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Schiffgold: Ukraine verkauft Gold in Milliardenhöhe, um Geld für Kauf von Waren zu beschaffen

21.07.2022  |  Peter Schiff
Wer braucht Gold? Offenbar die Ukraine. Ein Beamter der Zentralbank behauptet, sie habe seit dem Einmarsch der Russen in die Ukraine im Februar Gold in Milliardenhöhe verkauft. Am 17. Juli erklärte die stellvertretende Gouverneurin der ukrainischen Nationalbank (UNB), Kateryna Rozhkova, dass die Zentralbank seit der russischen Invasion Gold im Wert von 12 Milliarden Dollar verkauft habe. Rozhkova meinte: "Wir verkaufen (dieses Gold), damit unsere Importeure in der Lage sind, notwendige Güter für das Land zu kaufen." Sie betonte, dass die Goldverkäufe nicht dazu dienten, die Griwna (ukrainische Währung - HAV) zu stützen.

Dies erklärt, warum die Zentralbanken in aller Welt weiterhin Goldreserven halten. Es handelt sich um einen liquiden Vermögenswert ohne Gegenparteirisiko, der leicht gegen Devisen verkauft werden kann. Ein Sprecher der polnischen Zentralbank drückte es im vergangenen Jahr so aus: "Gold ist die 'größte Reserve' unter den Reserveaktiva: Es diversifiziert das geopolitische Risiko und ist eine Art Vertrauensanker, insbesondere in Zeiten von Spannungen und Krisen."

Nach Angaben des World Gold Council fügten die Zentralbanken den globalen Reserven im Jahr 2021 etwa 463 Tonnen Gold hinzu. Das waren 82% mehr als 2020. Das vergangene Jahr war das 12. Jahr in Folge mit Nettokäufen. In dieser Zeit haben die Zentralbanken insgesamt 5.692 Tonnen Gold gekauft. In diesem Jahr beliefen sich die Nettogoldkäufe der Zentralbanken bis Mai auf rund 138 Tonnen.


Details sind unklar

Es bleibt unklar, wie die Ukraine so viel Gold verkaufen konnte. Als die Russen einmarschierten, besaß die UNB nach Angaben des WGC etwa 27 Tonnen Gold in ihren Reserven im Wert von etwa 1,6 Milliarden Dollar. Mit anderen Worten: Rozhkova zufolge hat die Zentralbank mehr als das Siebenfache ihres gesamten Goldbestands verkauft. Das soll nicht heißen, dass Rozhkovas Aussage irreführend war. Das Land könnte auf inländische Goldvorräte zurückgreifen, die von Geschäftsbanken oder anderen Institutionen gehalten werden. Die PrivatBank gilt als die größte Geschäftsbank der Ukraine. Sie wurde 2016 verstaatlicht.

Es ist auch möglich, dass andere Länder oder private Einrichtungen der Ukraine Gold zum Verkauf überlassen haben. Länder auf der ganzen Welt haben der ukrainischen Regierung Milliarden an Hilfsgeldern zukommen lassen. Anfang dieses Monats hat Schweden zum Beispiel 577,7 Millionen SEK an die Ukraine geschickt. Das sind über 55,5 Millionen USD und 1,5 Milliarden UAH.

Weniger wahrscheinlich ist ein schneller Anstieg der Minenproduktion. Einem Bericht von Mining World zufolge verfügt die Ukraine über fast 3.000 Tonnen Gold, aber vor der Invasion gab es nur wenige aktive Minen im Land. Unabhängig vom Mechanismus ist klar, dass sich die Ukraine auf den Goldverkauf als wichtige Währungsquelle verlässt, während sich der Krieg hinzieht.


© Schiffgold



Dieser Artikel erschien am 19. Juli 2022 auf www.schiffgold.com und wurde exklusiv für GoldSeiten übersetzt.


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