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Erdgasbedarf: Alles nur "Theater"?

01.07.2022  |  Vertrauliche Mitteilungen
Geht es um den weiteren Bezug russischen Erdöls und Erdgases, drohen die politisch Verantwortlichen nach Auffassung einer immer größeren Beobachteranzahl einiger fataler Fehleinschätzungen zu erliegen.

Die erste Fehleinschätzung beruht in der sträflichen Mißachtung der einfach nachzuvollziehenden Tatsache, daß nicht nur der Kunde die Abnahme der Waren grundsätzlich verweigern, sondern daß auch der Lieferant plötzlich und unerwartet jede weitere Belieferung einstellen könnte.

Und eine weitere - vielleicht die fatalste - Fehleinschätzung beruht auf der striktnaiven Weigerung einzusehen, daß die Energieversorgung jedes Landes (also auch Deutschlands) stets nur insgesamt analysiert werden darf. Denn das eine hängt mit dem anderen stets zusammen. Hat man weniger Öl und/oder Gas zur Verfügung, braucht man trotz aller Energiesparmaßnahmen voraussichtlich mehr Energie aus anderen Quellen wie z.B. der Kohle oder der Kernkraft.

Genau dies will z.B. der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) nicht einsehen, der in einem Interview mit der "Welt" weder einer Laufzeitverlängerung der noch betriebenen Kernkraftwerke zustimmen wollte noch einer Aufnahme der in Niedersachsen in großem Umfang möglichen Erdgasförderung. "Wir haben ein Gas- und kein Stromproblem", ließ er sich dazu vernehmen.

Tatsächlich hätte Deutschland kein "Gasproblem", würde man eine Erschließung und Förderung heimischer Reserven gestatten. Die dazu erforderlichen Technologien sind erprobt und so schnell einsatzbereit, daß noch im Laufe dieses Jahres mit den ersten Erträgen gerechnet werden könnte. Der derzeitige Jahres-Erdgasbedarf Deutschlands (gut 90 Mrd. Kubikmeter) wäre dann auf Jahrzehnte hinaus gesichert.

Doch während der Bau von Anlagen zur Flüssiggas-Anlandung so schnell wie möglich durchgepeitscht werden soll, würde einer neuen und umfangreichen Erdgasförderung auf deutschem Boden wohl mit der juristischen Keule der Garaus gemacht. Dabei werden auch große Teile des weltweit verschifften Flüssiggases mit der Fracking-Methode gewonnen, die hierzulande strikt verboten bleiben soll.

Im Übrigen wird Deutschland ein Flüssiggas-Import im erforderlichen Maß auf absehbare Zeit schon deshalb unmöglich bleiben, weil es an den dafür erforderlichen Schiffskapazitäten mangelt. Dem rechnerischen Bedarf von dann mehreren Tausend dieser Spezialschiffe steht ein tatsächlicher Bestand von nur wenigen Hundert gegenüber.

Interessant ist auch ein Blick auf die deutsche Im- und Exportstatistik im Erdgasbereich. Einem gegenwärtigen Jahresbedarf (noch ohne Berücksichtigung einer verstärkten Erdgas-Verstromung) von rund 90 Mrd. Kubikmetern steht eine Importmenge von etwa 160 Mrd. Kubikmetern gegenüber. Das heißt, daß im Verlauf der letzten Jahre jährlich rund 70 Mrd. Kubikmeter unser Land wieder verließen, was Deutschland gleichzeitig zu einem der weltweit größten Gasexporteure machte.

Fast 60% dieser Exportmenge gingen an die Tschechische Republik, gefolgt von den Niederlanden, Österreich und der Schweiz. Der genaue Inhalt der zugrunde liegenden Lieferverträge ist - wie üblich - streng geheim. So stellt sich die Frage, ob es darin wohl Klauseln gibt, die dem Exporteur (Deutschland) bei ausbleibenden Vorlieferungen eine überproportionale Kürzung der Liefermengen gestattet, um die heimischen Abnehmer zumindest teilweise vorrangig versorgen zu können? Wer hier grundsätzlich zweifelt, dürfte wohl nicht als "naiv" gescholten werden ...

Die vorstehenden Fakten beinhalten keine Rechenkünste, sondern einfache Additionen und Subtraktionen, die auch von einem Philosophen (Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck, Grüne) problemlos nachzuvollziehen wären. Doch zumindest offiziell scheinen Habeck und seine Regierungskollegen dies alles nicht zur Kenntnis genommen zu haben.

So drängt sich auch hier der böse Verdacht auf, daß man einen möglichen Blackout und die damit verbundenen wirtschaftlichen Folgen billigend in Kauf nehmen könnte, um dann mit "regulierenden Eingriffen" tiefer als jemals zuvor in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland in unser aller Leben einzugreifen!


© Vertrauliche Mitteilungen
Auszug aus den "Vertrauliche Mitteilungen", Nr. 4499



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