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Warum sich der Währungsgoldtransfer in die Schweiz verzögert (Teil 3)

31.07.2022  |  Jan Nieuwenhuijs
Beweise deuten darauf hin, dass sich ein 50-Tonnen-Goldtransfer der Österreichischen Zentralbank, von London in die Schweiz, aufgrund Renovierungsarbeiten des Schweizer Zentralbanktresors verzögert. In meinem ersten Artikel über diese Thematik schrieb ich darüber, dass die Österreichische Zentralbank (OeNB) 2015 ein neues Goldlagerkonzept implementiert hatte, weil der Rechnungshof (RH) herausfand, dass sie zu viel Gold in London bei der Bank of England (BoE) einlagern würde.

Die OeNB plante, 90 Tonnen von der BoE zurückzuführen und 50 Tonnen von London in die Schweiz zu verlagern. Innerhalb von fünf Jahren (bis 2020) sollte das neue Lagerkonzept realisiert werden. Im Jahr 2018, dem Zeitplan voraus, traf das Gold in Österreich ein. Doch die Lieferung in die Schweiz ist dort bis zum heutigen Tag nicht angekommen.

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Zum Einen ist London hier nicht das Problem. Die OeNB hatte keinerlei Probleme dabei, die 90 Tonnen zurück ins Land zu bringen, also gibt es wenig Grund zu glauben, dass man die 50 Tonnen dort nicht herausschaffen kann. Österreich hat eine politisch gute Beziehung zum Vereinigten Königreich, anders als Venezuela, dessen Rückführung in den letzten Jahren blockiert wurde.

Zum Anderen gibt es in zwei Dokumenten des RH - eines von 2015 und eines von 2018 - Beweise dafür, dass die OeNB bereits Gold bei der Schweizer Zentralbank (SNB) einlagerte und 50 Tonnen zu eben jener Lagerstelle hinzufügen wollte. Wie in meinem zweiten Artikel zu dieser Thematik besprochen, sollten die Renovierungsarbeiten des Tresors der Schweizer Zentralbank bis 2018 abgeschlossen werden, doch sie dauerten mehrere Jahre länger als erwartet. Deshalb war die OeNB gezwungen, die Lieferung zu verschieben. Betrachten wir die Beweise.

In beiden Dokumenten (im folgenden als RH1 und RH2 bezeichnet) werden die tatsächlichen Namen vieler Banken, Institutionen und Lagerstellen mit Codenamen ersetzt. Auch wenn es ausreichend Informationen gibt, um herauszubekommen, wer hier wer ist. Beispielsweise zeigt RH1 in Tabelle 4, dass die Zentralbank Finnlands (BoF) bis Ende 2013 7% ihres Goldes in "Lagerstelle C in der Schweiz" lagert. Auf ihrer Webseite lesen wir, dass die BoF 7% ihres Goldes bei der SNB hält. Andere Gegenproben bestätigen, dass "Lagerstelle C in der Schweiz" die SNB sein muss. Eine oftmals erwähnte "Institution in der Schweiz" muss die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) sein. Und so weiter.


Stellen wir einen Zusammenhalt her

Bis 2014 hatte die OeNB alle Konten mit Geschäftsbanken geschlossen und ihr Metall bei der BIZ in der Schweiz zugeteilt. Das Gold, das zuvor Schweizer Geschäftsbanken hielten, wurde an das Konto der OeNB bei der SNB übertragen. Hier ein Auszug aus RH1 (Seite 48): "Im Jahr 2013 schloss die OeNB die Goldlagerstellen, die sie bei zwei Schweizer Geschäftsbanken unterhielt (Lagerstelle A und B), in denen etwa 7 Tonnen Gold ... gelagert wurden und eröffnete eine Goldlagerstelle für diese etwa 7 Tonnen … bei Lagerstelle C in der Schweiz [SNB] …"

Auszug aus RH1 (Seite 60): "Implementiert wie per 31. Dezember 2013: Die physischen Bestände, die bei den Geschäftsbanken gelagert wurden, wurden endlich liquidiert … aufgrund Risikoabwägungen. … Ein Metallkonto von etwa 14,3 Tonnen, das bei der Institution in der Schweiz [BIZ] gehalten wurde … wurde zum 30. Januar 2014 in physische Bestände umgewandelt."

Seit 2014 ist das Gold der OeNB über vier Tresore verteilt, und das soll auch so bleiben. Hier ein Auszug aus RH2 (Seite 19): "Der Rechnungshof fand heraus, dass die OeNB ihre physischen Goldbestände seit 2014 in den eigenen Tresoren hielt, bei der Münze Österreich, einer Lagerstelle in England [BoE] und einer Lagerstelle in der Schweiz [SNB]. In ihren neuen Lagerkonzept sah die OeNB nicht vor, etwaige andere Lagerstellen in den kommenden Jahren zu nutzen."


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