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Taschenspielertricks - Euro und Silber auf Talfahrt

05.07.2022  |  Markus Blaschzok
Die Medien feierten vergangene Woche die Regierung für ihren Kampf gegen die historisch stark steigenden Konsumentenpreise, nachdem die Inflationsrate im Juni mit 7,6% gerade einmal 0,3% geringer ausgefallen war als noch im Vormonat. Das Loblied auf die Bundesregierung war jedoch völlig unangebracht, denn der leichte Rückgang der historisch hohen Teuerung ist unter anderem auf einen Taschenspielertrick zurückzuführen.

9€ Ticket und Tankrabatt schönen kurzfristig die Statistik, womit sich die Politik als Helfer in Notzeiten verkaufen kann, während sie gleichzeitig von der eigenen Schuld an der Inflation ablenkt. Die Kosten für diese vermeintliche Entlastung trägt jedoch immer der Steuerzahler, da der Staat kein Geld hat. Dies führt am Ende des Tages zu höheren Schulden, höherer Inflation, sowie höheren Steuern und somit einer stärkeren Belastung des Bürgers, als wenn die Politik nicht eingegriffen hätte.

Außerdem haben die Medien den Täter zum Helden gemacht, denn die Schuld an der historisch hohen Inflationsrate tragen allein die verschwendungssüchtige Politik und die Zentralbanken, die deren Utopien im letzten Jahrzehnt über Nullzinsen und die Druckerpresse finanziert haben. Inflation ist immer die Folge einer hausgemachten und bewusst herbeigeführten Politik, doch niemals eine Eigenschaft des freien Marktes.

Im Gegenteil ist das natürliche Umfeld im Kapitalismus (Freie Menschen, die freiwilligen Handel betreiben) die Deflation, also sinkende Preise, da das Produktivitätswachstum durch technologischen Fortschritt auf eine nahezu gleichbleibende Goldmenge trifft. Gold war und ist die Weltwährung des freien Marktes, weshalb es in Zeiten des Goldstandards auch niemals einen dauerhaften Anstieg der Preise gab. Erst seitdem Regierungen und Notenbanken die Währungen vom Gold entkoppelt haben, gibt es Inflation, da die Währungen durch die unbegrenzte Schuldenaufnahme der Regierungen mit der einhergehenden Ausweitung der Geldmenge immer mehr an Kaufkraft verlieren.

Da die europäische Politik weiterhin mit dem Geld der Steuerzahler um sich wirft, anstatt den Gürtel enger zu schnallen, werden uns hohe Inflationsraten in Europa noch viele Jahre begleiten. Man sollte sich dabei immer vor Augen führen, dass der Preisindex, mit dem die Regierung die Inflation berechnet, die tatsächliche Inflationsrate um einige Prozentpunkte chronisch zu niedrig ausweist.

Beispielsweise lag der ebenso harmonisierte europäische Verbraucherpreisindex für Deutschland im Juni bei 8,2% und nach dieser Berechnungsmethode ein halbes Prozent über dem deutschen Index. Das Herunterrechnen hat Methode, denn durch diese Täuschung ist eine versteckter und unbegrenzter Zugriff auf die Ersparnisse der Bürger möglich.

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Die Preise stiegen nach Berechnung des Statistischen Bundesamts in Deutschland im Juni um 7,6% zum Vorjahr


Die Schwäche des Euros ist einerseits im Wechselkurs zum US-Dollar zu sehen, zu dem er unter die Marke von 1,04 $ fiel, während man vor einem Jahr noch 1,22 $ für den Euro bekam. Andererseits zeigt sich die Schwäche der europäischen Gemeinschaftswährung im Wechselkurs zum Schweizer Franken, der vergangene Woche erstmals seit 2015 wieder unter die Parität fiel. 2013 erhielt man für einen Euro noch 1,25 Franken und in 2007 gar 1,65 Franken.

Dies zeigt die dramatische Abwertung des Euros selbst zu anderen Fiat-Währungen, die selbst auch kontinuierlich an Kaufkraft verlieren. Der Euro verkommt zur Schwachwährung, worauf alle Preisanstiege seit Einführung der Gemeinschaftswährung zurückzuführen sind. Schuld an der Enteignung der Ersparnisse tragen allein die einzelnen Regierungen, Brüssel und die EZB, die über die Druckerpresse EU-ropa finanzieren.

Nachdem die Schweizer Nationalbank erst kürzlich eine Aufwertung des Franken in Aussicht gestellt hatte, da die Inflationsrate in der Schweiz mittlerweile mit 3% auf den höchsten Stand seit 2008 gestiegen war, sowie ein QT-Programm über Aktienverkäufe ankündigte, ist mit einer weiteren Aufwertung des Frankens zum Euro in Zukunft zu rechnen.

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Der Euro fiel auf die Parität zum Schweizer Franken


Der Goldpreis fiel in der letzten Handelswoche unter die wichtige Unterstützung bei 1.800 $, doch konnte sich dieser vor dem Wochenschluss noch einmal darüber retten und mit einem kleinen Minus von 0,8% ins Wochenende gehen. Die Korrektur der Edelmetallpreise befindet sich nun kurz vor ihrem zyklischen Ende, wobei ein letzter, gut möglicher Abverkauf beim Gold eine traumhafte Kaufchance bieten würde.


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