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Trendwende bei Gold? Servicesektor überrascht die Märkte!

04.08.2022  |  Christian Buntrock
Der Euro eröffnet heute gegenüber dem USD bei 1,0165 (06:00 Uhr), nachdem der Tiefstkurs der letzten 24 Handelsstunden bei 1,0123 im US-Geschäft markiert wurde. Der USD stellt sich gegenüber dem JPY auf 133,8. In der Folge notiert EUR-JPY bei 136. EUR-CHF oszilliert bei 0,97704.


Die Lage an den Kapitalmärkten

Die Kapitalmärkte zeigten sich gestern von Ihrer freundlichen Seite. Der Deutsche Aktienindex stieg über die Tiefs aus dem Mai und beginnt ein aus technischer Sicht besseres Bild zu zeigen. Auch der Stoxx600 konnte hinzugewinnen. Hier liegt der technisch relevante Widerstand bei ca. 450 Punkten, also ca. 3% über dem derzeitigen Stand von 438 Punkten. An den US-Märkten steht hingegen im S&P500 bereits die Richtungsentscheidung an. Der Index liegt direkt an den in den Vormonaten gebildeten Widerstandszonen bei ca. 4.150-4.170 Punkten. Ein Durchbrechen auf Wochenschlussbasis würde ein Signal Richtung 4.400 Punkte auslösen.

Trotz einer sich aus technischer Sicht ausbildenden konstruktiven Lage bleiben wir übergeordnet in einem Bärenmarkt. Die den Markt belastenden Faktoren aus Inflation, Energieversorgungsproblemen und Lieferkettenengpässen bleiben uns erhalten. Ein Einbruch im Herbst zu den alten Tiefs bleibt ein realistisches Szenario. Neben den Aktienmärkten hat sich auch am Goldmarkt eine interessante Lage ausgebildet. Werfen wir einen Blick dorthin:


Aktuelle Lage von Gold

Gold erreichte zum Hochpunkt der Panik im Zuge der Ukraine-Krise 2050 USD / Unze, seitdem hat es mit -15% deutlich verloren. Dies mag vor allem Trendfolgern geschuldet sein, die sich mittlerweile in einer Netto-Short Positionierung befinden. Im Chart unten ist dieser Übergang von Netto-Long auf Netto-Short mit dem roten Kreis markiert. Ein Blick in die Historie zeigt auf, dass diese aktuelle Positionierung für kaufwillige Investoren ein gutes Zeichen sein kann. In den Zeiträumen, in denen Netto-Short Positionen vorlagen, ergaben sich im 1-3 Monatsbereich regelmäßig Wendepunkte für den Goldkurs.

Technisch bedeutsam ist das Halten der Unterstützung im Bereich 1680 - 1700 USD / Unze, ein Bruch durch die Marke kann bei weiter deutlich restriktiver Zentralbankpolitik nicht ausgeschlossen werden. Im Worst Case, der selbstredend nicht präferiert, aber möglich ist, würde dies ein Abwärtspotential in der ersten Welle Richtung 1500 USD / Unze danach sogar Richtung 1250 auslösen können.

Insgesamt hat sich das Chance-/Risikoverhältnis deutlich gebessert, insbesondere aus Sicht eines Euro-Anlegers, da nach der letzten EZB-Sitzung schon viel Pulver mit dem Zinsschritt um 50 Basispunkte verschossen wurde, aber die neu eingeführte Staatsfinanzierung mit Hilfe des TPIs (Transmission Protection Instrument) durch das Gremium noch bevorsteht.

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Grafik: Entwicklung des Goldpreises und Managed Money Net Positions. Quelle: Bloomberg, eigene Darstellung.


Positives aus dem europäischen Servicesektor

Die erfreuliche Marktentwicklung wurde gestern durch die gemeldeten Daten aus dem europäischen Servicesektor unterstützt. Dies lagen über den Erwartungen der Analysten. Damit divergiert der Sektor gegenüber dem unter Druck stehenden verarbeitenden Gewerbe, über das an dieser Stelle am Dienstag berichtet wurde.

Auf europäischer Ebene fiel der Services PMI von S&P Global von 53 Punkten auf 51,2 Punkte. Durch die Lage über der 50-Punkte Marke zeigt der Indikator immer noch einen Aufschwung im Sektor an, das Momentum ist lediglich rückläufig aber stärker ausgeprägt als erwartet. Auf Expansionskurs ist der Servicesektor insbesondere in Frankreich (PMI: 51,7, erwartet: 50,6) und Spanien (PMI: 53,8, erwartet: 52). Von den großen europäischen Ländern enttäuschte Italien, dessen Sektor mit 48,4 Punkten deutlich von 51,6 fiel und zugleich die Erwartungen von 50,1 verfehlte.

Insbesondere der Tourismussektor kann in diesen Sommer profitieren. Es bestehen weiterhin Nachholeffekte aus der Corona-Krise, zugleich sind die stark gestiegenen Energiekosten noch nicht spürbar beim Verbraucher angekommen. Es gilt zu beobachten, ob sich der Servicesektor weiter vom Verarbeitenden Gewerbe abkoppeln kann oder diesem zeitverzögert hinterherläuft.

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Grafik: S&P Global Service PMIs, Quelle: Bloomberg, eigene Darstellung.


Zusammenfassend ergibt sich ein Szenario, das den USD gegenüber dem EUR favorisiert. Ein Überschreiten des Widerstandsniveaus bei 1.0450 - 1.0480 neutralisiert den positiven Bias des USD.

Viel Erfolg!


© Christian Buntrock
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