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Börsenampel schaltet auf "Gelb", Leitzinserhöhung im Vereinigten Königreich

05.08.2022  |  Christian Buntrock
Der Euro eröffnet heute gegenüber dem USD bei 1,0236 (06:00 Uhr), nachdem der Tiefstkurs der letzten 24 Handelsstunden bei 1,0157 im US-Geschäft markiert wurde. Der USD stellt sich gegenüber dem JPY auf 133,26. In der Folge notiert EUR-JPY bei 136,41. EUR-CHF oszilliert bei 0,9789.


Die Lage an den Kapitalmärkten

Die Aktienmärkte befinden sich weiter in ihrer Sommerrallye, unsere Börsenampel schaltet auf "Gelb". In dieser Phase sehen wir eine erhöhte Wahrscheinlichkeit von seitlich laufenden oder richtungslos laufenden Märkten, woraus sich neue Trends bilden können. Ein deutliches Aufhellen der technischen Lage sehen wir erst ab Ständen von 14.650 Punkten.

Auf "Rot" schaltet die Ampel wieder bei einem Fall unter 12.350 Punkten. In Bezug auf den DAX sollte das im April / Mai gebildete Doppeltop nicht unterschätzt werden. In diesem Bereich ist zumindest und spätestens mit Gewinnmitnahmen der Marktteilnehmer zu rechnen. Erst bei einem nachhaltigen Überschreiten dieser Tops kämen wir zu einer neuen Lagebewertung.


Die Bank of England erhöht die Leitzinsen und rechnet mit Rezession bis 2024

Die Bank of England reiht sich mit ihrer Entscheidung, die Leitzinsen um 50 Basispunkte zu erhöhen, in die Reihe von Notenbanken ein, die mit deutlicheren Zinsschritten der Inflation begegnen. Dabei macht das Entscheidungskomitee deutlich, dass eine erhöhte Geschwindigkeit für die nächsten Entscheidungen nicht gesetzt ist. Vielmehr will man den wirtschaftlichen Ausblick und den Inflationsdruck abwarten, um dann zu einer Entscheidung zu kommen.

Der Markt ist entsprechend unentschieden, ob es im nächsten Schritt zu einem weiteren großen Zinsschritt kommt um 50 BP kommt oder die Leitzinsen nur um 25 BP erhöht werden. Die Implied Rate für den nächsten Zinssatz im September lag nach der Entscheidung bei 2,13%.

Das britische Pfund reagierte auf die Zentralbanksitzung mit Verlusten gegen alle Währungen der G10-Staaten, nachdem die BoE einen BIP-Rückgang ähnlich zu Rezessionszeiten der 90‘er Jahre prognostiziert hat und die Inflationsprognose von 10,2% auf 13,1% anhob. Sie erwartet jetzt eine Rezession, die im 4. Quartal 2022 beginnt und bis Mitte 2024 andauert, was eine erhebliche negative Korrektur gegenüber der Mai-Prognose bedeutet.

In der Folge liegen die BIP-Prognosen bis Ende 2024 um etwa 2,5% niedriger als zuvor.

Einen weiteren Zinsschritt um 50 BP im September halten wir für die wahrscheinlichste Variante. Der nächste Premierminister wird über die Fiskalpolitik die Haushalte aufgrund der gestiegenen Energiekosten unterstützen, damit aber zugleich BIP und Inflation erhöhen. Bis in 2023 hinein sind Zinserhöhungen auf eine Leitzinshöhe von 3% wahrscheinlich.


Die US-Handelsbilanz verbessert sich zum dritten Mal in Folge

Das Handelsbilanzdefizit der USA ist im Juni zum dritten Mal in Folge gesunken, bedingt durch einen Anstieg der Exporte und einen leichten Rückgang der Importe. Es verringerte sich gegenüber dem Vormonat um 5,3 Mrd. USD bzw. 6,2% auf 79,6 Mrd. USD und war damit das geringste in diesem Jahr. Dies Gründe für den Rückgang der Importe liegen insbesondere in dem Abbau von Lagerbeständen seitens der Unternehmen aber auch verändertem Konsumentenverhalten. Der Anstieg der Exporte wurde besonders durch den Export von LNG, aber auch Dünge- und Nahrungsmitteln getrieben.

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Grafik: US-Handelsbilanz, Quelle: Bloomberg, eigene Darstellung.


Die erhöhte Nachfrage nach Öl und Gas macht sich für den US-Export bemerkbar. Da eine Einigung im Ukraine-Krieg aktuell ausgeschlossen scheint, ist von einer auch mittelfristig erhöhten Nachfrage mit entsprechend positiven Auswirkungen auf die US-Handelsbilanz auszugehen. Der Einfluss dieser Verbesserung aus US-Sicht wird auch weiterhin an den Devisenmärkten zu spüren sein.

Zusammenfassend ergibt sich ein Szenario, das den USD gegenüber dem EUR favorisiert. Ein Überschreiten des Widerstandsniveaus bei 1.0450 - 1.0480 neutralisiert den positiven Bias des USD.

Viel Erfolg!


© Christian Buntrock
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