucher unter eine enorm wichtige Haltezone, wie sie beim Silber bei 22 US-Dollar im Markt liegt. Selbst ein kurzfristiger Rutsch in die Gegend um 19 US-Dollar wäre keine Überraschung, sollte die jüngste Verkaufspanik den Silbermarkt noch einmal erfassen.

Tatsächlich üben Zonen, wie die in der folgenden Grafik eingezeichnete waagrechte grüne Linien oftmals eine erstaunliche Anziehungskraft aus. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob es der Schüttelkolonne tatsächlich gelingt, den Silberpreis auch in diesen Bereich zu befördern.


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